Gut gebrüllt, Löwen: Wenn ein Eishockeyclub zur Mitgliederversammlung lädt, erwartet man Zahlen, Wahlen und vielleicht ein paar trockene Tagesordnungspunkte. Beim EHC Wiesloch jedoch bekam man am 18. April 2026 deutlich mehr geboten: Leidenschaft, Zusammenhalt – und eine klare Marschrichtung für die Zukunft. Erfreulicherweise wusste der Vorstand von der in der Saison 2025/2026 steil nach oben gehenden Kurve der Mitgliederzahlen zu berichten, welche eine Neustrukturierung der Eiszeiten- und der kostendeckenden Vereinsfinanzierungs-Struktur erforderlich macht. Ein sichtbarer Erfolg einer konsequent nachhaltigen Jugendarbeit. Während andere Vereine darben, steigen beim EHC die Mitgliederzahlen.
Dementsprechend waren auch zahlreiche Mitglieder diesmal zur nahezu frühsommerlichen Vereinsversammlung des in der „Eishalle am Gerbersruhpark“ in Wiesloch trainierenden und wettkämpfenden Vereins gekommen, die nicht nur im Winter Heimstätte des emotions- und actionreichen Kufensports ist, sondern sich allmählich als „Ganzjahresbasis“ etabliert. Denn: Beim EHC gilt inzwischen das Motto „Kein Eis? Kein Problem!“ – im Sommer wird auf Inlinern trainiert, geschwitzt und an der nächsten Saison gefeilt.
Ein emotionaler Höhepunkt des Abends waren diesmal die Ehrungen dreier prägender Persönlichkeiten des Vereins. Der erste Vorsitzende Bernhard Eppinger wurde für über 20 Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet – eine Zeitspanne, in der sich der Club stetig weiterentwickelt hat. Auch der zweite Vorsitzende Niklas Skarysz durfte sich über die Würdigung seiner 15-jährigen Mitgliedschaft freuen. Beide stehen exemplarisch für Kontinuität, Engagement und echte Vereinsliebe. Dabei wurde nicht vergessen der – letztjährig mit der goldenen Sportbundnadel geehrte – Ehren-Vorstand Andreas Hirn, dessen Wirken maßgeblich zur heutigen Stabilität und Ausrichtung des Clubs beigetragen hat. Auch sein Einsatz – oft im Hintergrund, aber stets wirkungsvoll – wurde von den Anwesenden auch heute noch mit großem Applaus honoriert.
Wenn man beim EHC Wiesloch von Nachwuchsarbeit spricht, fällt auch ein Name neben den junggebliebenen EHC-Trainern garantiert: Berit Binder. Seit vielen Jahren steht sie gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden Bernhard Eppinger auf dem Eis der Laufschule – dort, wo die ersten Schritte, besser gesagt: Die ersten wackeligen Schlittschuhmeter gemacht werden. Mit unermüdlicher Geduld, einem feinen Gespür für Kinder und einer ordentlichen Portion Humor hat Binder Generationen von kleinen Kufenflitzern begleitet. Wer beim EHC heute sicher übers Eis gleitet, hat nicht selten genau hier seine ersten Erfahrungen gesammelt – oft unter den wachsamen Augen von Binder. Nun darf sie sich ein kleines Stück zurücklehnen – zumindest ein bisschen. Denn mit den neuen Assistenztrainerinnen und -trainern bekommt die Laufschule tatkräftige Unterstützung. Für Binder bedeutet das: weniger unmittelbarer Dauereinsatz auf dem Eis, dafür mehr Raum, ihre Erfahrung weiterzugeben und das große Ganze im Blick zu behalten. Ganz weg vom Fenster ist sie damit natürlich noch lange nicht – und das wäre beim EHC auch kaum vorstellbar. Vielmehr beginnt für sie eine neue Rolle: die der Mentorin, der ruhigen Konstante im Hintergrund, die weiß, wie der Hase – oder besser gesagt: der Puck – läuft. Berit Binder wechselt nicht auf die Ersatzbank, sondern übernimmt das „Coaching aus der zweiten Reihe“ – mit Überblick, Erfahrung und dem gleichen Herzblut wie eh und je.
