
Das dachte sich auch die kunstbegeisterte Chiara, die dieses Jahr erst (oder schon) in die Schule kommt, denn sie schaffte es, gemeinsam mit ihren Eltern bald die vollen zwei Stunden lang alle drei Stockwerke der aktuellen Mitgliederausstellung des Kunst- und Kulturvereins Süßen zu erkunden und mit vielen der fast komplett anwesenden Künstlerinnen und Künstler ins Gespräch zu kommen. Da entdeckte auch der Papa in den märchenhaften „Erzählbildern“ Maren Reuters im 3. Stock eine ganze Reihe an Kinderfiguren und Fantasiewesen. Einen Stock tiefer erläuterte Elfriede Eleuther einigen Besuchern die sehr persönliche Entstehungsgeschichte ihrer Aquarelle rund um den einstmals besetzten Teil Berlins, samt Todesstreifen entlang der Mauer und dem Brandenburger Tor. Erst diese Erläuterungen machen diese Bilder zu historischen, einzigartigen Kunstwerken und Zeitzeugnissen. Andere Besucher tauschten sich in Englisch mit der Künstlerin Natalia Riabova aus, deren Lebensreise von Osteuropa über Amerika nach Deutschland führte und die von der besonderen künstlerischen Atmosphäre im ukrainischen Odessa erzählte. Und wieder entdecke ich Chiara, wie sie sich im Foyer von der Unterwasserwelt der großen Formate von Ingrid Zeeb verzaubern lässt oder sich respektvoll den lebhaften Brandungsbildern nähert. Gut, dass die Mama dabei ist.
Solche und ähnliche Erlebnisse machten die 9 anwesenden Künstler an diesem Vormittag und freuten sich über den Austausch mit den etwa zwei bis drei Dutzend Besuchern aus allen Generationen. Und das ist das Schöne an solchen Angeboten: Während manchen „Älteren“ bei Vernissagen - die ja meist noch in der Dunkelheit des Abends stattfinden - der Trubel einfach zu groß ist, konnte man heute mit Gehilfen oder seinem Rollator (also seinem auf Schrittgeschwindigkeit gedrosselten Rennwagen) in aller Ruhe und unbedrängt durch die Gänge „cruisen“. Dazu war die Bildergalerie wieder bestens ausgeleuchtet, was an diesem Vormittag der Bürgermeister und Vorstand des Kunst- und Kulturvereins Marc Kersting höchstpersönlich selbst in die Hand nahm.
Ganz herzlichen Dank für Ihr Interesse an dieser einzigartigen, weil sehr vielseitigen Ausstellung. Ein Besuch der Ausstellung ist noch einige Wochen möglich und für eine eventuelle Kontaktaufnahme haben die Künstler kleine Visitenkarten bereitgelegt oder man besorgt sich gleich bei Frau Eisele einen „roten Punkt“ und sichert sich damit sein Lieblingsbild für die eigenen vier Wände.
Dietmar Kriegstötter, für den Kunst- und Kulturverein Süßen
5. Dezember 2025 bis 15. Februar 2026 (eventuell gibt es eine Verlängerung, Infos folgen)
Mo., Di., Do. 8 -12 Uhr und 14 -16 Uhr
Mi. 14 -18 Uhr und Fr. 8 -13 Uhr