Ein Bericht von Werner Weber 09.05.2026
Wettkämpfe – Beim Mountainman in Nesselwang werden verschiedene Distanzen angeboten: S/M/L/XL/XXL. Im letzten Jahr war ich mit dem TSV-Lauftreff vor Ort und der XL (42 KM / 2750 HM) war ein guter Einstieg, um abzuschätzen, wie der XXL (70 KM / 4000 HM) sein würde.
Der diesjährige XXL war auch gleichzeitig der Wettkampf für die deutschen Ultrameisterschaften 2026, entsprechend war auch die Stimmung vor Ort „highly motivated“ mit einem ausgebuchten Lauf. Johannes Wingenfeld gewann bei den Männern in unglaublichen 6:28:08 und bei den Frauen gewann Lisa Wimmer in herausragenden 7:32:03. Beides sind neue Streckenrekorde!!
Wetter – Am Vortag war sich der Veranstalter sicher, dass das Wetter und die Strecke besser sein würden als jemals zuvor. Als ich im leichten Nieselregen nach durchgeregneter Nacht um 6:00 am Start stand, konnte ich der Aussage nur bedingt zustimmen. Über den Tag wurde das Wetter immer besser, aber teilweise waren die Trails schlammig und rutschig. In Summe hatten wir Sportler aber großes Glück, denn das Maiwetter in Nesselwang war kalt und sehr durchwachsen.
Strecke – Der XXL startet am Sportzentrum etwas außerhalb von Nesselwang und biegt nach wenigen Metern schon auf den Trail zum Wasserfallweg ab. Bis KM 5 zum Kappelkopf geht es mächtig auf steilen Wurzelwegen den Berg hinauf. Die erste Verpflegungsstation (VP 1) ist bei der Kappeler Alm nach KM 8. Von hier aus geht es relativ entspannt und flach bis zur Talstation der Breitenbergbahn in Pfronten mit der VP2 bei KM 20. Die knapp 4000 Höhenmeter müssen ja irgendwo herkommen und so geht es unmittelbar nach der VP2 in Serpentinen hoch auf den Breitenberg und auf der anderen Seite auch wieder entsprechend herunter.
Bei VP3 liegen 30 KM hinter uns, aber noch einige „interessante“ Teile vor uns. Bei KM 40 kommen wir zu VP 4 an der Vilstalstraße und es beginnen 20 KM mit vielen harten Trail-Anteilen und nochmal mächtig Höhenmetern. VP 5 die Alpe Stubental bei KM 50 hat eine Cut-off Zeit von 9 Stunden 30 Minuten und ist deshalb eine zusätzliche Herausforderung, um sicher in der Zeit zu bleiben. Nach der VP5 ist der Lauf zeitlich entspannter, da die verbleibende Zeit gut reicht, um rechtzeitig ins Ziel zu kommen. VP 6 die Alpe Untere Reuter Wanne bei KM59 wird genutzt, um die Energie für den brutalen letzten Aufstieg (teilweise 35 %) zu sammeln. Nach gut 2 KM sind die Höhenmeter im Wesentlichen eingesammelt und es geht den Berg Richtung Grüntensee herunter, um dann technisch weniger anspruchsvoll bis ins Ziel zu kommen. Die Strecke ist abwechslungsreich, herausfordernd und sehr schön. Was will der Trail-Läufer mehr?
Mein Lauf – Für die doch sehr durchwachsene Vorbereitungszeit im Jahr 2026 lief es für mich sehr gut. Bis KM 45 hat sich die Muskulatur wenig gemeldet, aber dann schon sehr deutlich. Mit entsprechenden kurzen Fotopausen und selektivem Durchdehnen war die Strecke aber sehr gut machbar und ich konnte auf dem flachen Endteil dann sogar noch sehr gut joggen. Die mangelnde Vorbereitung vor allem in Bezug auf die negativen Höhenmeter wurde dann mit 5 Tagen mächtigem Muskelkater „belohnt“, den ich aber gerne im Rahmen dieses super Events „mitgenommen“ habe.
Fazit – Ein klasse Lauf, ein starkes Teilnehmerfeld vor allem in der M60 und eine super Organisation. Für mich meine erste deutsche Ultratrail-Meisterschaft und ein großartiges Erlebnis!
Ergebnis (329 Teilnehmende)
264. Werner Weber (17.AK60 von 22) in 13:15:55


