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Klausurtagung: Realschul-Aus in Hemsbach bleibt favorisierte Lösung

Nach einer gemeinsamen Klausurtagung der Gemeinderäte von Hemsbach, Laudenbach und Weinheim zeichnet sich ab, dass die Realschule in Hemsbach keine Zukunft...
Um das Fortbestehen der Carl-Engler-Realschule entbrannte bereits im Sommer 2025 eine Debatte. (Archivfoto)Foto: cs

Nach einer gemeinsamen Klausurtagung der Gemeinderäte von Hemsbach, Laudenbach und Weinheim zeichnet sich ab, dass die Realschule in Hemsbach keine Zukunft mehr haben könnte. Der Schulverband Nördliche Badische Bergstraße teilt in einer Pressemitteilung mit, dass sich in den Beratungen eine Tendenz zugunsten einer Schulbau-Variante herauskristallisiert habe, bei der die Realschule am Standort Hemsbach nicht dauerhaft weitergeführt würde.

Wie der Schulverband erklärt, trafen sich die drei beteiligten Gemeinderäte zu einer Klausurtagung, um auf Basis neuer Förderbedingungen des Landes über die künftige Schulversorgung in der Region zu beraten. Hintergrund ist der schlechte bauliche Zustand des bisherigen Schulstandorts. „Jeder Euro für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs am bestehenden und stark sanierungsbedürftigen Schulstandort ist einer zu viel“, heißt es in der Mitteilung. Ziel der Klausur sei es gewesen, eine gemeinsame Faktenbasis zu schaffen. Der Vorsitzende des Schulverbands, Hemsbachs Bürgermeister Jürgen Kirchner, betont: „Das ermöglicht uns allen, verantwortungsbewusst und faktenbasiert in die Diskussion zu gehen – mit dem Ziel, einen Raum für Konsens zu schaffen.“

Kostspielige Varianten

Vorgestellt wurden mehrere Varianten für einen künftigen Schulstandort. Ein Neubau von drei Schulen auf dem Gelände „Erlenwiesen“ in Laudenbach würde laut aktueller Kostenschätzung Gesamtkosten von rund 120 Millionen Euro verursachen. Der Eigenanteil der drei Kommunen läge bei mehr als 67 Millionen Euro. Diese Variante sei in der Diskussion einmütig verworfen worden, da sie keine Realisierungschance habe. Deutlich günstiger wäre die sogenannte Variante „Schillerschule“ in Weinheim. Dort sollen künftig zwei Schularten mit allen Abschlüssen auf dem bestehenden Gelände der Gemeinschaftsschule zusammengeführt werden. Der Eigenanteil für die Kommunen würde sich in diesem Fall auf rund 16 Millionen Euro belaufen. Eine weitere geprüfte Variante, bei der Realschule und Gymnasium auf dem bisherigen Sportplatz des Bildungszentrums angesiedelt würden, käme auf knapp 28 Millionen Euro.

Schwierige Haushaltslage

Entscheidend für die weitere Diskussion war laut Schulverband die Einschätzung der Finanzlage. Der Leiter des Kommunalrechtsamts, Frank Grünewald, machte deutlich, dass die Haushalte – insbesondere der Stadt Hemsbach – bereits ohne Schulneubau stark belastet seien. „Alle weiteren Varianten übersteigen die Leistungsfähigkeit und müssten zu einem Einschreiten der Rechtsaufsicht führen“, wird Grünewald in der Pressemitteilung zitiert. Haushaltsrechtlich realistisch sei lediglich die Variante Schillerschule, und auch das nur bei gleichzeitigen Konsolidierungsmaßnahmen.

In der Folge habe sich in den Beratungen eine klare Tendenz zugunsten dieser Lösung ergeben. Der Schulverband schreibt, dass die Realschule am Standort Hemsbach dann nicht dauerhaft weitergeführt werden könne. Die Versorgung mit Realschulplätzen solle stattdessen über bestehende Realschulen in Weinheim erfolgen. Vertreter der Stadt Weinheim um Oberbürgermeister Manuel Just bestätigten laut Mitteilung, dass dort ausreichende Kapazitäten vorhanden seien. Hemsbacher Schülerinnen und Schüler würden im Rahmen einer sogenannten Schülerstromlenkung bevorzugt aufgenommen.

Kaum leistbar

Eine Fortführung der Realschule in Hemsbach wäre nach Angaben des Schulverbands nur auf dem Gelände „Sportplatz“ möglich und würde den Eigenanteil der Kommunen um mindestens zwölf Millionen Euro erhöhen. Hinzu kämen deutlich höhere Unterhaltungskosten über Jahrzehnte, was in der aktuellen Haushaltslage nicht leistbar sei.

Der Schulverband betont, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Diese liege bei den Gemeinderäten der drei Mitgliedskommunen. Zugleich wird angekündigt, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Alle Ergebnisse der Klausurtagung sollen bei einer Bürgerinformation am Dienstag, 24. März, um 19 Uhr im Bildungszentrum vorgestellt werden.

Für Eltern und Schüler soll es vorerst keine Auswirkungen geben. Unabhängig von der am Ende beschlossenen Variante sei gewährleistet, dass alle Schülerinnen und Schüler, die sich derzeit anmelden, ihren Abschluss an der jeweiligen Schule machen können. Das gelte ausdrücklich auch für die Carl-Engler-Realschule. (km)

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