Das Spätfrühlings-Blütenfeuerwerk ist jetzt unter anderem bei der Himbeerblüte angekommen. Gerade Himbeeren sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich im Garten Angenehmes mit Ökologischem verbinden lässt. Denn die leckere Beere punktet hervorragend bei ganz verschiedenen Insekten. Zunächst sprechen ihre Blüten mit einer Kombination aus hoher Nektar- und Pollenproduktion eine wahre Vielzahl von Wildbienen- und einigen Schmetterlingsarten an. Unter den Gehölzen wird sie wohl von der größten Anzahl an Schwebfliegenarten besucht. Aber auch etliche kleinere und mittelgroße Käfer lassen sich hier beobachten. Kleine bunte Wanzen und andere, unbekanntere Insekten runden das Bild ab. Ist die Blütezeit vorbei, bieten weiterhin die Blätter über 80 Raupenarten Nahrung, einige davon sogar auf die Pflanze spezialisiert. Die Beeren schließlich werden von vielen Vogelarten als Nahrungszugabe genutzt. In dichte Hecken integriert oder selbst als Hecke gezogen, funktioniert die Himbeere auch als Vogelschutz- und Nährgehölz und kann kaum zu groß sein. Gut eignet sich die Himbeere daher auch für wilde Stellen im Garten, wo man sie einfach weitgehend sich selbst überlässt, nur etwa die Ausläufer wegnimmt und von den Rändern erntet.
Die imposante, braun-pelzige und schön gemusterte Raupe gehört zum Eichenspinner (der kein Prozessionsspinner ist, sondern einzeln lebt) und futtert sich ihrer Verpuppungsreife entgegen. Ausgewachsen sind die Raupen verhältnismäßig groß und schwer und müssen das auch sein, denn sie metamorphosieren zu ebensolchen Nachtfaltern. Der Eichenspinner ist je nach Geschlecht in edlem Braun und Beige gehalten, in der jeweiligen Gegenfarbe dekorativ gezeichnet und wie seine Raupe samtig befellt. Ein geübter Blick erkennt die (dunkleren) Männchen, wenn sie im Spätsommer tagsüber in hektischem Zickzackflug in der Vegetation auf der Suche nach Weibchen unterwegs sind, bereits am Flugbild. Der Falter wird mittlerweile auf der Vorwarnliste geführt.

