
Anfang Februar: Eine Hälfte des Ackers wurde von Andi Schmid mit dem Grubber bearbeitet. Dieses Jahr haben wir dafür gerade genau den richtigen Zeitpunkt erwischt. Nach einer frostigen Nacht war die Erdoberfläche so weit gefroren, dass der Traktor nicht eingesunken ist und der Boden dadurch nicht zu stark verdichtet wurde. Die Landmaschine fuhr an diesem Tag ganz geschmeidig über unsere Parzellen und die Zinken des Grubbers konnten dabei das Erdreich bis in circa 30 cm Tiefe bearbeiten. Ein echt gutes Ergebnis.
Warum wurde nur die Hälfte des Ackers maschinell bearbeitet? Da wir in unserer kleinen Ackergemeinschaft verschiedene Interessen und Ideen vertreten, haben wir uns im letzten Jahr gemeinsam für eine neue Aufteilung des Ackers entschieden. Seitdem sind die Parzellen in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt. Zwei kleine Streifen (1,5 m), einer am Rand und einer in der Mitte des Ackers werden überhaupt nicht mehr bearbeitet. Diese Bereiche können dauerhaft bepflanzt oder auch als Permakulturstreifen genutzt werden. Die restliche Anbaufläche ist in zwei Hälften geteilt. Den „Sommerstreifen“ und den „Winterstreifen“. Diese beiden Bereiche wechseln von Jahr zu Jahr. Eine Hälfte wird im einen Jahr maschinell bearbeitet, die andere im nächsten. So ist es möglich, auf dem „Winterstreifen“ auch Kulturen wie Rosenkohl, Grünkohl, Palmkohl, Sprossenbrokkoli oder Ackersalat über den Winter stehen zu lassen und zu ernten, aber auch im Frühjahr mit Spinat, Dicken Bohnen, Erbsen oder einer Gründüngung zeitig loszulegen.
Bis Ende März: Jetzt dreht sich alles um die Voranzucht und die Beetplanung. Gespannt warten wir darauf, dass die Sonnenstunden zunehmen und der Boden sich ausreichend erwärmt. Die ersten Kulturen, die im Haus gesät werden können, sind unter anderem die Nachtschattengewächse wie Paprika, Physalis, Tomatillos, Auberginen, Tomaten. Mit der Vorkultur steigt auch die Vorfreude! Diese teilen wir in unserer Chatgruppe beim Austausch erster Ideen und bei Begegnungen am Hof. Für die Freilandkulturen müssen wir uns noch ein wenig geduldigen. Aber Gemüsesorten wie Karotten, Radieschen, Spinat, Erbsen, Frühlingszwiebeln und Kopfkohl sitzen in den Startlöchern und können in den Boden, sobald dieser frostfrei bleibt. Ein letzter Arbeitsschritt im Frühjahr wird die zweite Bearbeitung des Ackerstreifens mit der Kreiselegge sein. Die Kreiselegge sorgt dafür, dass letzte Gründüngungs- und Mulchreste zerkleinert werden. Zudem lässt sie den Boden feinkrümmelig zurück.
Beetplanung, Fruchtfolge, biologische Düngung, Bodenverbesserung… – wie geht das? Um in unserer KleinLawi dabei zu sein, muss keiner Experte sein. Um Anfänger*innen den Start zu erleichtern oder als Fortgeschrittene*r hin und wieder neue Impulse zu bekommen und aus dem Erfahrungsschatz anderer zu lernen, veranstalten wir Kurse oder machen gemeinsam Ausflüge. So auch Anfang dieses Jahres – ein Kurs zum biologischen Gärtner 1×1. Umweltpädagoge Mathias Küchler nahm uns in seinem dreiteiligen Gartenkurs mit in seine 30-jährige Erfahrung und erklärte uns seine ganz persönlichen Tricks, wie biologisches Gärtnern klappen kann.
Mittlerweile werden 17 Parzellen in einer Größe von ca. 100 m² (19 m x 5 m) bewirtschaftet, wobei einige Mitglieder sich eine Parzelle teilen.
Wir freuen uns immer über neue Leute, die unsere Ackergemeinschaft mit ihren Ideen und ihrem Engagement bereichern. Die Anbaumöglichkeiten sind so verschieden und individuell, wie die Menschen unserer kleinen Gruppe. So wächst auf dem Acker eine immer größere Vielfalt an Gemüse, Stauden, Blumen und Büschen.
Wer jetzt ebenfalls Lust bekommen hat, eine oder eine halbe Parzelle zu bewirtschaften, für dieses Jahr ist noch eine halbe Parzelle zu vergeben, und wir führen gerne eine Warteliste für die nächste Saison.
Du hast Interesse an solidarischer Landwirtschaft?
Wir sind offen für deine Fragen zur Gemüsekiste, den Ackerparzellen, Veranstaltungen oder dem Kartoffelprojekt.
E-Mail an solawi@solawi-ammerbuch.de
Dein Kernkreis (Ulli, Jessi, Helmut und Caroline)