Interview mit einem Spieler direkt nach dem Spiel:
Frage: „Ey, was war denn heute los? Kam leider zu spät, hab nur die letzten Minuten mitbekommen!“
Antwort Spieler:
„Na ja, aus unserer Sicht sind wir eigentlich gut ins Spiel gestartet. Direkt am Anfang gehen wir mit 1:0 in Führung, das hat sich erstmal richtig gut angefühlt. Aber leider - um es vorwegzunehmen - waren wir da auch tatsächlich bis Spielende am ehesten dran! Denn wir verlieren ziemlich schnell den Zugriff auf das Spiel und liegen nach 13 Minuten bereits mit 2:7 hinten. Die JSG St. Leon/Reilingen kommt besser rein, gleicht aus und übernimmt dann Schritt für Schritt die Kontrolle.
Vor allem in der Defensive hatten wir heute große Probleme. Wir waren oft einen Schritt zu spät, haben nicht konsequent genug verteidigt und dem Gegner zu viele einfache Tore erlaubt. Innerhalb weniger Minuten ist das Spiel dann gekippt und wir lagen plötzlich deutlich zurück. Das hat man auch mental gemerkt – wir waren unsicherer und haben nicht mehr so klar gespielt wie am Anfang.
Trotzdem haben wir uns nicht komplett hängen lassen. Vor allem über die Siebenmeter und einzelne Aktionen im Angriff konnten wir noch ein paar Tore machen und kurzzeitig ein bisschen rankommen. Aber jedes Mal, wenn wir das Gefühl hatten, jetzt könnten wir vielleicht nochmal rankommen, hat St. Leon/Reilingen direkt wieder geantwortet.
Unterm Strich haben wir nach einem guten Start zu schnell den Faden verloren und defensiv keine Lösungen gefunden. Der Rückstand zur Pause ist deshalb auch verdient zu hoch ausgefallen (auch wenn es weh tut, dies sagen zu müssen).
Nach dieser schwachen ersten Halbzeit wollten wir unbedingt eine Reaktion zeigen – und genau so sind wir auch in die zweite Hälfte gestartet. Wir haben direkt mehr Tempo ins Spiel gebracht, waren im Angriff mutiger und haben immer wieder Lösungen gefunden. Auch wenn JSG St. Leon/Reilingen zunächst weiter vorne blieb und den Abstand bei sechs bis acht Toren gehalten hat, hatten wir deutlich mehr Zugriff als noch in der ersten Halbzeit.
Mit zunehmender Spielzeit haben wir dann richtig gemerkt, dass wir besser im Spiel sind. Wir konnten einige Ballgewinne erzwingen und haben unsere Chancen konsequenter genutzt. Besonders in der Phase um die 40. Minute herum sind wir Tor für Tor näher gekommen. Auch in Überzahl nach der Zeitstrafe haben wir das gut ausgespielt und den Rückstand weiter verkürzt. Plötzlich waren wir wieder in Schlagdistanz, und man hatte das Gefühl, dass das Spiel vielleicht doch nochmal kippen könnte.
Allerdings hat St. Leon/Reilingen immer wieder genau im richtigen Moment geantwortet. Gerade wenn wir auf vier oder fünf Tore rangekommen sind, haben sie ihre Chancen genutzt und uns wieder ein Stück auf Abstand gehalten. Das hat es extrem schwer gemacht, den letzten Schritt wirklich noch zu gehen.
In der Schlussphase haben wir trotzdem nicht aufgegeben und weiter nach vorne gespielt. Wir haben bis zum Ende gekämpft und konnten noch einige Tore erzielen, wodurch das Ergebnis am Ende deutlich besser aussieht als noch zur Halbzeit. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass einfach zu viel in der ersten Halbzeit liegen geblieben ist. Die zweite Halbzeit war klar besser von uns, aber der Rückstand war letztlich zu groß, sodass wir uns am Ende mit 24:28 geschlagen geben mussten.“
„Wow, vielen Dank für die ausführliche Antwort - aber was soll ich sagen - schade, schade, schade, ausgerechnet gegen die Nachbarn, aber trotz der heutigen Niederlage könnt ihr wirklich stolz auf euch sein. Am Ende steht ein starker vierter Platz, und vor allem die Entwicklung über die Runde hinweg zeigt, was in der Mannschaft steckt. Es waren viele schöne Spiele dabei, in denen man gesehen hat, wie viel Einsatz im Team vorhanden ist. Egal, ob ihr vorne lagt oder im Rückstand wart, ihr habt nie aufgegeben und immer zusammengehalten. Jeder hat für den anderen gekämpft, sich gegenseitig unterstützt und bis zum Schluss alles gegeben. Genau das macht ein gutes Team aus.
Auch spielerisch gab es viele positive Momente, auf die man aufbauen kann. Wenn diese Einstellung und dieser Zusammenhalt beibehalten werden, ist in Zukunft definitiv noch mehr möglich.
So denne, kurze Verschnaufpause, dann Vorbereitung auf die Quali und dann sehen wir uns im September wieder! Ich denke, ich kann für alle Außenstehenden sprechen, wenn ich sage: Wir freuen uns auf die kommende Runde!“
Es spielten: Joshua Hütten (6), Leon Frank (4), Valentin Aykan (3), Noah Alt (2), Béla Bauer (2), Dominik Fischer (2), Luis Lüll (2), Niklas Stegmüller (2), Johannes Zoller (1), Josiah Rosarius (Tor)