Es ist ein aufwendiges Vorhaben, das der Verein „K15 Alte Schmiede Malsch“ realisiert: Während in Eigenarbeit die Gebäude des denkmalgeschützten Schmiedeanwesens renoviert werden, gibt es bereits Veranstaltungen, Ausstellungen und ein Museum.
Das Jahr 2025 war eine Herkulesaufgabe: Weil im Wohnhaus der Schmiede, in dem wechselnde Ausstellungen zu sehen sind, die Decken nicht mehr tragfähig waren, mussten neue Stahlträger eingezogen werden – in Eigenarbeit. Das Bauteam um Vereinsmitglied Martin Wildemann hob den Boden aus, goss ein Fundament, setzte eine Mauer, trug dann die 350 Kilogramm schweren, frisch gestrichenen Stahlträger von der Scheune zum Wohnhaus und schob sie durch ein kleines Fenster in den extrem engen Raum.
Das Ergebnis, erzählt die Vereinsvorsitzende Burgl Rademacher, sei perfekt, der Statiker begeistert. Dieses Jahr steht der nächste Kraftakt an: Dann kommen auch in den zweiten Kellerraum Stahlträger.
2022 hatte der Verein das leer stehende Schmiedeanwesen von der Gemeinde Malsch gekauft und einen Plan festgelegt: Innerhalb von zehn Jahren sollen Schmiede, Ställe und Wohnhaus denkmalschutzgerecht und „sanft“ renoviert werden. Der Verein will das Ensemble, eines der letzten vollständig erhaltenen Gehöfte mit Handwerksbetrieb, erhalten und es erlebbar machen – mit Museen, Ausstellungen, Veranstaltungen und als lebendigen Ort der Begegnung in Malsch. Hinzu kommen Grünflächen, die das Ortsbild verschönern sollen.
Bei der Renovierung gebe es immer wieder Überraschungen, erzählt Burgl Rademacher. So sei am Wohngebäude schon bei der Bestandsaufnahme die komplette Dachgaube inklusive Wand zusammengebrochen. Der Verein ließ eine neue Gaube aus Holz fertigen und setzen. Alles Weitere werden die Mitglieder noch dieses Jahr in Eigenarbeit fertigstellen, etwa den Lehmputz wie beim Original. Auch die anderen Räume des Wohnhauses müssen hergerichtet werden: Der Holzboden wird abgeschliffen, die alten Fenster bekommen innen sogenannte Vorsatzfenster, der Putz der Wände wird abgeschlagen und erneuert. Und für alle Arbeiten gilt: All das darf erst in Absprache mit dem Denkmalamt geschehen.
Rund 50 Vereinsmitglieder beteiligen sich aktiv an der Renovierung – viele von ihnen betreten mit den Arbeiten absolutes Neuland. Schlösser montieren, Fensterläden schleifen, Schränke montieren, Lackierarbeiten, Werkzeuge und Spielzeug restaurieren, Mauern bauen – vieles ist gefragt, wenn donnerstags Arbeitstreffen ist. Die meisten seien schon in Rente, sagt Burgl Rademacher. Manchmal braucht es aber externe Hilfe: So entpuppte sich das Anlegen des Bauerngartens vor dem Wohnhaus als absoluter Kraftakt.
Der ursprüngliche Garten war von der Gemeinde abgegraben und die Erde hinter das Gebäude gebracht worden. An seiner Stelle wurde Schotter aufgebracht. Nun musste der Verein in Handarbeit Schotter gegen Erde tauschen, um den Garten wieder einpflanzen zu können. Hilfe kam aus Malsch von Mitgliedern der GroKaGe und dem Akkordeon-Orchester, die mitanpackten.
Bei der Renovierung setzt K15 auf nachhaltige Materialien. Wann immer es geht, wird Vorhandenes erhalten und für die Arbeiten Original-Material verwendet. Noch dieses Jahr bekommt die bislang sehr dunkle Schmiede wieder Fensterscheiben. Die Scheiben, so Burgl Rademacher, seien alle kaputt, die Fenster daher mit Brettern verschlossen. 2025 wurden die alten Metallfenster entrostet, die Glasreste entfernt und noch dieses Jahr wird altes Glas eingekittet, das die Vereinsvorsitzende zufällig gefunden hat.
Bereits 2024 konnte der Verein das Spielzeugmuseum „Kleine Welten“ in den noch unrenovierten beiden Räumen über der Schmiede eröffnen. Hier sind über 200 Puppen, Holzspielzeuge, Puppenstuben und Kaufläden aus den 50er und 60er Jahren zu sehen. Doch auch wenn es in der ehemaligen Schmiede viele Räume gibt, könnten sie eigentlich noch mehr füllen, sagt Burgl Rademacher. Mit einer kompletten Schusterwerkstatt, zum Beispiel: Sie soll später in der ehemaligen Küche gezeigt werden. „Aber da muss erstmal ein neuer Boden rein.“ Weitere Renovierungen, die anstehen, sind Kuhstall, Schweinestall und Scheune, die bereits für Veranstaltungen genutzt wird.
Bisher finanziert der Verein die Renovierungsarbeiten durch eigene Arbeitseinsätze und Spenden. Für einzelne Maßnahmen wurden Zuschüsse bei der Denkmalstiftung beantragt. Um Geld einzunehmen, hat der Verein pfiffige Ideen entwickelt: So gibt es im Museums-Shop alte Hufeisen zu kaufen, außerdem Türstopper, Kerzenständer sowie Keramik-Engel aus der Majolika. Zusätzlich sammelt der Verein Spenden über „Gemeinsam helfen“, das Spendenportal der NUSSBAUM Medien.
Derzeit sind im Wohnhaus Gemälde Malscher Künstler zu sehen. Diese werden später dauerhaft in der Künstlerstube ausgestellt. Im Mai folgt dann die Ausstellung „Schätze im Gepäck“ – die Leidenschaft des Sammelns. Und noch dieses Jahr geht der Verein neben vielen weiteren Veranstaltungen ein ganz großes Projekt an: Neben der Schmiede soll ein Anbau entstehen, in dem die dringend benötigten neuen Sanitäranlagen entstehen. Im Geschoss darüber wird dann das Spielzeugmuseum weiteren Platz bekommen.
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