„Requiem“ am Totensonntag – und dazu noch ein „Gloria“. Passt das zusammen? Das „Requiem“, die Totenmesse, ein musikalischer Abschied von Verstorbenen, endend mit „Ins Paradies mögen Engel dich geleiten“. Das „Gloria“ hingegen ist der Lobgesang der Engel und Ausdruck von Gottes Herrlichkeit.
Melanie Jäger-Gubelius, hauptamtliche Kirchenmusikerin der Kath. Seelsorgeeinheit Leimen-Nußloch-Sandhausen, hat beide Elemente in ihrem Programm eindrucksvoll miteinander verbunden. Ab dem Jahr 2026 übernimmt sie zusätzlich die neu geschaffene Position der „Teamleitung Kirchenmusik“ und erweitert damit ihre bisherige Teilzeitstelle auf eine Vollzeitstelle.
Groß der Beginn des Abends: der feierliche Einzug der Sängerinnen und Sänger zum vom Heidelberger Kantatenorchester vorgetragenen „Trauermarsch“ von Mendelssohn. Die Dirigentin hatte den Abend fest im Griff: teils gewaltig und kraftvoll präsentierte sich das Orchester zu Beginn in den „Dies Irae“ aus den Requien von Dvořák und Mozart. Dann wieder ganz dezent im „Requiem“ von Fauré – Orgel, Harfe und Orchester begleiteten einfühlsam den Vortrag des Chores und der Solisten Anabelle Hund, Sophie Sauter, Martin Steffan, Jens Hamann.
Stimmgewaltig der große Chor, mal gemeinsam, mal in reinen Männer- oder Frauenstimmen. Schwungvoll, leise, romantisch – an diesem Abend war für jeden etwas dabei.
Wie im ausführlichen Programmheft zu lesen war: „Musik trägt uns durch Momente, in denen Worte fehlen, und erinnert uns an das, was wirklich zählt. Sie heilt, bewegt, lässt uns träumen. Und manchmal sagt ein Lied mehr als tausend Gedanken.“
Vanessa Dutoit trug sehr atmosphärisch zwei stimmungsvolle Texte vor, der erste Text als Einleitung zum „Requiem“, der zweite als Brücke zum „Gloria“-Teil. Auf der Homepage www.kath-LNS.de/Kirchenmusik nachzulesen. Dort finden Sie auch weitere Bilder.
Im zweiten Teil des Konzertes erklangen feierlich das „Gloria“ von Vivaldi und das „Gloria“ aus der Krönungsmesse von Mozart, sowie „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus der „Schöpfung“ von Haydn.
Nach langanhaltendem Beifall und stehenden Ovationen konnten die Zuhörer in der vollbesetzten Dreifaltigkeitskirche noch eine Zugabe genießen – kraftvoll und beschwingt von Chor und Orchester mit großer Freude musiziert.
Herzlichen Dank an Melanie Jäger-Gubelius und an alle Mitwirkenden.
Gabriele Herb