Steinach/Thüringen: Eisiges Wasser, knietiefer Schlamm und steile Anstiege – was für viele unvorstellbar ist, wurde für den 65-jährigen Fred Rühle zur persönlichen
Herausforderung. Beim diesjährigen BraveheartBattle am 28. März 2026 stellte er sich einem der härtesten Extrem-Hindernisläufe Deutschlands – und das mit
beeindruckendem Erfolg. Rühle, Gründungsmitglied des Marathonvereins Ketsch und erfahrener Langstreckenläufer, kann auf eine beachtliche sportliche Vita zurückblicken: Insgesamt 18 Marathons – darunter in Berlin, Köln und New York – sowie anspruchsvolle Bergläufe wie der berühmte Zermatt Marathon in der Schweiz zählen zu seinen bisherigen Leistungen. Doch das, was ihn im Thüringer Wald erwartete, war eine ganz andere Dimension.
Eine Strecke, die alles abverlangt
Das „BraveheartBattle“ in Steinach gilt als echter Oldschool-Hindernislauf. Auf einer Strecke von 21,4 Kilometern mussten die Teilnehmer über 1.100 Höhenmeter und mehr als 30 Hindernisse bewältigen. Die Strecke führte durch die winterliche Landschaft rund um die Skiarena Silbersattel – Thüringens größtes alpines Skigebiet.
Die Herausforderungen waren vielfältig und gnadenlos: Der berüchtigte „Kill Hill“: Ein extremer Anstieg, der selbst erfahrene Athleten an ihre Grenzen bringt und das gleich am Anfang der Strecke. Tiefe Schlammgruben: Kräftezehrendes Vorankommen im schweren Gelände, eiskaltes Wasser: durchqueren und tauchen in Wasserbecken bei Temperaturen unter 5 °C. Steilwände und Kletterpassagen: Überwinden hoher Hindernisse und rutschiger Hänge. „Hier zählt nicht die Zeit, sondern der Wille, durchzuhalten“, beschreibt Rühle die besondere Herausforderung dieses Rennens.
Ein halbes Jahr Vorbereitung
Sechs Monate lang bereitete sich der 65-Jährige intensiv auf dieses Event vor. Intervallläufe, lange Ausdauerstrecken und gezieltes Krafttraining standen auf seinem Trainingsplan. Ziel war es, sich unter den besten zehn Teilnehmern seiner Altersklasse (Ü60) zu platzieren.
Und dieses Ziel erreichte er: Platz 9 – als drittältester Teilnehmer seiner Altersklasse.
Erfahrung, Wille und Leidenschaft
Bereits 2012 hatte Rühle beim Fisherman’s StrongmanRun am Nürburgring erste Erfahrungen mit Hindernisläufen gesammelt. Ein Jahr später folgte seine Teilnahme
am BraveheartBattle in Würzburg. Doch mehr als ein Jahrzehnt später erneut an den Start zu gehen – und sich unter die Top Ten zu kämpfen – zeugt von
außergewöhnlicher Disziplin und Leidenschaft.
Ein Vorbild für alle Generationen
Der Lauf im Thüringer Wald zeigt eindrucksvoll: Alter ist keine Grenze, sondern eine Zahl. Mit Durchhaltevermögen, Training und mentaler Stärke lassen sich selbst
extreme Herausforderungen meistern.
Fred Rühle hat genau das bewiesen – im Schlamm, im Eis und auf den steilen Hängen von Steinach.