Neben den Ehrungen standen auch personelle Entscheidungen auf der Agenda. Der 1. Vorstand Bernhard Eppinger und 2. Vorstand Niklas Skarysz sowie Jugendleiter Tobias Mach sowie die bisherigen Beisitzer wurden in ihren Ämtern bestätigt – ein klares Zeichen für Vertrauen und Zufriedenheit mit der geleisteten Arbeit. Gerade die Jugendarbeit ist seit Jahren ein Aushängeschild des EHC Wiesloch und wird auch künftig eine zentrale Rolle spielen. Auch die Jugendtrainer der Eislöwen Laufschule Bernhard Eppinger, Lucas Tyler Zalek, Martin Zalek sowie der erfolgreichen stürmischen Eislöwen der U12 Vitalij Derzapf, André Jäger, André Kloe, Henrik Jäger sowie der kampfstarken Eislöwen U16Marian Sager-Kirsch, Tim Waibel, John Easterling. Jan Bartel, Jeremy Müller und der Sturm- und Drang Abteilung der Thunder- und Lightnings-Teams des EHC Tobias Mach, Rüdiger Mach, Mike Becker und Jannik Kollenz sowie die Routiniers des nimmermüden, erfolgreichen Old-Star-Teams Andreas Hirn, Joachim Schönberger mit deren Betreuern: Martin Oswald, Marion Hirn stehen voraussichtlich wiederum auch für die Saison 2026/2027 für die ehrenamtlichen Vereinstätigkeiten ihrer Abteilungen zur Verfügung. Neu besetzt wurden hingegen aufgrund digitaler Neustrukturierung Positionen in den Bereichen Schatzmeisterei (nunmehr Frau E. Klein) und Schriftführung (nunmehr Frau Vallon). Hier setzt der Verein auf frische Impulse, insbesondere im Bereich der digitalen Vereinsverwaltung und modernen Buchführung, Tatkraft und moderneren Kommunikationswegen. Die neuen Amtsträgerinnen und Amtsträger werden nach den Plänen der vereinseigenen Zukunftswerkstatt nicht nur modern verwalten, sondern aktiv gestalten – ganz im Sinne eines Vereins, der mit der Zeit geht und deren Zeichen erkannt hat.
Apropos Zeitgeist: Ein zentrales Thema der Versammlung war die fortschreitende Digitalisierung des Vereins: Mitglieder-Verwaltung, Buchführung und Trainingsmanagement wurden und werden zunehmend modernisiert und optimiert – ein Prozess, der bereits spürbare Fortschritte zeigt. Besonders hervorgehoben wurde dabei die aufopferungsvoll bis hin zur Erschöpfung geleistete Basis-Arbeit von Frau Nadine Appari, die maßgeblich an der Übergangseinarbeitung in die digitale Buchhaltung beteiligt war und ist. Eine Arbeit von nicht unerheblichem Umfang, welche noch nicht abgeschlossen ist. Mit Fachwissen, Geduld und einem klaren Blick für effiziente Strukturen begleitete sie den Verein in dieser schwierigen Stufe und auf diesem wichtigen Weg. Ein Schritt, der nicht nur Zeit spart, sondern auch Transparenz und Zukunftssicherheit schafft. Frau Appari, welche zuletzt Kassenwart und Schriftführung in Personalunion vereinte, wird nunmehr ihren neuen Schwerpunkt bei der arbeits- und kommunikationsintensiven Veranstaltungs-Orga des Vereins finden. Auch ihr wurde vom Vorstand mit einem kleinen Präsentkorb gedankt.
Nach dem offiziellen Teil ging es nahtlos in das Saisonende-Fest über – ganz im Stil eines Vereins, der weiß, wie man Arbeit und Gemeinschaft verbindet. Doch wer dachte, jetzt sei erstmal Pause angesagt, wurde schnell eines Besseren belehrt. Denn beim EHC Wiesloch gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Schon jetzt richtet sich der Blick auf das Sommertraining, auf „Inliner“-Einheiten in der sommerlichen Eishalle und intensive Konditionsarbeit. Die Grundlage für die kommende Wintersaison wird längst gelegt – mit Ehrgeiz, Struktur und einer gehörigen Portion Spaß.
Der EHC Wiesloch präsentiert sich als Verein mit starker Basis, engagierten Mitgliedern und einem klaren Plan für die Zukunft. Tradition und Moderne gehen hier Hand in Hand – und genau das macht den besonderen Reiz dieses Clubs aus. Die EHC-Mannschaft steht, die Taktik stimmt – und der Anpfiff für die nächste erfolgreiche Saison ist nur noch eine Frage der Zeit. (ehc/red)


