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Kleindenkmäler in Malsch

Kleindenkmäler in Malsch Eine interessierte und gesprächsoffene Runde hatte sich beim Seniorennachmittag im Pfarrheim eingefunden, um Malsch und seine...
Foto: Eisend und Kistl

Kleindenkmäler in Malsch

Eine interessierte und gesprächsoffene Runde hatte sich beim Seniorennachmittag im Pfarrheim eingefunden, um Malsch und seine Vergangenheit dank Steinzeugen und religiöser Kleindenkmäler besser kennenzulernen. Mit Sorgfalt und Akribie hatte Klaus Kistl aus Wiesloch oftmals den Ort durchstreift und konnte die Zuhörer auf manch unbekannte Orts-Flecken und Gedenk-Steine hinweisen.

Für solche mag man schon „blind“ geworden sein. Geschichtliche Zuordnung wie genauere Erklärung von Entstehung und Verbleib hatte er gebäudenah bestens recherchiert. In betreffenden Häusern hatte er wegen der Kleinode an ihrer Hauswand nachgefragt. So konnte er sein Wissen bestens weitergeben, auch dank der Heimatbücher über Malsch. Für die Zuhörerschaft war es eine Lehr- und Lernstunde im Austausch und Kennenlernen von Heimatgeschichte durch Bild und Ton.

In fünf Einheiten stellte er die Kleindenkmäler vor. Nach der Vielfalt an Wegkreuzen im Ort und auf der Flur sowie mancher Kapellchen, kamen die Kleinode zur Geltung, „die bisweilen keine sind und oftmals für Rätsel sorgen“. Trotz mancher Rückfragen in die Runde blieben einige weiterhin ohne Erklärung. Neben der Vielfalt an Kreuzen sah man auch Kapellen mit ortsbekannten Namen wie „Aneresels Kreuz“ oder „Annaresels Kapellchen“, was eben Insiderwissen entspricht. Oder man konnte den Fleiß eines Grenzsteinsammlers bewundern, der beim Schäffner-Haus diese von überall her gesammelt und abgelegt hat. Niemand weiß aber mehr, deren Bedeutung und wo sie einst standen. Ebenso das gemeinhin bekannte Stück „Schießmauer“ bei der Reblandhalle. Noch heute präsentierte sie sich mit einem groß ausgefüllten Loch, aber nichts Genaues weiß man von diesem Reststück Mauer-Geschichte. Oder, wer weiß schon, wo einst die „Metzgersche Mühle“ stand oder wo sich die Skulptur von St. Georg an einer Hauswand befindet. Der Legende nach der Drachentöter, der tiefere Sinn des Sieges von Gutem über das Böse, dürfte weniger bekannt sein. „Manche Schätze der Heimat gehen verloren, wenn junge Menschen dafür keinen Blick und Sinn mehr haben“, beklagte der Referent. Ebenso wurde auf manchen Vandalismus bei Bildstöcken, Kreuzwegstationen oder Kapellen hingewiesen. Und auch in Neubaugebieten, so auch in Malsch, lassen sich nur noch selten Relikte religiöser oder geistlicher Kultur finden.

Den Malschern sollte daher bewusst sein, man hat hier vor Ort viel wertzuschätzendes Kulturgut an Denkmälern. Manches sollte man besser kennzeichnen, empfahl Kistl. Teils sind diese nämlich schon Jahrhunderte bis ein halbes Jahrtausend alt.

Wenn man auf Gedenksteine oder Hausinschriften mit Jahreszahlen wie „anno 1537“ stößt. Oder man entdeckt einen Grenzstein mit Traubensymbol, eine Hausinschrift von 1698, nach dem „Großen Brand“ von 1693. Bei einem Keller findet man das Jahr 1603. Einer der Senioren kann sich noch an seine Kindheit erinnern, als er dort in unterirdischen Gängen unterwegs war. Damals schienen die Häuser über Keller und Gänge teils noch miteinander verbunden und vernetzt zu sein.

Die Stunden an diesem Nachmittag verflogen wie im Flug. Lebendig und bereichernd waren die Zeugen der Ortsgeschichte in Stein wie als Senioren. Der Austausch und die Beiträge waren erlebnisreich und bisweilen mit Humor gewürzt. Bereichert kehrte man nach Dankesworten und Vesper wieder nach Hause. Mancher mit etwas Stolz auf seine Heimat Malsch. Erinnerung, die sich lohnte, mit der eindringlichen Bitte von Klaus Kistl, für die Erhaltung dieser Kleindenkmäler Sorge zu tragen. So ist und bleibt man auch Zeuge von Heimatliebe.

Erscheinung
Malscher Gemeinde Rundschau
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Ausgabe 18/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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