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Letzte Gemeinderatssitzung 2025: Beratungen zum barrierefreien Bahnhof

Am kommenden Montag wird der Gemeinderat zu seiner letzten Sitzung des laufenden Jahres zusammenkommen. Auf der Tagesordnung: der Satzungsbeschluss zum...
Ein Bahnsteig. Über die Bahngleise führt im Hintergrund eine Brücke.
Der mittlere Bahnsteig des Bahnhofs ist nicht barrierefrei. Lösung dafür könnten Aufzüge an der Brücke sein.Foto: cs

Am kommenden Montag wird der Gemeinderat zu seiner letzten Sitzung des laufenden Jahres zusammenkommen. Auf der Tagesordnung: der Satzungsbeschluss zum Minera-Gelände und der Ausbau des barrierefreien Bahnhofs. Bei letzteren Planungen tritt die Stadt selbst auf die Bremse. Der Grund: Kosten, Zeitpläne und eine neue Idee.

In Laudenbach gibt es ihn längst und auch Sulzbach hat ihn. Nur in Hemsbach sind die Gleise des Bahnhofs bisher nicht barrierefrei erreichbar. Laut Vorlage wurde der Stadt Hemsbach im Dezember 2016 von der Deutschen Bahn AG mitgeteilt, dass die barrierefreie Erschließung des Bahnhofes Hemsbach in die 2. Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar aufgenommen wird. Ein Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2018 ermöglichte die Aufnahme von Planungsleistungen. Angedacht war ein Aufzug gegenüber der Treppen zur Erreichung des Mittelgleises. Für einen solchen Einbau müssten dort verlaufende Abwasser- und Wasserleitungen verlegt werden. Bei 50 Prozent Förderung durch den Kreis ging man damals von einem städtischen Eigenanteil von 1,33 Mio. Euro.

Wer bezahlt?

Allerdings basierte die Kalkulation auf geschätzten Verlegungskosten von ca. 1 Mio. Euro. Tiefergehende Planungen zeigen nun: Alleine für die Baukosten müssen 2,2 Mio. Euro veranschlagt werden. Eine Zusage über eine daraus resultierende erhöhte Kreisförderung gibt es nicht. Mit dem Kostenanteil für den Aufzug müsste die Stadt für den barrierefreien Ausbau nach jetzigem Stand 1,683 Mio. Euro aus eigenen Mitteln aufbringen. Hinzu kommt, dass die Bahn sich nicht festlegt, wann der Einbau, für den eine Sperrpause notwendig ist – eingebaut wird. Möglich ist die Nutzung der Sperrung im Laufe des Jahres 2027, allerdings könnten die Arbeiten auch erst nach 2030 ausgeführt werden. Damit könnten die Kosten nochmals steigen.

Möglichkeit der Förderung

Vor dem Hintergrund dieser enormen Kosten und des nicht definierten Zeitplans will die Stadt eine andere Variante tiefergehend prüfen: Die Idee sind Personenaufzüge an beiden Seiten der Straßenbrücke Beethovenstraße – einer führt auf Gleis 1, der andere auf das Mittelgleis. Die Kosten für einen Aufzug gibt die Verwaltung in der Vorlage mit 750.000 Euro an. Einer wäre förderfähig, angelegt auf 90 Prozent der Baukosten. Das hieße nach Darstellung der Verwaltung einen kommunalen Aufwand von 960.000 Euro, der wiederum hälftig zwischen Kreis und Stadt aufgeteilt werden. Sprich: Hemsbachs Stadtkasse würde mit 480.000 Euro belastet. „Die neue Variante bietet eine große Chance, muss natürlich aber erst entsprechend untersucht werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Dafür soll in einem entsprechenden Beschluss eine Planungsrate von 100.000 Euro in den Haushalt 2026 eingestellt werden, um die Idee der Verbindung der Gleise über die Brücke tiefergehend zu untersuchen. Die Planungen zum Aufzug in der Unterführung samt der Leitungsverlegung, die bereits zu von der Verwaltung in der Vorlage nicht bezifferten Kosten geführt haben, sollen derweil pausieren.

Entscheidung zum Minera-Gelände

Direkt im Anschluss wird sich der Gemeinderat mit dem Satzungsbeschluss eines neuen Bebauungsplans als Grundlage für die Umgestaltung des Minera-Geländes beschäftigen. Das Areal soll gänzlich neu geplant und gestaltet werden. Einzig die Tankstelle bliebe dabei an ihrem jetzigen Standort. Alle anderen Bauten werden nach den bestehenden Plänen abgerissen. Im Anschluss soll nördlich der Tankstelle die Einfahrt in eine sich mittig befindliche Waschanlage entstehen, für den westlichen Bereich ist ein Café mit Drive-in vorgesehen. Neben den dazugehörigen Parkplätzen am Café sind auf Höhe der Waschanlage auf dem Areal auch Parkplätze für E-Fahrzeuge mit entsprechender Ladeinfrastruktur vorgesehen. Folgt das Gremium der Empfehlung der Verwaltung, wäre der Weg frei für einen schöneren Stadteingang aus westlicher Richtung. Damit könnte ein jahrelanges Ringen beendet werden.

Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres 2025 beginnt am Montag, 15. Dezember, um 18 Uhr in der Kulturbühne MAX. Zu Beginn der Sitzung ist eine Einwohnerfragestunde vorgesehen. (cs)

Gelände eines ehemaligen Autohauses, um das ein Bauzaun gezogen ist.
Für den Bebauungsplan hinsichtlich des Minera-Geländes könnte in der Sitzung der Satzungsbeschluss fallen.
Erscheinung
Hemsbacher Woche
NUSSBAUM+
Ausgabe 50/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
10.12.2025
Orte
Hemsbach