
Der Moment, auf einer Parkbank. Dort sitzt ein Mann, traurig, bedrückt und denkt über sein Leben nach. Darüber, was alles schiefläuft. Ein kleines Mädchen, das durch den Park schlendert, setzt sich zu ihm auf die Bank und fragt: „Warum bist du denn so traurig?“ Der Mann antwortet geknickt: „Ach weißt du, ich habe keine Freude im Leben. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Alles und alle haben sich gegen mich verschworen und nichts läuft so, wie es soll.“ Das Mädchen schaut verwundert und fragt weiter: „Wo hast du denn deine gelbe Tüte? Darf ich sie mal sehen?“ Der Mann versteht nicht: „Was für eine gelbe Tüte? Ich habe nur eine schwarze.“ Schweigend gibt er dem Mädchen die schwarze Tüte. Behutsam öffnet die Kleine die schwarze Tüte, blickt hinein und erschrickt: „Das sind ja nur schlimme Erlebnisse, Unglück, Schmerz, Angst und Leid!“ Der Mann entgegnet traurig: „Das ist ebenso, da kann ich nichts machen.“
„Hier, schau.“, sagt die Kleine und reicht dem Mann ihre gelbe Tüte. Etwas unsicher öffnet der Mann diese, und sieht ganz viele schöne Dinge: Sonnentage, glückliche Stunden, Lachen, Freude, Unbeschwertheit und Zufriedenheit. Er wundert sich, da das Mädchen noch so jung war, und fragt: „Wo ist deine schwarze Tüte?“ Die Kleine antwortet: „Die werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht mehr darum! Ich denke, es ist viel schöner und sinnvoller, meine gelbe Tüte immer weiter zu füllen. Immer, wenn ich Lust dazu habe oder traurig bin, schaue ich hinein. Dann geht es mir gleich wieder besser. Wenn ich dann alt bin, habe ich eine ganz volle Tüte und kann mir viele schöne Erinnerungen anschauen!“ Der Mann ist verblüfft und als er noch über die Worte der Kleinen nachdenkt, ist diese bereits verschwunden. Neben ihm liegt eine gelbe Tüte auf der Bank. Er öffnet sie zaghaft und sieht, dass sie fast leer ist. Nur ein herzliches Gespräch mit dem kleinen Mädchen ist darin. Der Mann lächelt, steht auf und nimmt die gelbe Tüte mit. Auf dem Heimweg entsorgt er seine schwarze Tüte im nächsten Mülleimer.- Ostern ist die Gelegenheit uns von angesammeltem Müll zu befreien. Dafür steht uns ein Entsorgungsexperte zur Seite: Jesus Christus , der den Müll unseres Lebens – Schuld, Sorgen & Co. – annimmt und uns davon befreit. Nicht alles muss bleiben, nur weil es da ist. Manches darf gehen. Altes loslassen, Ballast abgeben, Platz schaffen für das Leben. Was belastet, darf weg. Was wertvoll ist, bleibt. Und manches kann verwandelt werden. Für mehr Raum für Hoffnung, Licht und einen neuen Anfang. Haben Sie ihre schwarze Tüte noch?
-Stefan Harrer-


