
SC Blauer Turm Bad Wimpfen I – TSG Öhringen I
Endstand: 3,5:4,5
Es sollte leider nicht sein: In einem über viele Stunden hart umkämpften Mannschaftsspiel unterlag der SC Blauer Turm Bad Wimpfen dem Gegner aus Öhringen mit dem knappst möglichen Ergebnis. Betrachtet man den gesamten Verlauf, war Öhringen am Ende wohl um genau diesen halben Punkt besser.
Der Kampf begann ausgeglichen. Justus Link erreichte mit Schwarz nach einer präzisen Ausgleichskombination ein korrektes Remis. Ben Ebert geriet nach suboptimaler Eröffnungsentwicklung unter Druck und musste seine Partie abgeben. Morten Possemeyer zeigte dagegen eine starke Leistung und besiegte einen rund 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner.
Wilfried Adam kam sehr gut aus der Eröffnung, verlor jedoch im weiteren Verlauf die Kontrolle über die Stellung. Tomsilav Brkic erwischte keinen glücklichen Tag und unterlag nach strukturellen Problemen im Mittelspiel.
An den Spitzenbrettern kam Bad Wimpfen noch einmal heran: Jürgen Ditter spielte eine souveräne Partie und holte einen wichtigen Sieg. Jona Dörzbach zeigte große Moral – nach schwieriger Anfangsphase kämpfte er sich zurück, gewann Material und setzte seinen Gegner im 108. Zug matt. Eine herausragende, kämpferische Leistung.
Die Entscheidung fiel schließlich an Brett 2 bei Dr. Klaus Bernhard. In einer hochkomplexen, taktisch äußerst scharfen Partie opferte er mutig eine Figur und spielte lange auf Angriff. Die Stellung stand über viele Züge auf des Messers Schneide, mehrere Ergebnisse waren möglich. In akuter Zeitnot unterlief jedoch eine Ungenauigkeit, die sein Gegner konsequent ausnutzte – damit ging nicht nur die Partie, sondern auch der Mannschaftskampf verloren.
Tabellensituation und Ausblick
Durch diese Niederlage fällt Bad Wimpfen auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Die Lage bleibt jedoch offen:
Bad Wimpfen hat es weiterhin in eigener Hand: Zwei Siege gegen Neckarsulm und Neuenstadt sollten zum Klassenerhalt reichen.
Auch der Blick in die Verbandsliga Nord bleibt spannend. Schwäbisch Hall gilt als gerettet, Ludwigsburg sollte ebenfalls durchkommen. Lauffen hingegen trat zuletzt mehrfach geschwächt an und zeigt Auflösungserscheinungen – ein Rückzug ist nicht ausgeschlossen. Aktuell spricht vieles für zwei Absteiger aus der Landesliga.
Fazit: Bittere Niederlage, aber keine hoffnungslose Lage. Der Klassenerhalt bleibt realistisch – jetzt zählen Nervenstärke, volle Konzentration und vielleicht ein kleines Entgegenkommen von Caissa.

