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Heilende Kraft der Liebe löst den Fluch

Musical "Die Schöne und das Biest" in Hockenheim

Den Auftakt des Kulturjahrs 2026 in der Hockenheimer Stadthalle bildete am 2. Januar die Musicalfassung von "Die Schöne und das Biest".
Biest und Diener
In der Stadthalle Hockenheim zeigte das Theater Liberi das Musical "Die Schöne und das Biest".Foto: GK

Den Auftakt des Kulturjahrs 2026 in der Hockenheimer Stadthalle bildete am 2. Januar die Musicalfassung des Märchens „Die Schöne und das Biest“. Damit setzte die Stadthalle gleich zu Jahresbeginn einen stimmungsvollen Akzent und gab den Startschuss für eine abwechslungsreiche Reihe kultureller Veranstaltungen, die das ganze Jahr über geplant sind.

Hauch von Magie

Das Theater Liberi aus Bochum hielt seine Ankündigung in jeder Beziehung ein: Die Musical-Adaption von „Die Schöne und das Biest“ zog nicht nur die Jüngsten sofort in ihren Bann, sondern fesselte ebenso die erwachsenen Besucher. Das 2008 gegründete Ensemble hat sich zur Aufgabe gemacht, bekannte Kinderbuchklassiker in altersgerechte Familienmusicals zu verwandeln. Dabei stammen sämtliche Elemente der Aufführung aus eigener Hand – vom verfassten Drehbuch über die komponierten Melodien bis hin zu den mit Liebe handgefertigten Kostümen und dem flexibel einsetzbaren, sich wandelnden Bühnenbild. Besonders ins Auge fiel die akribische Ausarbeitung jedes Details: Ob Stoffwahl und Nähkunst der Gewänder, die sorgfältig abgestimmten Farben und Accessoires oder die durchdachte Beleuchtung und kleine Requisiten – all das trug dazu bei, der Inszenierung einen zusätzlichen Hauch von Magie zu verleihen. Das bewegliche Bühnenbild wechselte fließend zwischen den Szenen und ermöglichte stimmungsvolle Übergänge, die die Fantasie der Zuschauer beflügelten.

Zeitgemäße Fassung

Die musikalische Begleitung, bestehend aus einfühlsamen, originellen Eigenkompositionen, verlieh den Szenen zusätzliche Tiefe und emotionale Nuancen. Dazu passten die Choreografien, die zwischen schnellen, spritzigen Sequenzen und sinnlich ruhigen Passagen wechselten und so für eine lebhafte, abwechslungsreiche Dynamik sorgten. Auch die schauspielerische Leistung hinterließ einen starken Eindruck: Mit ansteckender Spielfreude und großer Präsenz gestalteten die Darsteller - in den Hauptrollen Asya Pritchard als Belle und Philipp Hiller als Biest - ihre Figuren und die zwischenmenschlichen Verflechtungen so glaubwürdig, dass sowohl Mitgefühl als auch Spannung gleichermaßen erzeugt wurden. Der Liberi-Autor Helge Fedder hat das 1740 erstmals veröffentlichte Volksmärchen neu interpretiert und als Musical gestaltet: Seine Inszenierung ist eine klangliche Reise, die von Pop über Rock und Schlager bis zu Chanson und folkloristischen Tönen reicht. Auf diese Weise entsteht eine moderne, zeitgemäße Fassung des traditionellen Erzählstoffs, die alte Motive mit aktuellen musikalischen Ausdrucksformen verbindet und das Märchen für heutige Zuhörer und Zuschauer neu erschließt.

Wahre Schönheit

„Die Schöne und das Biest“ bleibt ein altes Märchen über die heilende Kraft der Liebe — eine Liebe, die so mächtig ist, dass sie einen finsteren Fluch auflösen kann. In der Erzählung wird ein einstiger Prinz durch einen Zauber in ein furchteinflößendes Biest verwandelt; sein Zuhause verwandelt sich in ein von Stein und Magie bestimmtes, einsames Reich, in dem die Zeit und das Leben anders scheinen. Im Zentrum steht die Reise zur Erkenntnis, dass wahre Schönheit und Erlösung nicht von äußeren Gestalten abhängen, sondern von Mitgefühl, Verständnis und der Bereitschaft, über das Offensichtliche hinauszusehen.

Unterhaltsames Erlebnis

Wie so oft in Märchen endet auch diese Erzählung glücklich: Belle hört auf ihr Herz, verliebt sich in das Biest, das sich am Ende wieder in einen Prinzen zurückverwandelt. Der Theaternachmittag war kurzweilig, ausgesprochen angenehm und insgesamt sehr gelungen; die engagierten Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Musicaldarstellerinnen und -darsteller lieferten durchweg überzeugende und mitreißende Darbietungen. Bühnenbild, Musik und Inszenierung ergänzten sich harmonisch und sorgten dafür, dass das Publikum — ob Jung oder Alt — von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt war. Ein unterhaltsames Erlebnis, das alle Besucherinnen und Besucher gleichermaßen begeistert zurückließ.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM / gk
05.01.2026
Orte
Hockenheim
Kategorien
Bühne
Kultur
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