
Der Nagolder Kurt Brei hatte bei der JRK-Gruppenstunde in Eutingen so tiefgehende Worte, dass die 15 JRKler sehr berührt und mit vielen Informationen zu Blinden ihre erste Gruppenstunde im Jubiläumsjahr abschlossen. Seit zehn Jahren (seit der Wiederbelebung) gibt es das Jugendrotkreuz in Eutingen. Daher sind einige besondere Ereignisse vorgesehen.
Eines davon war der Besuch von Kurt Brei mit seinem Hund Lando und seinem Begleiter Antonio – ein Erlebnis, das unter die Haut ging. Weil die langjährige und viel zu früh verstorbene Jugendleiterin Meral Celik selbst auf einem Auge blind war, lag der Jugendleitung so viel an dieser wichtigen Begegnung. Und auch die Familie schätzte das Engagement von Kurt Brei und seinem Team wert.
Als das Jugendleiter-Team bei Kurt Brei anfragte, ob er über seine Blindheit berichten würde, sagte er gleich zu. Begeistert waren 15 Kinder und die Jugendleitung von der tollen Gruppenstunde. Sie erfuhren nicht nur sehr viel zur Braille-Schrift, sondern auch über Blindenhunde und zur "Aktiven Selbsthilfegruppe Miteinander für Behinderte und Nichtbehinderte e. V. Nagold" (kurz ASM).
Rührende Worte hatte Kurt Brei für die drei Geburtstagskinder, für die das JRK ein Geburtstagslied sang. "Ihr seid ein Geschenk. Ihr seid einmalig", betonte Kurt Brei und zeigte den Kindern, wie wichtig Wertschätzung und Liebe sind. Bald schon erkannten sie, dass der Nagolder Stadtrat viele Schicksalsschläge erleben musste. Trotzdem zeigte er große Stärke durch sein großes Herz und seine liebenswerte Art.
"Wen fragt man eher nach dem Weg? Einen Bettler, der einen Mann im schönen Anzug?", fragte Kurt Brei in die Runde. Damit zeigte er den Kindern, dass blinde Menschen keine Vorurteile aufgrund des Äußeren eines Menschen haben. Soziale Kompetenzen vermittelte er spielerisch: "Wenn man Menschen auslacht, dann ziehen sie sich zurück und dann rutschen sie in die Einsamkeit." Die Kinder lernten, dass jeder Mensch einem anderen eine Hilfe sein kann.
Für jeden hatte Kurt Brei ein Kuvert zusammengestellt. In diesem befand sich ein persönliches Anschreiben für jedes Kind – in Blindenschrift. Geburtstagskind Maya erhielt als Erste ihr persönliches Kuvert. Die Horberin fand darin Informationen zur Braille-Schrift (Blindenschrift). Sie schaute sich alles genau an und entdeckte auch den Flyer zur wertvollen Vereinsarbeit von Kurt Brei bei ASM.
Dieser lernte gemeinsam mit den Kindern an einer Magnetwand das ABC und die Zahlen in Braille-Schrift. Etwa ein Vierteljahr braucht ein blindes Kind, um die Schrift zu lernen.
Zudem gab er jedem einen Text als Hausaufgabe mit. Nele war die Erste, die ihn herausfand:
"Du bist etwas ganz Einmaliges und etwas ganz Besonderes. Daher mache immer das Beste aus deinem Leben. Du bist ein großes Wunder."
Ebenso faszinierend wie die bisherige Gestaltung war auch die Erklärung zum Blindenführhund Lando. Der Labradoodle hatte die höchste Ausbildung erhalten, die ein Hund erfahren kann. Ein Blindenführhund wächst in einer Patenfamilie auf. Ein Jahr lang darf er alles erleben, zum Einkaufen mitgehen, im Straßenverkehr klarkommen und vieles mehr. Dann kommt der Hund in die Schule. Ob Verkehrssicherheit oder Schussfestigkeit – einiges wird ihm beigebracht.
"Er darf nicht beißen", erklärte Kurt Brei. Zudem werden ihm 40 Begriffe in drei Sprachen so beigebracht, dass er richtig handelt.
Wie dieses Handeln aussieht, zeigte Kurt Brei mit praktischen Beispielen. Begriffe wie Ampel, Türe, Eingang und Schalter deutete der Hund richtig. Die Kinder durften mit Stühlen den Weg nach draußen versperren.
Lando zeigte Kurt Brei den richtigen Weg bis zu der Tür, in die er hineingekommen war. Bei Hindernissen, wie einem Besen, hielt er an und zeigte seinem Kurt so: "Da geht’s nicht weiter."
Großen Applaus erhielt das Herzens-Gespann. Das Ehrenamt von Kurt Brei und allen Engagierten berührte Demet und Ali von Angels of Hairstyle aus Eutingen so sehr, dass sie Kurt 200 Euro für den Verein ASM spendeten.
Ein großes Dankeschön spricht das DRK Kurt, seinem Hund Lando und Begleiter Antonio aus. Ein lehrreicher Abend mit viel Tiefgang, ging viel zu schnell wegen der Bereitschaftsleiterwahl und dem hohen Krankheitsstand, vorbei. Ein unvergessliches Erlebnis, das hoffentlich eine Wiederholung findet.