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Heimatforscher aufgepasst

Landespreis für Heimatforschung 2026 - jetzt noch bewerben

Beim Landespreis für Heimatforschung treffen Tradition und Forschung aufeinander. Noch bis zum 24. April kann man sich bewerben.
Luftbild von Weinheim an der Bergstraße in Baden-Württemberg
Heimat aus allen Perspektiven beleuchtet: Der Landespreis für Heimatforschung macht es möglich.Foto: vasilyev ivan/iSTock/Getty Images

Heimat ist mehr als ein Ort – sie ist Geschichte, Kultur und gelebte Gemeinschaft. Genau dieses Engagement würdigt der Landespreis für Heimatforschung in Baden-Württemberg bereits seit 1982. Auch in diesem Jahr rufen die Landesregierung und der Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg wieder Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Vereine wieder auf, ihre Projekte einzureichen und damit ihre ganz persönliche Perspektive auf Heimat sichtbar zu machen.

„Heimat ist etwas Lebendiges. Wir gestalten sie mit und sie entwickelt sich ständig weiter. Heimat ist nicht nur ein Wort oder ein Gefühl – sie entsteht durch unser Handeln, unsere Beziehungen und unsere Erfahrungen. Dabei haben wir nicht die eine Heimat, sondern viele. Gemeinsam ist allen Heimaten: zugehörig, vertraut, geborgen und sicher zu sein. In diesem Sinne wirkt auch unser Landespreis: Er macht die bedeutenden Projekte der Heimatforschung sichtbar und würdigt das Engagement der Menschen dahinter. Mit ihren besonderen Geschichten nehmen uns die Preisträgerinnen und Preisträger mit auf eine spannende Reise – und lassen die kulturelle Identität, die Geschichte und Vielfalt Baden-Württembergs lebendig werden.“ Diese Worte von Staatssekretär Arne Braun anlässlich der letzten Preisverleihung in Weinheim 2025 erklären anschaulich, was hinter dem Preis steckt.

Heimat als zentrale Bezugsgröße

Seit der erstmaligen Verleihung im Jahr 1982 wurden viele bemerkenswerte wissenschaftliche Arbeiten vorgelegt. Auch im 21. Jahrhundert mit seiner offenen und diversen Gesellschaft bleibt Heimat eine zentrale Bezugsgröße für den Menschen und seine Identität. Für alle Generationen sind Fragen wie „Was und wo ist Heimat? Woher kommen wir? Wo gehöre ich hin?“ von grundlegender Bedeutung. Baden-Württemberg, im Südwesten Deutschlands und im Herzen Europas gelegen, bietet hier mit seiner reichen Geschichte, seinen Regionen, Städten und Dörfern zahlreiche Antwort- und Anknüpfungsmöglichkeiten. Hier auf Spurensuche zu gehen, ist das Anliegen des Preises. Dabei sollen verstärkt auch Schülerinnen und Schüler bzw. junge Menschen
angesprochen werden, für die eigene Preise ausgelobt werden.

Dr. Stefan Bosch, Preisträger 2025 im Porträt

Was wird gesucht?

Gesucht werden eigenständig erarbeitete Einzelwerke, die sich mit Themen rund um Baden-Württemberg beschäftigen, auf eigener Forschungsleistung beruhen und wissenschaftlichen Kriterien standhalten. Dazu zählen unter anderem Projekte aus und zu Orts- und Regionalgeschichte, Natur- und Umweltschutz, Kunst und Architektur, Dialekte und Brauchtum oder auch Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Bürgerbeteiligung. Ganz wichtig dabei ist: Die Arbeiten sollen unabhängig von einer wissenschaftlichen Ausbildung entstanden sein – also quasi ohne akademische Hintergedanken. Schon ausgezeichnete Preisträgerinnen und Preisträger werden nicht mehr berücksichtigt.

