Nach der Diskussion um die eingeschränkte Barrierefreiheit der Bühne in der Aula der Mensa Uhlandstraße gibt es eine Lösung: Die diesjährige Sportlerehrung am Dienstag, 30. Juni 2026, findet im Marc-Kemmler-Saal der Tübinger Musikschule statt. Die Bühne ist mit einem selbstständig bedienbaren Hublift ausgestattet und somit uneingeschränkt barrierefrei erreichbar. Die Verlegung der Veranstaltung ist für die Stadt kostenfrei und kommt auch dem Wunsch der betroffenen Sportlerin entgegen.
In Vorbereitung der Sportlerehrung hatte die Stadtverwaltung frühzeitig das Gespräch mit der Sportlerin gesucht, die größtenteils einen Rollstuhl nutzt. Diese erklärte zunächst ihr Einverständnis mit der Ehrung in der Aula der Mensa Uhlandstraße, obwohl die Bühne nur über eine Treppe erreichbar ist. Erst im Nachgang ist ihr deutlich geworden, dass sie die Bühne über diesen Weg nicht betreten kann und möchte. Da ein mobiler Hublift nicht in den Aufzug passt und durch eine mobile Rampe zu viele Plätze in der Aula wegfallen würden, ist die Verlegung der Veranstaltung die für alle Beteiligten beste Lösung.
Da in Tübingen alle Sporthallen mit einem für die Ehrung würdigen Rahmen mit entsprechender Technik, Bühne und barrierefreiem Zugang am Tag der Sportlerehrung terminlich nicht verfügbar sind, hat die Stadtverwaltung die Suche auf weitere Räume ausgeweitet. Im Marc-Kemmler-Saal der Tübinger Musikschule hätte an diesem Abend der Bachchor geprobt. Dessen Leiter Ingo Bredenbach erklärte sich bereit, mit seinem Ensemble an einen anderen Ort auszuweichen, damit die Sportlerehrung in der Musikschule stattfinden kann.
„Mein großer Dank gilt allen, die in den vergangenen Tagen fieberhaft nach einer guten Lösung für die Sportlerehrung gesucht haben. Außerdem danke ich dem Bachchor für seine Flexibilität und den vielen Menschen und Organisationen, die uns ihre Unterstützung und Spenden für eine mobile Rampe angeboten haben“, sagt Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. Sie hatte auch den persönlichen Austausch mit der betroffenen Sportlerin gesucht, da Oberbürgermeister Boris Palmer im Urlaub war.
Die Stadtverwaltung wird sich mit allen potenziellen Spenderinnen und Spendern in Verbindung setzen. „Unser Ziel ist es, für weitere Veranstaltungsräume in Tübingen eine nachhaltige und passende mobile Lösung für Barrierefreiheit zu finden“, betont Schäfer-Vogel. Dieses Ziel ist auch im Aktionsplan „Tübingen inklusiv und barrierefrei“ verankert, mit dem sich die Universitätsstadt Tübingen zur Förderung der Barrierefreiheit verpflichtet hat. Wer ebenfalls für langfristig barrierefreie Veranstaltungsräume in Tübingen spenden möchte, kann sich an den städtischen Inklusionsbeauftragten Tobias Stäbler wenden (Telefon 07071 204-2412, E-Mail tobias.staebler@tuebingen.de).


