Jeden 2. Dienstag im Monat freuen sich 10 Seniorinnen und ein Senior die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, auf ihre Bewegungsgruppe im Otto-Riegler-Haus in Reilingen in der Alten Friedhofsstr. 14. Was sie an ihrer Bewegungsgruppe so reizt, ist die fachkundige Anleitung zur gezielten Bewegung orientiert am Alltag durch Christian Gohl, Kinaesthetik Trainer von der Kirchlichen Sozialstation in Hockenheim. Auf sein Betreiben hin wurde diese Gruppe 2025 von der Sozialstation ins Leben gerufen.
Trainiert werden Bein-, Arm- und Schultermuskulatur sowie die Gelenke. Tempo und Schwierigkeitsgrad sind angepasst an dem, was den Besuchern/innen möglich ist. Und das Schöne, manche Besucherin war überrascht, welche Übungen sie in der Gemeinschaft fertiggebracht hat. „Das muss ich zuhause gleich weiter üben!“ oder „Die Übungen tun mir richtig gut gegen meine steifen Gelenke!“ sowie „Jetzt bewege ich mich wieder viel lieber!“ ist immer wieder zu hören.
Eine Besucherin hatte befürchtet, dass sie bei den Übungen auf den Boden müsse. „Aber nein“, hat ihr Christian Gohl sofort geantwortet. „Im Alltag legen wir uns doch auch nicht auf den Boden. Wir tun nur das, was alltagstauglich ist, was den Alltag zu bewältigen hilft.“ Dazu gehören für ihn Brustkorbbewegungen im Sitzen, Konzentrationsübungen für Hände und Finger, Gleichgewichtsübungen beim Aufstehen, langsames Hinsetzen, gezieltes Atmen. Sportliche Höchstleistungen stehen nicht auf dem Programm, sondern es geht allein darum, trotz Einschränkungen die eigenen Möglichkeiten zu entdecken und zu erweitern.
Christian Gohl ist begeistert von seiner Gruppe. „Die Übungen helfen den Teilnehmenden möglichst lange ihre Mobilität und damit ihre Selbständigkeit zu bewahren. Sich sicher zu bewegen, steigert das Wohlbefinden. Dazu verhilft die Gemeinschaft zur Lebensfreude.“ Denn: nach dem Sport ist Kaffeerunde. Es gibt Kekse, auch mal Brezel. Alltagsprobleme werden ausgetauscht, genauso wie Koch- und Backrezepten, mancher Witz wird erzählt, Erlebtes berichtet. Vor allem wird viel gelacht und manches Lied gesungen. Manche Besucherin ist traurig gekommen und geht fröhlich wieder nachhause und freut sich bereits auf das Treffen in vierzehn Tagen.
„In der Gruppe ist es einfach schöner, wenn man sich gemeinsam bewegt und austauscht“, lautet das einhellige Fazit der Besucher/innen. (E.K.)
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