Mit Vorschusslorbeeren bedachte Kerweparre Nils Drücker die drei neuen Hoheiten, deren Häupter nun die Kronen zieren: Louisa I. wurde mit ihren Prinzessinnen Désirée und Johanna am Samstagabend im Rahmen des 64. Wein- und Blütenfestes gekrönt. Mit dabei etliche Hoheiten aus der Region, die Vertreter der befreundeten Vereine und etliche Gäste, die den neuen Hoheiten ihre Aufwartung machten.
„Es ist mir eine große Ehre und es erfüllt mich mit Stolz, Sie als 64. Weinkönigin zu begrüßen.“ Das war der erste Satz, den Louisa als Hemsbachs neue Regentin sprach. Das Amt, das kennt sie. Zumindest in ähnlicher Form. Sie habe 2023/24 ein unvergessliches Jahr erlebt, verwies sie auf ihre Zeit als Prinzessin. Die Freude auf das jetzt kommende Jahr sei in Anbetracht der Erinnerungen umso größer. Als Königin ginge für sie ein Traum in Erfüllung. „Hemsbach ist meine Heimatstadt“, sagte die gebürtige Marburgerin, die aber schon als Kind mit ihrer Familie zurück an die Bergstraße zog. Nun liege ein spannendes Jahr vor den Dreien, mutmaßte Louisa.
Keine neue Regentin ohne eine alte. Für Svenja I. war es, zusammen mit ihren Prinzessinnen Emmy und Jenni, der letzte Auftritt als Hemsbachs Weinkönigin. Zwei Jahre hatte sie die Stadt vertreten. Mehr als 35 Auftritte allein im vergangenen Jahr lagen hinter ihr und ihren Prinzessinnen, als die drei am Samstagabend ins Festzelt einzogen. Besonders in Erinnerung waren ihnen der Umzug in Groß-Umstadt – „So nass wurden wir im gesamten Jahr nicht“ – und die Einladung zum Spiel der Adler Mannheim samt Interview. Verständlich, dass gerade letzteres ein Highlight war für die drei bekennenden Adler-Fans. Und wie man sie kannte, so verabschiedeten sie sich: locker, gutgelaunt und mit einem Glas Wein, das nach dem weinseligen Spruch dann auch direkt auf ex in die Kehle floss. „Ihr habt die Stadt bravourös vertreten“, lobte Bürgermeister Jürgen Kirchner die Drei. „Es sind wunderbare Fußstapfen, in die ich trete“, fand auch Neu-Königin Louisa anerkennende Worte für ihre Vorgängerin. Die kamen auch von Kerweparre Nils Drücker, der seine Schwester an dieser Stelle verabschiedete. Er sei stolz auf sie, so der Parre. Svenja habe die Krone mit Herzblut getragen. Lob gab es auch für ihre Prinzessinnen, die „Prachtexemplare“. Dass sie nicht nur in ihrer Wochenendfamilie beliebt waren, zeigte der Applaus im Zelt, das an diesem Abend äußerst gut besetzt war.
Seit Wochen seien die Helfer mit der Organisation beschäftigt, hätten am Dienstag zuvor mit dem Aufbau begonnen und nun auch noch Schichten zur Bewirtung übernommen. Der Dank der Vorsitzenden des Verkehrsvereins, Jutta Böhler, ging daher an diesem Abend neben den Hoheiten auch an die zahlreichen Helfer. Dem schloss sich auch Bürgermeister Jürgen Kirchner an. „Dank an alle, die die Tradition hochhalten.“ Ohne sie wäre das Fest nicht möglich, konstatierte auch Neu-Prinzessin Désirée.
Während Bürgermeister Jürgen Kirchner, Schriesheims Weinhoheiten und Kerwe- und Heimatvereinsvorsitzender Patrick Gauch den neuen Hemsbacher Hoheiten ein unvergessliches, bezauberndes oder auch ehrfahrungsreiches Jahr wünschten, nahm noch ein anderer Akteur des Abends Abschied. Kerweparre Nils Drücker kündigte an, dass dies nach zwei Amtsjahren sein letzter Auftritt in Amt und Würden sei. Er hänge den Zylinder an den Nagel. „Es war mir eine Ehre, euer Parre zu sein“, so Drücker. Damit ist klar: An diesem Abend endete nicht nur die Regentschaft einer Königin, sondern auch die Doppelherrschaft der Familie Drücker im Kerwegeschehen der Region und speziell in Hemsbach. (cs)



