Tatsächlich ist „Anpfiff ins Leben“ eine Erfolgsgeschichte mit vielen Gesichtern. Dies wurde bei einem besonderen Unternehmerabend mit zahlreichen Vertretern aus Sport, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, der ganz im Zeichen des runden Jubiläums stand und an einem geschichtsträchtigen Ort, der Häuselgrundhalle in Zuzenhausen, über die Bühne ging, deutlich. Hier wurde vor einem Vierteljahrhundert das inzwischen bundesweit etablierte Konzept „Vereine stärken – Jugend fördern“ erstmals öffentlich vorgestellt.
Die Fakten, die zu Beginn der kurzweiligen Veranstaltung in einem Videorückblick gezeigt wurden, sind eindeutig. Über 3.000 Kinder und Jugendliche sind pro Jahr in insgesamt elf Förderzentren der Region am Start. Diese werden von 60 Mitarbeitern, 120 Lernbegleitern und 300 Trainern auf ihrem Weg ins Leben unterstützt, wie Moderatorin Jessica Schöne betonte. Die bekannte Fernsehmoderatorin ist seit zwei Jahren Botschafterin bei „Anpfiff ins Leben“, führte souverän durch den Abend und ließ in den Interviews auf der Bühne mit langjährigen Wegbegleitern, Unterstützern und Verantwortlichen die Erfolgsgeschichte des Vereins deutlich werden. So wie Andrea Backes, einer Mitarbeiterin und „Mädchen für alles“ der ersten Stunde, die manche Anekdote zum Besten gab und lachend erzählte, wie sie Hansi Flick oder Ralf Rangnick kennenlernte.
In einer Videobotschaft erinnerte Dietmar Hopp an den vor zwei Jahren verstorbenen Gründervater und Macher Anton Nagl, für den Kinder und Jugendliche das Allerwichtigste waren und der dem Verein ein Gesicht gab. Jessica Schöne hatte auch dessen Witwe Marianne Nagl auf die Bühne geholt. Ebenso Philipp Schmidt.
Der Koordinator in Sachen berufliches Netzwerk spannte den Bogen von früheren Tagen bis in die Jetztzeit und betonte das einmalige Förderkonzept mit den vier Säulen Sport, Schule, Beruf und Soziales mit der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unter dem Schlagwort „Potenziale erkennen und fördern“. Beispiele gebe es genügend, wie Simone Born, zuständig für Vereinsführung und Beratung, ausführte. Neben Handball-Nationaltorwart und Rhein-Neckar-Löwe David Späth durchliefen auch die späteren Fußballprofis aus der Bundesliga, Jonas Hofmann und Niklas Süle, in ihrer Juniorenzeit das Förderprogramm mit dem Reifeprozess fürs Leben. Dies gilt auch für den beim SV Waldhof groß gewordenen Kevin Conrad (35), dem als Kapitän mit dem SV Elversberg der Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga gelang und der heute wieder bei seinem ersten Proficlub TSG Hoffenheim im Bereich „Technology & Consulting“ tätig ist.
Simone Born gab neben der Entwicklung des Vereins mit zentralen Meilensteinen auch Einblick in kommende Projekte, wobei besonders der „Anpfiff Vereint“-Kongress, der am 14. November in der PreZero Arena (die dann SNP-Arena Sinsheim heißt) stattfindet und zum Höhepunkt des 25-jährigen Jubiläums von „Anpfiff ins Leben“ werden soll, in den Fokus gerückt wurde.
In der Folge wurden auch Verleger und Netzwerker Winfried Rothermel sowie Tim Hofmann vom TSV Lingenfeld, der im Namen aller geförderten Vereine über die Vereinsberatung vor Ort berichtete, ausführlich über ihre Verbindung zu „Anpfiff ins Leben“ befragt. Ebenso Zuzenhausens Bürgermeister Hagen Zuber und der frühere Rathauschef Dieter Steinbrenner, der Jörg Albrecht ein gerahmtes Bild überreichte.
Das letzte Wort einer in jeder Hinsicht emotionalen Feierstunde gehörte dem früheren Sinsheimer Oberbürgermeister und zeitweiligen Präsidenten der TSG Hoffenheim. Der 57-jährige Jörg Albrecht, bei dem im Herbst 2024 eine unheilbare ALS-Erkrankung festgestellt worden war, fungiert seit dem 1. September 2024 als Erster Vorsitzender von „Anpfiff ins Leben“ und bedankte sich bei allen langjährigen Unterstützern, in erster Linie bei Dietmar Hopp und dessen Stiftung. Er erwähnte Anton Nagl und den früheren AiL-Vorsitzenden Dietmar Pfähler, lobte das Engagement der Unternehmer und Banken und sagte unter dem Beifall des Auditoriums: „Wir machen die nächsten 25 Jahre genauso weiter.“ Man sei voll motiviert, gehe positiv in die Zukunft und freue sich auf alles, was noch kommt. Und abschließend: „Die 360-Grad-Förderung ist das Fundament für die Zukunftsfähigkeit junger Menschen und das Rückgrat unserer Sportvereine.“
Mit der NUSSBAUM Stiftung hat Anpfiff ins Leben die NUSSBAUM Trainerschule ins Leben gerufen. Das innovative Konzept nach dem Prinzip der 360°-Förderung von Anpfiff ins Leben will Trainerinnen und Trainer aus Baden-Württemberg auch abseits sportlicher Pfade unterstützen und pädagogische Ansätze ins Training bringen.
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