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Loslassen und Leben aufräumen: Was mit uns geschieht, wenn wir die Wohnung unserer Eltern auflösen

Loslassen und Leben aufräumen: Was mit uns geschieht, wenn wir die Wohnung unserer Eltern auflösen Große Resonanz fand die Lesung und das Gespräch...
Foto: S.Pils

Loslassen und Leben aufräumen: Was mit uns geschieht, wenn wir die Wohnung unserer Eltern auflösen

Große Resonanz fand die Lesung und das Gespräch mit Christina Erdkönig, Rundfunk- und Fernsehjournalistin des SWR am Donnerstag, 7. Mai, im Evang. Gemeindehaus Deizisau, eingeladen von der Hospizgruppe Deizisau-Altbach mit Johanniterstift Plochingen.

Über 60 Besucher, die selbst als Töchter oder Söhne vor oder mitten in der Aufgabe stehen, nach dem Tod der Eltern das ehemalige Elternhaus auszuräumen, oder die mit diesem nicht leichten Prozess schon ihre Erfahrungen gemacht haben, lauschten hoch gespannt der Autorin.

Es ist ein Thema, das viele von uns berührt. Christina Erdkönig versuchte mit der Lesung Anregungen und Hilfestellung für Erwachsene in diesem Ablöseprozess zu geben, der oft verbunden ist mit verwirrenden und widerstreitenden Gefühlen.

Schon bald nach dem Tod der Mutter oder des Vaters müssen die »Kinder« die Wohnung oder das Haus des Verstorbenen, diesen besonderen Ort der Erinnerung, auf- und ausräumen: ein intensiver Prozess des Loslassens und der Trauerarbeit. Diese Phase im Leben stellt die Kinder vor eine große Herausforderung und ist emotional häufig sehr aufreibend.

‚Als ich nach dem Tod meiner Eltern ihr Haus ausräumen musste, war mir nicht bewusst, wie schwer mir das fallen würde. Wie schwer es ist, die Dinge von Vater und Mutter – egal, ob eine alte Teekanne oder ein Fotoalbum - noch einmal in die Hand zu nehmen. Es war wie ein zweiter intensiver Abschied, so die Autorin.

Jede und jeder braucht dazu seine eigene Zeit. Ein Pflegeheimzimmer ist innerhalb eines Tages zu räumen und zwingt zu schnellen Entscheidungen.

Der Prozess des Räumens in der Wohnung der Eltern kann eine echte Chance sein und ein Stück Vergangenheitsbewältigung. Viele reflektieren ihre Beziehung zu den Eltern noch einmal neu, entdecken beim Ausräumen Neues und bisher Unbekanntes über Vater und Mutter. Man kann sein eigenes Leben, vor allem die Kindheit, noch einmal Revue passieren lassen, das Elternhaus noch einmal bewusst wahrnehmen, sich an Gutes und Schlechtes zu erinnern.

Die Mütter und Väter, die noch den Krieg oder die wirtschaftlich schlechte Nachkriegszeit erlebt haben, haben häufig vieles aufbewahrt, und den Angehörigen fällt es schwer, Papas Schallplattensammlung oder Mamas Stoffreste wegzuwerfen. Das Ausräumen kann seelisch und körperlich ganz schön belasten.

Es ist gut, sich Unterstützung zu holen, vielleicht einen Ausräumdienst, oder im Idealfall kann man die Geschwister ansprechen und auch die Enkel miteinbeziehen und es zu einer gemeinsamen und bereichernden Familienerfahrung machen.

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Mein Deizisau im Blick – Amtsblatt Deizisau
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Ausgabe 20/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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