
Deutschland 2025, 112 Minuten
Deutsche Originalfassung| FSK: ab 6
Regie: Wolfgang Becker, Achim von Borries
Drehbuch: Constantin Lieb, Wolfgang Becker
Bildgestaltung: Bernd Fischer
Montage: Jörg Hauschild
Produktion: Stefan Arndt, Achim von Borries
DarstellerInnen: Charly Hübner, Leon Ullrich, Christiane Paul, Leonie Benesch, Daniel Brühl, Eva Löbau, Thorsten Merten, Katarina Witt, Jürgen Vogel, Peter Kurth, Bernhard Schütz
Die Rolle des Helden vom Bahnhof Friedrichstraße scheint Charly Hübner auf den Leib geschrieben zu sein. Der phlegmatische und in den Tag hinein lebende Micha Hartung, den Charly Hübner spielt, betreibt die Videothek „The Last Tycoon“ in Ostberlin. Aber im Jahr 2019, in dem die Geschichte spielt, ist die Nachfrage nach Videos eingebrochen und die Videothek steht vor der Pleite. Hartung ignoriert alle Mahnungen und Vollstreckungsbescheide und ist finanziell am Ende. Aber dann bietet sich ihm eine Chance: Ein Journalist hat beim Studium von Stasi-Akten herausgefunden, dass Hartung an der Massenflucht im Jahr 1984 beteiligt war, als eine Ostberliner S-Bahn wegen einer verstellten Weiche mit 127 Insassen in den Westen fuhr. Hartung, der für die Story Geld angeboten bekommt, akzeptiert wahrheitswidrig die ihm zugeschriebene Rolle als Drahtzieher der Massenflucht und lässt sich in den Medien und im politischen Berlin als Held feiern. Hartung, dessen Frau und Tochter ihn kurz nach dem Mauerfall verlassen haben, lernt sogar eine neue Frau kennen, die bei der Massenflucht in der S-Bahn saß. Zwar gibt es auch Zweifel an der erfundenen Geschichte, aber die Story lässt sich einfach zu gut vermarkten.
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße ist die letzte Regiearbeit von Wolfgang Becker, der auch bei Good Bye, Lenin! Regie führte und kurz nach Ende der Dreharbeiten verstarb.
Die Geschichte ist frei erfunden, der Film ist die Adaption eines Romans von Maxim Leo aus dem Jahr 2022. Hintergrund ist allerdings eine wahre Geschichte aus dem Jahr 1961.
Der Film zeigt ironisch, witzig und auch liebevoll, wie die Geschichte und Geschichten durch die Medien verändert werden können, wenn die Bedürfnisse und Sehnsüchte des Publikums dadurch befriedigt werden.
(Gerhard Kiefer)
Dieser Film wird am 04.03.2026 ebenfalls im guckloch Kino in Villingen gezeigt.


