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Medientipp von unserem Mitarbeiter Joshua Schwab:

Liz Kesslers Buch „Als die Welt uns gehörte“ ist wirklich sehr fesselnd und von der ersten bis zur letzten Seite gut geschrieben. Erzählt wird die...
Buchcover
Foto: J. Schwab

Liz Kesslers Buch „Als die Welt uns gehörte“ ist wirklich sehr fesselnd und von der ersten bis zur letzten Seite gut geschrieben. Erzählt wird die Geschichte dreier Kinder und ihrer Familien aus Wien, die nach der Machtübernahme Hitlers auf verschiedenen Seiten stehen und die Schrecken dieser Zeit durchleben müssen. Die wechselnde Sichtweise der Kinder gefällt mir gut und gibt einen guten Einblick in die Gedanken, Gefühle und ihren Alltag in dieser Zeit. Auch wenn mir die Sichtweise von Max etwas „einfältig“ und unreflektiert erscheint. Das Buch mahnt uns, unserer Verantwortung bewusst zu bleiben und zu werden, denn wir konnten aus der Geschichte lernen und sollten das auch ernst nehmen. Wir heute haben an dem Grauen von damals keine Schuld, aber dafür Sorge zu tragen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Denn nie wieder ist jetzt! Wie das Buch erschreckend gut zeigt, kann jeder von heute auf morgen auf der Seite der Täter stehen, auch Menschen, von denen man nie angenommen hätte, dass sie dazu fähig gewesen wären. Aber es kann genauso schnell jeder plötzlich in der Rolle des Opfers landen. Man darf nie blind mitlaufen, das haben vermutlich alle Eltern ihren Kindern eingebläut. Gerade in Zeiten von gesellschaftlichen und politischen Spannungen ist es wichtig, Aussagen kritisch zu hinterfragen, Verantwortung zu übernehmen, sich eigenständig zu informieren und den offenen, respektvollen politischen Diskurs zu wahren. Die Geschichte hat uns gezeigt, wie schnell Hass, Ausgrenzung und ideologisches Denken in gefährliche Bahnen geraten können. Und „Nie wieder ist jetzt!“ ist auch, dass wir, die dazu in der Lage sind, anderen helfen und dafür sorgen, dass nirgends auf der Welt wieder so etwas passiert. Denn das ist das, was unsere Gesellschaft ausmacht und was wir als Gesellschaft brauchen und als Ziel haben sollten. Einen Raum, an dem jede Person und jede Meinung einen Platz und eine Berechtigung zu existieren hat. Genau daran erinnert uns Liz Kesslers Geschichte auf eindringliche Weise.

Erscheinung
Weilemer Blättle
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Ausgabe 12/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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