Gut 20 Teilnehmer folgten am 23.4.2026 den Ausführungen des Klimaexperten Ralf Roschlau zum schwer verdaulichen Thema Klimagerechtigkeit.
Danach erhitzt sich die Erde seit 1960 kontinuierlich durch den Ausstoß von Treibhausgasen (THG). Der auf Weltklimakonferenzen beschlossene Versuch, den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen, ist gescheitert, das 2°‑Ziel ist in Gefahr.
Die Folgen: häufigere und intensivere Hitzewellen mit Wasserknappheit, langen Dürreperioden und verheerenden Waldbränden. Sie bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen genauso wie enorme Überschwemmungen durch Unwetter und durch den Anstieg des Meeresspiegels.
Was und wer treiben den Klimawandel? Grob eine Hälfte der Treibhausgase (THG) werden im Verkehr, durchs Heizen und durch Ernährung ausgestoßen, die andere Hälfte durch Stromerzeugung, Industrie und sonstigen Konsum. Dies geschieht durch das Betreiben einer kleinen Minderheit von Ländern: 81 % der THG‑Emissionen entfallen auf die G20‑Staaten mit China, USA und Europa als größten Verursachern.
Innerhalb der reichen Länder verursacht wiederum eine kleine Minderheit den größten THG‑Ausstoß. Die Macht der Finanzwirtschaft hat zu einer enormen Geldvermehrung privater Vermögen und deren krass ungleicher Verteilung geführt. Wer viel Geld besitzt, lebt in der Regel klimaschädlicher, Menschen mit kaum Vermögen leben kaum klimaschädlich.
Das reichste 1 % der Weltbevölkerung verantwortet, laut Oxfam, 48 % der THG-Konsumemissionen, die ärmsten 50 % der Menschen nur 10 % THG-Ausstoss.
Mehrfach betonte der Referent, dass es dabei nicht um eine billige Neiddebatte, sondern um die Faktenlage bezüglich Klimagerechtigkeit geht.
In der Diskussion wurde intensiv nach Lösungen gesucht: Wie können der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und die Schadensregulierung der armen Länder finanziert werden? Eine Finanztransaktionssteuer von nur 0,15 % für die absurd Superreichen einerseits sowie der Stopp der Subventionen für die Öl- und Gasindustrie würden mehrere hundert Mrd. € einbringen und die Forderungen der Klimakonferenzen erfüllen. Deutschland allein leistet sich laut UBA 60 Mrd. umweltschädliche Subventionen, 30 Mrd. davon direkt klimaschädlich im Verkehr.
Mit viel Applaus und weiteren Gesprächen am Büchertisch endete die aufschlussreiche Veranstaltung.
Nächster Termin des Klimaforums: Klima-Stammtisch im Sportissimo, Talstraße 25, OSU Sülzbach (Pizzeria am Sportplatz) ab 19.00 Uhr