Eine einzige Uraufführung ist schon etwas Besonderes. Aber am Samstag, den 4. Juli wird es gleich drei bzw. vier Werke geben, die zum ersten Mal auf der Welt in Bruchsal zu hören sind. Das Konzert zum 25-jährigen Bestehen des Meisterchors proVocal verspricht ein außergewöhnlich vielfältiges Programm: Die Reise führt von Mendelssohn Bartholdy und der Romantik bis hin zu moderner Film- und Popmusik – gekrönt von 4 exklusiven musikalischen Premieren.
Die Generation TikTok und ein führerloser Zug
Der Unterstufenchor des St. Paulusheims, Vocalino, bereichert das Programm mit zwei eigenen Kompositionen. Die Stücke greifen gesellschaftskritisch und unbeschönigt die Alltagsfragen der Jugendlichen auf. Die jungen Sänger/-innen thematisieren die Macht von KI, die Isolation in Social-Media-Feeds und den Konsumrausch auf Temu, aber auch ihre große Sehnsucht nach einer gesunden, friedvollen Welt. Ein aufrüttelnder Appell der Generation TikTok:
„KI hat sehr viel Macht. Doch das Herz bleibt leer.“
Eine weitere Uraufführung stammt aus der Feder von Matthias Böhringer, der an diesem Abend gleichzeitig sein 25-jähriges Dirigentenjubiläum feiert. Sein Werk „The Crew – Fostering Hope“ nutzt das Bild eines rasenden, führerlosen Zuges als Metapher für die Ohnmacht unserer Zeit: „Who is at the wheel?“ Der Chor versetzt sich dabei in die Besatzung des Zuges, die beschließt, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen. So endet das Stück in einem lautstarken, kraftvollen Manifest der Hoffnung und des Zusammenhalts.
Die vierte Uraufführung des Abends ist eine neue Fassung des Stückes „Mein Chor“. Es zeigt eindrucksvoll, dass die Harmonie der Stimmen – ähnlich den Farben eines Gemäldes – einen sicheren Zufluchtsort bieten kann:
„Verbunden im Klang. Wär‘ die Welt bloß mein Chor!“
Eine Brücke in die Gegenwart
Mit dem Konzertmotto „Aufbruch“ möchten proVocal und Dirigent Matthias Böhringer beweisen, dass klassische Chormusik keineswegs in der Vergangenheit erstarrt ist, sondern eine lebendige Brücke in unsere Gegenwart schlägt. Die vier Uraufführungen machen genau das hörbar. Unterstützt werden die Chöre vom Sinfonieorchester an der DHBW Karlsruhe sowie der Sopranistin Julia Obert.
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