
„Erde an den Händen und im Haar“ ist eine Zeile des beliebten Waldkindergartenlieds „Ritzen Schnitzen“, das sich viele Kinder beim Morgenkreis im Waldkindergarten 1 immer wieder wünschen und mit großer Freude singen.
Guten Tag, ich bin Jakob und ich bin 18 Jahre alt. Seit ich, nach meinem Abitur am Gymnasium Walldorf, im September 2025 mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei den Zipfelmützen e. V. im Waldkindergarten 1 in der Nähe des Walldorfer Campingplatzes begonnen habe, ist es nicht nur die Erde an den Händen: Jeden Tag verbringe ich mit den pädagogischen Fachkräften und den derzeit 12 Waldkindergartenkindern die Vormittage an den beiden Bauwagen und im Dannheckerwald. Nach den Jahren in der Schule genieße ich die Zeit in der Natur bei jedem Wetter und die Gemeinschaft. Dabei lerne ich viel über den Umgang mit den Kindern. Spiele, Späße, Trösten, Entdeckungen, manch kleiner Streit, gemeinsame Feiern und Mahlzeiten oder Aktionen, Elterngespräche und Teamsitzungen gehören zum vielfältigen Alltag. Ich freue mich, dass ich von Anfang an in vielen Situationen bereits viel Verantwortung übernehmen durfte und dennoch immer von den pädagogischen Fachkräften unterstützt wurde. Zugleich beeindrucken mich die Freude, Kreativität, Selbstständigkeit und Offenheit der Kinder in zahlreichen Momenten. Für die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten habe ich jetzt noch viel größeren Respekt und das Konzept der Waldkindergärten erscheint mir ideal für eine freie Kindheit in der Natur vor der Schule.
Ich bin sehr froh, dass ich nach dem Abitur nicht gleich mit einem Studium begonnen habe, sondern die Zeit sowohl für die eigene Orientierung als auch für neue und bereichernde Erfahrungen nutze und auch etwas an die Walldorfer Kindergärten zurückgeben kann, die meine drei Geschwister und ich selbst alle immer sehr gerne besucht haben.
Wenn ich bald in einem Hörsaal sitze, werde ich deshalb bestimmt nicht nur an die „Erde an den Händen und im Haar“ zurückdenken und den Waldkindergarten 1, die Kinder und die Kolleginnen in den Semesterferien auch auf jeden Fall noch mal besuchen.
Euer Jakob