Bekanntlich besteht der Wald nicht nur aus Bäumen, sondern ist Lebensraum vieler Tierarten, die ein schattiges, feuchtes und kühles Klima bevorzugen. Hierzu gehören Kröten, Frösche und Molche, deren Kaulquappen sich in Gewässern entwickeln und die auch als ausgewachsene Tiere auf einen feuchten Lebensraum angewiesen sind.
Im Schatthäuser Eichwald gibt es außer einer dunklen feuchten Mulde nahe der ehemaligen Bahntrasse keine Gewässer. Deshalb ließ Revierleiter Künzig nun zwei Tümpel im Quellbereich des Scheerbachs ausheben, deren Sohle (eine natürliche Lehmschicht), das zulaufende Wasser nur sehr langsam versickern lässt. Entfernt wurden einige Pappeln, damit die Tümpel genug Licht erhalten und von den Bäumen nicht schon im Frühjahr „leer getrunken“ werden. Diese Tümpel werden sich im Winter und Frühjahr füllen und nach und nach von Tier- und Pflanzenarten besiedelt werden, die es ohne diese Tümpel hier nicht geben würde.
Im Sommer hat so ein Tümpel naturgemäß nur sehr wenig oder gar kein Wasser, im Winter kann er bis zum Boden gefrieren: er ist Lebensraum von Pflanzen und Tieren, die damit gut zurechtkommen. Dazu zählen Fische nicht: Niemand sollte daher auf die Idee kommen, hier Fische auszusetzen, sie kämen unweigerlich zu Tode und würden zuvor unter anderem die Kaulquappen der Amphibien fressen.
Der zur Besichtigung eingeladene Ortschaftsrat war begeistert: die Geländemodellierung war so gut gelungen, dass keine Erdhügel die Umgestaltung erkennen lässt, obwohl kein Erdreich abgefahren worden war. In einer nahegelegenen Fahrspur fand man die schwarzen Quappen der Erdkröte: noch sind also Amphibien da, diesen neuen Lebensraum besiedeln können. 11 der 19 einheimischen Amphibienarten sind nach den Angaben der Landesanstalt für Umweltschutz in Baden-Württemberg gefährdet. Nicht gefährdet sind beispielsweise die Erdkröte und der Bergmolch, gefährdet ist der Teichmolch, die Gelbbauchunke und der Laubfrosch, die alle hier vorkommen könnten. Ortsvorsteher Patrick Schulz dankte im Namen des Ortschaftsrats dem Revierleiter dafür, dass jetzt in Schatthausen Laichgewässer für diese Arten geschaffen wurden. (stadt/red)
