Um die zahlreichen Bau- und Investitionsvorhaben des vergangenen Jahres endgültig zu finanzieren, hat der Bad Wildbader Gemeinderat der Aufnahme neuer Darlehen zugestimmt. Da das Haushaltsjahr 2025 bereits abgeschlossen ist, dient dieser Schritt dazu, die Liquidität der Stadtverwaltung dauerhaft zu sichern. Die Stadt zieht damit einen Schlussstrich unter ein Jahr, das von einer sehr hohen Investitionstätigkeit geprägt war.
Ein Blick in die Finanzrechnung zeigt das enorme Volumen der städtischen Projekte: Im Jahr 2025 flossen insgesamt rund 11,5 Millionen Euro in verschiedene Baumaßnahmen und Anschaffungen. Diesen Ausgaben standen Einnahmen – etwa durch staatliche Fördergelder oder Zuweisungen – in Höhe von knapp 4,9 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich eine verbleibende Finanzierungslücke von rund 6,6 Millionen Euro.
Interessant ist dabei der Spielraum, den die Aufsichtsbehörde der Stadt eingeräumt hatte: Das Landratsamt Calw hatte ursprünglich sogar Kreditaufnahmen von bis zu 13,9 Millionen Euro genehmigt. Diesen Rahmen schöpft die Kämmerei jedoch bei weitem nicht aus und beantragt nun „lediglich“ Darlehen in Höhe von insgesamt rund 3,47 Millionen Euro bei der staatlichen L-Bank.
Die Stadt verteilt die Kredite auf drei Pakete mit unterschiedlichen Zeiträumen: Rund 615.100 Euro werden über zehn Jahre, etwa 158.500 Euro über zwanzig Jahre und der größte Brocken von knapp 2,7 Millionen Euro über 30 Jahre finanziert. Stadtrat Wolfgang Treiber (CDU) hinterfragte in der Sitzung diese unterschiedlichen Laufzeiten. Kämmerer Heiko Friedrich erklärte hierzu, dass sich die Kreditdauer an der sogenannten Abschreibung orientiert. Da Investitionen über die Zeit ihrer tatsächlichen Nutzung abgeschrieben werden, müsse in eben diesem Zeitraum auch die Refinanzierung erfolgen – wobei 30 Jahre die gesetzliche Obergrenze darstellen.
Besonderheiten gibt es bei der Breitbandversorgung und der Freibadsanierung: Diese Projekte können nicht über das günstige „Kommune direkt“-Programm der L-Bank finanziert werden, sondern müssen zu marktüblichen Konditionen bei anderen Banken angefragt werden.
Trotz der Notwendigkeit gab es im Gremium Gegenwind. Stadtrat Mathias Fey (AfD) kritisierte, dass die Stadt immer weiter Geld aufnehme und kündigte die Ablehnung seiner Fraktion an. Bürgermeister Marco Gauger hielt dem entgegen, dass es sich hierbei um die reine Finanzierung von Projekten handele, die der Gemeinderat zuvor bereits gemeinsam beschlossen habe. Die Stadt komme lediglich ihrer Pflicht nach, die Liquidität für bereits getätigte Ausgaben sicherzustellen. Am Ende stimmte der Rat bei zwei Gegenstimmen der AfD-Fraktion mehrheitlich für die Darlehensaufnahme. (mm)

