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Für den Wahlkreis 38 Neckar-Odenwald

Landtagskandidat Christian Ritter (FDP) im Gespräch

Zehn Fragen an den Kandidaten Christian Ritter (FDP) zur bevorstehenden Landtagswahl am 8. März 2026.
Profilbild von Christian Ritter vor weißem Hintergrund.
Christian Ritter.Foto: Daniel Mackert

Im Vorfeld der Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 08.03.2026 hat unsere Redaktion einige der Direktkandidaten befragt. Gestellt wurden insgesamt zehn Fragen aus unterschiedlichen Politikfeldern.

Für die Freien Demokraten geht im Neckar-Odenwald-Kreis der 39-jährige Christian Ritter ins Rennen. Der Feinwerkmechanikermeister und Unternehmer im Maschinenbau aus Haßmersheim gehört der FDP seit fünf Jahren an.

NUSSBAUM.de: Die Energie- und Lebensmittelpreise belasten viele Haushalte stark. Welche Instrumente halten Sie für wirksam, um Bürgerinnen und Bürger konkret zu entlasten?

Christian Ritter: Die Wirtschaft zu stärken. So sind für die Unternehmen auch steigende Arbeitslöhne umsetzbar. Gleichzeitig aber sollte man Energie nicht teurer machen, als unbedingt nötig – schauen wir dazu doch mal in andere EU-Länder!

NUSSBAUM.de: Laut Pestel-Institut gibt es in Deutschland, vor allem in Baden-Württemberg, einen massiven Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der sich in den nächsten Jahren verschärfen soll. Mit welchen Maßnahmen möchten Sie den Bau von neuen Sozialwohnungen unterstützen?

Ritter: Zum einen mit der „Abspeckung“ und der Vereinfachung der LBO – hier gibt es günstigere Umsetzungsmöglichkeiten, welche die gleiche Sicherheit bringen würden. Das andere wäre eine Finanzlösung, welche zum Beispiel wie folgt aussieht: Die Gemeinden bauen sozialen Wohnraum und erhalten dafür vom Bund einen Zuschuss. Für die eingenommenen Zinsen – sagen wir vier Prozent – erhält die Gemeinde zwei Prozent und der Bund zwei Prozent Zinseinnahmen. Somit wird gebaut und alle Träger haben auch etwas davon.

NUSSBAUM.de: Ist die aktuelle Kosten- und Aufgabenverteilung zwischen Land und Kommunen bei Kitas aus Ihrer Sicht gerecht? Sollte das Land mehr finanzielle Verantwortung übernehmen – und wenn ja, in welcher Form?

Ritter: Ja, wenn mehr Erzieherinnen und Erzieher benötigt werden, muss das Land hier auch eine entsprechende Unterstützung anbieten. Es sind im grün geführten Bildungsministerium noch circa 1.400 Planstellen unbesetzt, da diese „vergessen“ wurden. Besetzen wir doch erstmal diese!

NUSSBAUM.de: Viele Kommunen fühlen sich bei Migration und Integration überfordert. Wie schätzen Sie die Situation ein, und welche Ansätze halten Sie für besonders geeignet, um Städte und Gemeinden zu unterstützen?

Ritter: Migration ist eher eine Aufgabe des Bundes – dieser schiebt allerdings das Problem auf die Länder und Kommunen ab. Das muss aufhören, sofort! Die Lösung heißt mitunter auch Arbeitsmigration. Wer arbeiten will und Deutsch lernen möchte, ist hier im Lande gerne willkommen.

NUSSBAUM.de: Immer mehr Notfallpraxen schließen, auch die medizinische Versorgung auf dem Land ist oft lückenhaft. Welche Strategien würden Sie verfolgen, um eine flächendeckende und verlässliche Versorgung sicherzustellen?

Ritter: Zur Ausbildung von Ärzten den Zulassungsdurchschnitt auf ein normales Maß absenken und für die Beschäftigung die Bürokratie senken! So wie wir als einzige die Abschaffung der Regierungspräsidien und der Regionalverbände fordern.

