„Auf den Baumschnitt kommt es an“ (Zitat Armin Raidt)
Traditionsgemäß trafen sich am Tag vor Christi Himmelfahrt im Vereinsheim Malus 25 fachkundige Obstbauern, um den besten Most von Kiebingen zu bestimmen. Mit von der Partie waren auch 6 Ausschussmitglieder, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten.
So viel kann vorweggenommen werden, der neue Mostkönig hat viele Gesichter!
Nachdem der alte Mostkönig Klaus Mayer den Wanderpokal wieder zur Verfügung gestellt hatte, konnte das Wetteifern um den begehrten Titel beginnen. So konnte Vorsitzende Ulrike Geiger die Anwesenden begrüßen. Von ihr war zu erfahren, dass 15 Obstbauern ihren Most zur Prämierung eingereicht haben. Diese sollten nun von den Anwesenden bewertet werden.
Armin Raidt führte in der Folge durch den Abend. Er erklärte anhand des Vereinsmostes, wie die Bewertung vonstatten geht. So wurden zunächst die äußeren Merkmale Farbe und Klarheit bewertet. Anschließend ging es um die sensorischen Merkmale Geruch, Geschmack und Harmonie. Harmonisch ist ein Most laut Armin Raidt, wenn man freiwillig ein Viertele davon trinken will!
Schon bei der Verköstigung des Probemostes war es den Teilnehmern deutlich anzumerken, dass alle heiß darauf waren, ihren fachkundigen Rat loszuwerden. Aussagen wie „Sortenrein muss er sein“ oder „Birnen müssen rein“ sorgten für Unterhaltung.
Während sich die Prüfer warm tranken, war ein speziell geschultes Team des OGV im von Blicken abgeschirmten Küchenbereich des Malus damit beschäftigt, die eingereichten Proben zu anonymisieren und deren Alkoholgehalt zu messen. Dieser lag zwischen 5 und 6 Prozent und damit deutlich unter dem der vorherigen Jahre.
Während der Proben ging es hoch her. Viele Prüfer testeten nämlich auch nach Gehör und fragten einfach ihren Nebensitzer.
„Wie isch er denn?“. Antworten wie „Do brauchsch et mol Sprudel“ waren die Regel.Selten fielen Aussagen wie „A bissle flach“ oder „Der ka en Wurschtsalat nei“.
Glasklar und goldgelb waren die 15 eingereichten Mostproben. Es war kein einziger „trüber“ dabei. Die Prüfer waren sich in der Gesamtschau einig, dass man mit dem Obst aus dem Kiebinger Baumfeld einfach die besten Moste pressen kann. Dies sollte sich auch noch 1 Woche später bei der Kreismeisterschaft bestätigen.
Nach über einer Stunde Fleißarbeit war es Zeit für eine Stärkung. Solange sich die Tester über den Wurstsalat hermachten, erfolgte nun die Berechnung der Testergebnisse. Die einzelnen Moste wurden mit 296 bis 441 Punkten bewertet. Wie bei Bundestagswahlen üblich, wurde das Ergebnis anhand eines Balkendiagramms dargestellt.
Zunächst wurde Platz 3 bekannt gegeben, er ging mit 417 Punkten an Harald Grote, dem Mostkönig aus dem Jahr 2013. Er nahm mit seinem Most aus Bohnäpfeln, Bettacher, Bittenfelder und Gewürzluiken teil.
Platz 2 ging mit 421 Punkten an seinen Vetter Berthold Müller. Sicherlich wird sein Fasnetshaus dadurch noch weiteren Zulauf bekommen.
441 Punkte erhielt der Siegermost und dieser reifte im Fass unterhalb der Prüfer. Es handelte sich nämlich um den Most des Obst- und Gartenbauvereins, den Armin Raidt mit ins Rennen geschickt hatte. Dieser enthielt neben den Äpfeln des Vereinsgrundstücks noch 10 % Birnen von Werner Vollmer. So wird nun der Name OGV Kiebingen auf dem Mostkönigsfass im Vereinsheim verewigt.
Mostkönig oder Mostköniginnen sind wir also alle! Stellvertretend für die Mitglieder nahm Peter Lanz die Urkunde entgegen. Ulrike Geiger wurde die Königinnenkrone aufgesetzt.
Die 3 Siegermoste nahmen am 20.05.2026 an der landkreisweiten Feststellung der besten Moste im Landkreis Tübingen teil. Hier verfehlte der Most von Harald Grote haarscharf die Kreismeisterschaft. Sein Most landete auf Platz 2.
Wer also mit dem Vizemeister den Mostkönigsmost des OGV Kiebingen trinken will, hat dazu jeden Montag um 18 Uhr Gelegenheit. Hier treffen sich die Mitglieder des OGV wöchentlich am Vereinsheim Malus zum Green Monday.


