Eine überaus positive Bilanz zieht das Kuratorium Nachbarschaftshilfe Gaggenau zum Vergabejahr 2025. Exakt 18642,76 Euro wurden an acht Projekte in Gaggenau ausgeschüttet. Die gute Nachricht: Auch 2026 stehen ausreichend Gelder für Aufgaben der Familienarbeit, der ambulanten Altenhilfe sowie der offenen Kinder- und Jugendhilfe in Gaggenau und Umgebung zur Verfügung. Auch Schulsozialarbeit kann finanziell unterstützt werden.
Formaljuristisch ist das Kuratorium Nachbarschaftshilfe Gaggenau eine Zustiftung der Stiftung Diakonie Baden mit Sitz in Karlsruhe. Mit dem finanziellen Volumen, das der im Jahr 2007 aufgelöste Verein Nachbarschaftshilfe eingebracht hat, gehört er zu den großen Zustiftern der Stiftung Diakonie Baden. Als im Sommer 2025 die Stiftung ihr 20-jähriges Bestehen im Stephanienbad Karlsruhe mit zahlreichen Gästen feierte, stellte deren Geschäftsführer, Pfarrer Volker Erbacher, die Bedeutung des Gaggenauer Kuratoriums mit seinem Vorsitzenden Rüdiger Schmiedke besonders heraus. Der Gaggenauer Schmiedke ist quasi ein „Mann der ersten Stunde“ der Nachbarschaftshilfe: Im Jahr 2026 sind es stolze 50 Jahre, in denen er ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen für diese Institution und damit für mehrere Einrichtungen und die Gaggenauer Bürgerschaft tätig ist.
Das ehrenamtlich tätige Kuratorium zählt fünf Mitglieder (vier aus dem Murgtal plus ein Vertreter der Stiftung Diakonie Baden) und entscheidet bei zwei Vergabesitzungen jährlich mit Mehrheitsbeschluss, welche der vorliegenden Anträge eine Zuwendung erhalten sollen. Ein mindestens zehnprozentiger Eigenanteil des Antragstellers wird dabei stets vorausgesetzt. Wo staatliche Gelder entweder gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, können die Leistungen des Kuratoriums passgenau wirken.
Manchmal machen sie sogar eine Maßnahme erst möglich: Das gilt beispielsweise für das auf drei Jahre angelegte Projekt „Prävention für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten und dysfunktionalen Familien“ in Regie der Fachklinik Fischer-Haus in Gaggenau-Michelbach. Mit dreimal je 7000 Euro wurde seit 2023 der Großteil der Personalkosten für die Betreuung der Kindergruppe „Lichtblick“ (11 bis 15 Jahr alt) gestemmt, um Kontinuität zu gewährleisten. Durch gezielte Hilfe soll erreicht werden, dass Kinder aus Suchtfamilien gar nicht erst in die Drogenabhängigkeit abrutschen.
Weitere 2500 Euro gingen an den Verein Lebenswertes Murgtal für sein Präventionsprojekt „Gewalt an Schulen“. Der Vorbeugung an Bildungsstätten kommt eine große Bedeutung zu, weil dort Bedrohungen bis hin zu gewalttätigen Aktionen zum wiederkehrenden Thema geworden sind.
Weitere Gelder flossen an Kindergärten in Gaggenau, etwa für ein Lesesofa in Hörden oder für ein neues Tipi im Kindergarten Oberweier. Unterstützt wurde auch die Stadtbibliothek der Benz-Stadt bei der Anschaffung mehrsprachiger Bücher und bei der Vorleseaktion „Sprachreise für Familien“; hier sind Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen eingeladen, miteinander in Kontakt zu kommen.
Bewilligt wurde wieder eine Schulranzenspende für bedürftige Familien; bei der Auswahl der Empfänger arbeiten Stadtverwaltung Gaggenau, die Kindergärten und das Kuratorium eng zusammen. Unterstützt wird 2025 wie auch 2026 der Förderantrag „Bewegte Apotheke in Gaggenau“.
Alle Maßnahmen zusammengerechnet, summieren sich die Auszahlungen des Kuratoriums Nachbarschaftshilfe Gaggenau für das Jahr 2025 auf 18642,76 Euro. Nur die jährlichen (Zins)Erträge aus dem „Erbe“ der 2007 als Verein aufgelösten Nachbarschaftshilfe werden ausgeschüttet, der Kapitalstock bleibt erhalten. Er steht auch in Zukunft für soziale und präventive Projekte zur Verfügung – ganz im Sinne des Grundgedankens der Nachbarschaftshilfe Gaggenau und ihrer Gründerin und langjährigen Leiterin Elfriede Bentz.
Service
Die nächste Vergabesitzung des Kuratoriums findet im Mai 2026 statt. Schriftliche Förderanträge hierfür können bis zum 15. März eingereicht werden: Beim Kuratoriumsvorsitzenden Rüdiger Schmiedke, Konrad-Adenauer-Straße 94, 76571 Gaggenau, Mail: mschmiedke@web.de. Bei ihm können auch die Vergaberichtlinien angefordert werden. Für Fragen und weitere Informationen steht der Kuratoriumsvorsitzende auch telefonisch unter 07225 / 71191 zur Verfügung.