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Kirche & Religion

Motorradgottesdienst der Pfarrgemeinde Maria

„Stärke kann keine Lösungen erzwingen“ Noch im strömenden Regen trafen sich die Biker auf dem Parkplatz vor der „Ludwig-Erhard-Schule“...
„Leben in der Kurve“, der Motorradgottesdienst der Kirchengemeinde St. Maria vor der Firma Reiß am Lohrbacher Flugplatz.Foto: Uschi Grimm

„Stärke kann keine Lösungen erzwingen“

Noch im strömenden Regen trafen sich die Biker auf dem Parkplatz vor der „Ludwig-Erhard-Schule“ in Mosbach im Schatten der Josefskirche. Da es für Motorradfahrer kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt, machten sich sechzig Bikes und Trikes versehen mit Engel für Schlüsselbund und Band für Rückspiegel auf die gemeinsame, dieses Jahr verkürzte, Anfahrt zum Gottesdienst vor der Firma Reiß am Lohrbacher Flugplatz. Der stellvertretende Oberbürgermeister, Manfred Beuchert, war im Beiwagen von Bäckermeister Mayer unter ihnen, Minister Hauk musste sich wegen den laufenden Koalitionsverhandlungen entschuldigen. Engelbert Reiß hatte mit seinem Team inzwischen den Ort des Gottesdienstes vom Freien in die Halle verlegt, so konnte er fast dreihundert Besucher begrüßen, unter ihnen Polizistinnen und Polizisten der Präventionsabteilung mit Informationsmaterial. Dann legte der Gottesdienst mit dem gemischten Chor „Cantabile“ unter der Leitung von Rupert Laible und: „Komm und lobe den Herren“ los. Diakon Manfred Leitheim, zwar tropfnass, aber froh über den dennoch guten Besuch, betete: „Eine Straße ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Im Prinzip. Diesem Prinzip stellen sich Berge in den Weg: Flüsse, Seen, Dörfer und tausendjährige Eichen. Darum hat die Menschheit die Kurve erfunden. Mit dem Gott, der uns enge Kurven und lange Geraden schenkt, der uns sicher nach Hause geleitet. Auf diesen Gott, der heute hier anwesend ist, vertrauen wir.“ – der Gottesdienst hatte das Motto: „Leben in der Kurve“. Gemeinsam betete man den „Psalm der Motorradfahrer“: „Ich will Dich loben, Du Gott des Himmels und der Erde, der Du die Welt geschaffen hast. Ich will Dich loben, der Du die Berge und die Seen, die Wiesen und die Wälder meinem Auge zeigst. Ich will Dich loben, der Du die Straße vor mir ausbreitest, die Straße mit dem glatten Asphalt. Biker Jürgen Blatz sprach für alle die Fürbitten: „Wir bitten Dich, Gott, darum sind wir heute hier: Begleite uns auf unseren Wegen, auf den Fahrten, den guten und den schlechten.“ In seiner Predigt betonte Diakon Leitheim: „Alles, was den Menschen auszeichnet, das wächst im Motorradfahren zusammen. Die Krone der Schöpfung findet zu sich selbst. Aber eine halbe Schippe Sand an der falschen Stelle und die ganze Balance der Kräfte bricht zusammen. Ein anderer macht einen Fehler und der Tod ist zum Greifen nah. Stärke und Schwäche hängen irgendwie zusammen. Im christlichen Glauben steckt die uralte Erfahrung: Stärke kann keine Lösungen erzwingen. Im Gegenteil, es ist das scheinbar Schwache, was die Welt verändert. Sind wir Motorradfahrer diesem Geheimnis auf der Spur?“

Mit dem gemeinsam gesungenen irischen Segen: „Möge die Straße uns zusammenführen“, erinnerte man sich an die Hoffnung, dass man sich wiedersehen werde und die Gewissheit, dass Gott uns solange in seiner Hand hält. Während des Schlussliedes von „Cantabile“, „You Raise Me Up“ segnete der Diakon Anwesende, Motorräder, Motorroller, Trikes mit Weihwasser. Damit endete der Gottesdienst, jedoch lange noch nicht das Beisammensein bei Gesprächen, Essen und Getränken.

Foto: Uschi Grimm
Erscheinung
Stadtanzeiger Mosbach
Ausgabe 18/2026
von St. Josef MosbachRedaktion NUSSBAUM
27.04.2026
Orte
Mosbach
Kategorien
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Panorama