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Literaturtreff im Café Miteinander: Lis Grandl-Arnoldi stellt am Mittwoch, 18. März den Roman von Michail Bulgakow "Der Meister und Margarita" vor

Michail Bulgakow gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und zugleich als einer ihrer kritischsten. Seine Kritik...

Michail Bulgakow gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und zugleich als einer ihrer kritischsten. Seine Kritik galt vor allem dem überbordenden Staatsbürokratismus, der Bespitzelung und Überwachung von kritischen Künstlern, Journalisten, Schriftstellern und Intellektuellen. Sein künstlerisches Mittel war die Satire, hinter der er seine deutliche Kritik versteckte. Deshalb wurden seine Werke früh schon im sowjetisch geprägten Russland nicht mehr gedruckt. Das gilt vor allem für sein bedeutendstes schriftstellerisches Werk, den Roman „Der Meister und Margarita“, vollendet 1940, wenige Tage vor seinem Tod. Im Roman treibt der Teufel mit drei teuflischen Spießgesellen im Frühjahr 1930, kurz vor den Ostertagen, sein Unwesen. Menschen kommen dabei ums Leben oder verschwinden aus dem öffentlichen Leben bzw. landen in der Psychiatrie. So auch ein Schriftsteller, genannt „der Meister“, der an einem Roman über die letzten Tage und Stunden von Jesus Christus vor seiner Kreuzigung in Jerusalem schreibt. Dieser Roman ist anhand einiger Kapitel in Bulgakows Roman eingebaut als „Roman im Roman“. Der „Meister“ trifft eines Tages auf der Straße eine junge Frau, Margarita, in die er sich sofort verliebt. Seine Werbung trifft auf Gegenliebe. Obwohl Margarita verheiratet ist, verlässt sie ihren Mann, zieht zum Meister in dessen einfache Kellerwohnung – bis zu dessen Verschwinden in der Psychiatrie. Sie lässt sich mit dem Teufel ein, schließt mit diesem sozusagen einen Pakt, um ihren Geliebten freizubekommen. Neben den vielen Toten oder Verrückten im Laufe der Handlung überlebt das Liebespaar „Meister und Margarita“ am Ende, verliert aber sein irdisches Leben, um ins Paradies einzugehen. Am Karsamstag ist der ganze Teufelsspuk vorbei. Zurück bleiben zerstörte Gebäude, verstörte Personen und viele offene Fragen. Johann Wolfgang von Goethes Faustdrama scheint unverkennbar durch, ironisch gebrochen durch eine eine allzu aufdringliche Erlösung der Liebenden am Ende. Goethe war dennoch Bulgakows großes literarisches Vorbild.

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