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Händla S Woart goht zruck uff althochdeutsch handelon, bekannt seitm 8. Johrhondrt. Ghoaßa hoddas, dass ma Eabbes duat mid da Händ. So hoddas aagfanga....

Händla

S Woart goht zruck uff althochdeutsch handelon, bekannt seitm 8. Johrhondrt. Ghoaßa hoddas, dass ma Eabbes duat mid da Händ. So hoddas aagfanga. Schpäätr send aus deam Ausdruck handelon raus mai Ausdrick mid weitara Bedeitenga entwicklad woara. Huit mooma a weng uffbassa. Ma kaa handla, wemma eabbes duat, ond ma kaa mid Sacha handla. Ma kaa eabbes gschickt händla, also händeln, ond middanand händla, also schtreita. Ma kaa Handl treiba ond Händl aafanga. A Gschiichtle zum Vrdeitlicha: A graußr Boom ischd schau äwweil uff dr Grenz vom Grondschtick gschtanda, ond dees hot äll Johr z Schwätzed gea. No ischd jetzd oa Nochbr zo deara Eisiicht komma, dass dear Boom uff Dauer de guat Nochbrschaft belaschtad ond dass ma handla sodd. Dr ischd zom andara nomm, se haud ausghandlad, dass ma da Boom middanand omduat ond dass jedr d Hälfte vom Holz griagt. Jedr ischd mid deam Handl zfrieda gsei, ond se send oara Moaneng gsei, dass se des Problem guat ghändlad broocht haud. Abr no send se zom Handla gschritta ond haud da Boom omdau. Ond dear ischd uff oa Seita nom gfalla ond hot mid seina Äscht deet so a Manchs zemmagschlaaga. Ond ob dr zwangslaifega Froog, weelr jetz fir da Schaada uffkomma moss, send se es Reachta nei komma, ond, well a jedr deekt hot, ear sei em Reacht, ischas eena Händlarei ausgaartad. Z letschta send se so näsch gsei middanand, dass vo jetzd a koar mai middm andara gschwätzt hot. No hot dear Boom zwar, so gsea, wia beabsichtigt, noiz mai z schwätzed gea, abr letschtendlech haud se, well dr Handl zeeschta zwar guat ausgsea hot, abr wellas duurs Handla no zom Händl komman ischd, eescht reacht da nochbrschaftlecha Aufrieda eighandlad.

Händla (streiten)

Das Wort entstammt dem althochdeutschen Wort „handelon“, bekannt seit dem 8. Jahrhundert. Es benannte, dass etwas durch der Hände Arbeit geschieht. Das war der Beginn. Später haben sich aus diesem Ausdruck heraus weitere Bedeutungen entwickelt. Heute ist das Ganze diffiziler und man muss achtgeben. Man kann durch Tun handeln und mit Waren handeln. Man kann etwas gut händeln, also bewältigen, und miteinander händla, also streiten. Man kann Handel treiben und Händel anfangen. Eine kleine Geschichte zum Verdeutlichen: Auf der Grundstücksgrenze stand seit jeher ein großer Baum. Der gab alljährlich Anlass zum Zwist. Nun kam ein Nachbar zu der Einsicht, dass der Baum auf Dauer die gute Nachbarschaft belastet und dass jemand handeln sollte. Er ging zu seinem Kontrahenten und sie handelten miteinander aus, dass der Baum gefällt wird und dass jeder die Hälfte des Holzes erhält. Beide waren damit zufrieden und übereinstimmend der Meinung, das Problem gut gehändelt zu haben. Doch dann schritten sie zum Handeln und fällten den Baum. Dieser fiel auf eine Seite und richtete durch sein Fallen mit den Ästen erheblichen Schaden an. Ob der zwangsläufigen Frage, wer jetzt für den Schaden aufkommen muss, kamen sie ins Diskutieren und weil sich jeder im Recht wähnte, zuletzt ins Streiten. Schließlich waren sie so böse aufeinander, dass fortan keiner mehr mit dem anderen redete. Nun gab der Baum zwar, wie beabsichtigt, jetzt keinen Anlass mehr zum Darüber-Diskutieren, aber letztendlich haben die beiden, weil der Handel sich anfangs gut anließ, aber weil es durch das Handeln dann zum Streit kam, sich erst recht den nachbarschaftlichen Unfrieden eingehandelt.

(GG)

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Aktuell – Amtsblatt der Stadt Meßstetten
NUSSBAUM+
Ausgabe 11/2026
von Stadt Meßstetten
12.03.2026
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