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Farbexplosion und die Kraft der Natur

Kunstwerk des Monats April: Das "Spargelmädchen" von Becker

In dieser Reihe erläutern wir die Hintergründe verschiedener Kunstwerke aus mehreren Epochen. Dieses Mal: Das "Spargelmädchen" von Bernhard Becker.
Gemälde "Spargelmädchen" von Bernhard Karl Becker.
Der Betrachter sieht in Bernhard Karl Beckers "Spargelmädchen" eine wahrhaftige Farbexplosion.Foto: Stadt Schwetzingen

Kunst ist in Schwetzingen immer präsent - ob in Galerien oder im öffentlichen Raum. Zahlreiche Künstler arbeiteten über die Zeit in Schwetzingen, manche nur kurz, andere länger. Jeden Monat präsentieren wir ein Schwetzinger Kunstwerk, das nicht jeder kennt und über das es jede Menge zu erfahren gibt.

Passend zur Gemüsesaison geht es im Monat April um das „Spargelmädchen“ von Bernhard Karl Becker. Kunsthistorikerin Dr. Barbara Gilsdorf im Expertengespräch.

NUSSBAUM.de: Welchen Bezug hat Bernhard Karl Becker zu Schwetzingen?

Dr. Barbara Gilsdorf: Der gebürtige Pforzheimer Bernhard K. Becker lebte seit 1946 in Schwetzingen. Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule seiner Geburtsstadt war er – wie sein Vater – als Emailmaler tätig. Während seines Studiums an der Accademia di Brera in Mailand erhielt er die ersten Aufträge als Restaurator. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland studierte er an der Karlsruher Akademie als Meisterschüler bei H. A. Bühler.


Der Künstler strebt nach eigenen Angaben die „Glückseligkeit des Zustandes“ an – wie viel davon ist im „Spargelmädchen“ zu erkennen?
Gilsdorf: Diese Aussage tätigte Bernhard K. Becker bezüglich der Erstellung von Landschaftsbildern. Reale Landschaften waren für ihn die Verkörperung einer „Glückseligkeit des Zustandes“. In der Übertragung im – in diesem Falle - Figurenbild gab er dieser Empfindung durch eine auffallende und positive Farbigkeit Ausdruck.

Welche Rolle spielt die auffallend leuchtende Farbgebung?
Gilsdorf: Bernhard K. Becker überhöhte durch diese wahrhaftige Farbexplosion ein einfaches Landmädchen zu einem Symbol für die eruptive Kraft der Natur und des frühlinghaften Werdens.

Gibt es von ihm noch weitere Gemälde in diesem Stil?
Gilsdorf: Ein solches ist mir nicht bekannt. Eine inhaltliche Nähe bezüglich einer Huldigung der Natur würde ich im Deckengemälde „Pan“ im 1. OG des Palais Hirsch am ehesten sehen. Hier erhielt der Hirten- und Naturgott, dargestellt inmitten von rankendem Weinlaub und mit dem ihm zugeordneten Requisit Panflöte, eine malerische Hymne.

Wie würden Sie den eigenen Stil des Künstlers beschreiben?
Gilsdorf: Bernhard Becker hatte eben keinen typischen Stil, er jonglierte meisterhaft mit unterschiedlichen Stileinflüssen der figürlichen Kunst. Eine Reihe von Beispielen ist im Schwetzinger Rathaus ausgestellt.

Inwiefern waren die Arbeiten als Restaurator bedeutend für Schwetzingen?
Gilsdorf: In Schwetzingen machte sich Bernhard K. Becker als Restaurator einen Namen. Das sogenannte „Ende der Welt“ im Schwetzinger Schlossgarten und einige Malereien im Badhaus gelten als die berühmtesten Beispiele seiner Restaurierungskünste.

Die Fragen stellte Dominik Ralser.

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von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
01.04.2026
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