Themen

Arbeiten zu folgenden Gebieten, die in einer Verbindung zu Baden-Württemberg stehen, können insbesondere ausgezeichnet werden:

  • Orts-, Regional- und Landesgeschichte, auch im Hinblick auf ein zusammenwachsendes Europa
  • Neue Heimat in Baden-Württemberg
  • Heimatmuseen, Heimatforschung
  • Natur und Naturschutz, Landschaftsschutz,
  • Umweltschutz
  • Entwicklung und Geschichte von Technik und Industrie
  • Denkmalschutz, Dorferneuerung, Stadterneuerung
  • Kunst und Architektur
  • Dialektforschung, Literatur, Brauchtum
  • Volksmusik, Volkstanz, Tracht
  • Bevölkerung und Minderheiten
  • Bürgerengagement, Bürgerbeteiligung

Was kann man gewinnen?

Neben dem Hauptpreis in Höhe von 5.000 Euro werden weitere Preise vergeben – darunter zwei zweite Preise à 2.500 Euro, ein Jugendförderpreis sowie ein Schülerpreis (jeweils ebenfalls 2.500 Euro). Zusätzlich wird ein Preis für „Heimatforschung digital“ ausgelobt.

Nachwuchs forscht

Auch junge Menschen sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen: Für den Schülerpreis können Arbeiten eingereicht werden, die noch nicht vollständig wissenschaftlichen Kriterien entsprechen.

Eine unabhängige, ehrenamtlich tätige Jury bewertet die eingereichten Arbeiten bis Ende September. Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft anschließend das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die feierliche Preisverleihung ist für Donnerstag, 26. November 2026, in Oberkirch im Rahmen der Heimattage geplant.

Anna Pajdakovic, Jugendpreisträgerin 2025 im Porträt

Bis 24. April bewerben

Wer teilnehmen möchte, sollte sich beeilen: Bewerbungen sind noch bis zum 24. April 2026 möglich, für den Schülerpreis bis zum 19. Juni 2026. Nicht prämierte Arbeiten werden nach Abschluss des Verfahrens zurückgeschickt, ausgezeichnete Beiträge werden im Haus der Geschichte Baden-Württemberg archiviert.

Nächste Runde schon im Mai

Wichtig zu wissen: Ab 2027 ändert sich der Bewerbungszeitraum. Künftig läuft die Ausschreibung von Mai bis Oktober. Deshalb startet bereits im Mai 2026 die Ausschreibung und das Bewerbungsverfahren für das Folgejahr. Der Landespreis zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig Heimatforschung sein kann – und wie wichtig das Engagement vor Ort ist. Machen Sie mit und tragen Sie dazu bei, Heimat zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Weitere Infos in der Broschüre zur Bewerbung 2026 zum Download (pdf)

Die Liste der Landespreisträger seit 1982

Mehrere Menschen auf einer Bühne
Die Träger des Landespreises für Heimatforschung 2025 bei der Verleihung in Weinheim.Foto: Philipp Reimer

Rückblick: 2025

2025 zeichete das Land Baden-Württemberg sechs herausragende Projekte aus Neckartenzlingen, Elzach, Herrenberg, Nagold und Sternenfels mit dem Landespreis für Heimatforschung aus: Die eingereichten Arbeiten spiegeln die thematische Vielfalt der Heimatforschung in Baden-Württemberg wider – von Orts-, Siedlungs- und Naturgeschichte über Themen zur Migration bis hin zu lokalen Traditionen und Lebensläufen herausragender Persönlichkeiten. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Landesausschusses Heimatpflege sowie Persönlichkeiten aus der Forschung und dem Schulbereich, wählte aus 99 Bewerbungen die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Neben den mit einem Preisgeld von insgesamt 17.500 Euro dotierten Auszeichnungen wurden auch fünf Arbeiten mit Anerkennungsurkunden für das geleistete Engagement gewürdigt.

Erscheinung
exklusiv online
von pm/red
10.04.2026
Orte
Stuttgart
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Bildung
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