
Knapp 30 Mitwirkende des Ensembles der jungen Erwachsenen im „Theater im Bahnhof“ verwandelten das ausverkaufte Haus in ein energiegeladenes Schlachtfeld der Geschlechter. Bereits im Foyer stimmten Tarnnetze und Statements auf das Thema „Krieg und Frieden“ ein, während eine Projektion im Saal die Atmosphäre vertiefte.
Der Auftakt geriet martialisch: Unter dröhnendem Schlachtenlärm zog ein Trupp Soldaten ein. Die Darsteller trugen dabei originelle Papp-Kameraden auf den Schultern und marschierten vom Eingang an den Zuschauerreihen vorbei direkt auf die Bühne. Doch statt verstaubter Antike lieferten Regie und Darsteller einen modernen Mix aus Klassik und zeitgenössischer Jugendsprache. Konsequent eingesetzt wurden auch Smartphones, deren Chats für alle sichtbar auf eine Leinwand projiziert wurden.
Die enorme Spielfreude der jungen Truppe, die teils mehrfache Rollen übernahm, übertrug sich sofort auf das Publikum. Da die ersten Vorstellungen bereits ausverkauft waren, gibt es am kommenden Wochenende noch zweimal die Chance, das Spektakel zu erleben. Ein ausführlicher Bericht folgt.
Ausblick: Gespenstische Spannung beim Live-Hörspiel
In der Karwoche (Gründonnerstag und Karfreitag) folgt das nächste Highlight: Unter der Leitung von Friedrich E. Becht präsentiert ein ausgewähltes Sprecherensemble vom Theater im Bahnhof das Live-Hörspiel „Das blaue Gras von Kentucky“ – ein Format, das es in dieser Form in der Region noch nicht gab. Es ist kein Theaterstück, sondern ein „Live-Intensiv“-Erlebnis: spannend, flüchtig und einzigartig.
Die Geschichte führt in ein einsames Wirtshaus im Nachkriegsdeutschland, in dem umherirrende Seelen Kontakt zu einem jungen Mädchen suchen. Das Stück entsteht allein durch die Kraft der Stimmen vor dem inneren Auge der Zuschauer. Becht nahm sich der fast verschollenen Fassung an, die 1954 vom Hessischen Rundfunk ausgestrahlt wurde, basierend auf einer eigenen Tonbandaufnahme aus den 70er-Jahren.
„Live-Hörspiele sind wie gemeinsames Träumen“, so Sprecherin Ayleen Grün. Da die Inszenierung vom flüchtigen Moment lebt, verspricht der Abend ein eindringliches Hörerlebnis. Man muss einfach selbst erfahren, was Stimmen vermögen.
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f.e.b.