
Doch obwohl er den Wahlkreis Rhein-Neckar klar gewonnen hat, ist er einer von sechs Kandidaten in Baden-Württemberg, denen ihr Sieg kein Direktmandat eingebracht hat – dank neuer Wahlrechtsreform.
Oppelt nimmt es gelassen: „Dann verdiene ich eben mit ehrlicher Arbeit mein Geld“, lacht er. Im Telefonat mit Nussbaum Medien erzählt er außerdem, dass er sich über jede einzelne Stimme gefreut habe. „Ich habe ein besseres Ergebnis als 2021 erzielt, darauf bin ich stolz.“ 29 CDUler aus Baden-Württemberg ziehen in den Bundestag ein, Oppelt ist Nummer 30 – und somit der erste Nachrücker. Entsprechend optimistisch sieht der gelernte Jurist in seine (politische) Zukunft: „Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, dass ich doch noch in den Bundestag einziehe.“ Zudem sei er erleichtert, dass es für schwarz-rot reicht – „bloß kein Dreierbündnis mehr“ – und hofft auf eine stabile Koalition.
Zur neuen Wahlrechtsreform, die ihn nun selbst betrifft, meint Oppelt: „Die Mängel werden allein darin sichtbar, dass es die Leute nicht verstehen. Die Gewinner kommen nicht in den Bundestag, die Verlierer ziehen ein, weil die Erststimme nicht mehr so viel wert ist.“ Den hiesigen Wahlkreis 277 Rhein-Neckar werden künftig nur noch zwei statt vier Männer in Berlin vertreten: Lars Castellucci (SPD) und Achim Köhler (AfD), die es über die jeweiligen Landeslisten ihrer Partei in den Bundestag geschafft haben.
Das neue Wahlrecht verkleinert den Bundestag von aktuell 733 auf 630 Abgeordnete. Demnach ziehen nicht mehr alle siegreichen Wahlkreis-Kandidaten automatisch in den Bundestag ein: Sie bekommen nur noch dann ein Mandat, wenn ihre Partei auf genügend Zweitstimmen kommt, anderenfalls geht der Wahlkreis leer aus. Das hat besonders die CDU getroffen: bundesweit schafften es 23 Wahlkreisgewinner nicht in den Bundestag. „Besonders hart finde ich, dass es auch meine Kollegen Alexander Föhr (Wahlkreis Heidelberg) und Melis Sekmen (Wahlkreis Mannheim) getroffen hat, die um jede Stimme gekämpft und ihre Kopf-an-Kopf-Rennen gewonnen haben und ebenfalls nicht reinkommen“, so Oppelt abschließend.
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