NUSSBAUM.de: Der öffentliche Nahverkehr ist in vielen Regionen unzuverlässig, auf dem Land oft unzureichend. Welche konkreten Schritte halten Sie für notwendig, um Mobilität für Stadt und Land sicherzustellen?

Ritter: Nur ÖPNV für ländliche Regionen halte ich für zu einspurig. Die Straßenerneuerung ist ein wichtiger Punkt, und die Einführung autonomer Kleinbusse wird hier deutlich Abhilfe schaffen. Aber auch einen kostengünstigeren Führerschein erwerben zu können, ist umzusetzen, im Schnitt 3.500 Euro sind hier weit zu teuer. Hier mehr digitale Fahrstunden anbieten und gegebenenfalls die Gesamtfahrstunden leicht in der Menge kürzen.

NUSSBAUM.de: Baden-Württemberg gilt als starker Wirtschaftsstandort, kämpft aber gleichzeitig mit Fachkräftemangel. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage, und welche Maßnahmen halten Sie für besonders wirksam, um Fachkräfte zu gewinnen und Unternehmen zu stärken?

Ritter: Fachkräfte sehe ich aktuell als kleineres Problem. Wenn die Wirtschaft nicht läuft, wie aktuell, werden hier in nächster Zeit noch viele Arbeitskräfte auf dem Markt frei werden. Wir müssen die Kosten in Gewerbe- und Körperschaftssteuer deutlich auf maximal 25 Prozent reduzieren – besser maximal 20 Prozent, wie oft im EU-Wettbewerb. Ebenso die Bürokratie senken, dann werden wir auch wieder die starke Wirtschaft bekommen, welche wir brauchen – daher „zurück auf vorwärts!“

NUSSBAUM.de: Die Energiewende wird oft als teuer und kompliziert wahrgenommen. Welche Schritte würden Sie ergreifen, um Klimaschutz sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und technisch machbar umzusetzen?

Ritter: Die Energiewende ist teuer und kompliziert gemacht worden. Dies müssen wir einmal so festhalten – nötig wäre dies nicht gewesen! Wenn Wind und Sonnenstrom nicht ausreichen, brauchen wir Atomreaktoren der neuesten Technologie zur Ergänzung. Wie wollen Sie sonst die Versorgungssicherheit sichern und den Betrieben sowie den Bürgern günstigen Strom liefern?

NUSSBAUM.de: Viele Menschen fühlen sich von Politik und Verwaltung nicht ausreichend wahrgenommen. Wie beurteilen Sie das Vertrauen der Bürger in die Politik, und was könnte getan werden, um beispielsweise Verwaltung bürgernäher und handlungsfähiger zu machen?

Ritter: Hier kann ich den Bürgern nur zustimmen. Wir müssen wieder Entscheidungen treffen, die zum Leben der Bürger passen und dieses auch finanziell stemmbar machen. Sinnvoll finde ich Bürgerentscheide. Lassen Sie die Bürger entscheiden – es ist ihr Geld und sie wissen, was sie wollen!

NUSSBAUM.de: Der Standort der vom Landkreis getragenen Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach droht wegzufallen. Wie stehen Sie zu dem Wunsch, diesen zu erhalten, und wie würden Sie gegebenenfalls dabei unterstützen?

Ritter: Ja, die Mosbacher Kliniken müssen erhalten werden! Gesundheitsversorgung ist ein Recht, wofür nicht das Land, sondern auch der Bund entsprechende Mittel zur Verfügung stellen muss. Aber uns muss auch klar sein, dass nicht in jeder Stadt ein großes Krankenhaus finanzierbar ist. Die „Notfallversorgung“ muss überall zeitnah zu gewährleisten sein, egal ob Mosbach, Buchen oder sonst wo im Land!

Erscheinung
Stadtanzeiger Mosbach
Ausgabe 08/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
17.02.2026
Orte
Adelsheim
Aglasterhausen
Billigheim
Binau
Buchen (Odenwald)
Kategorien
Politik