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Musik stärkt die Schulgemeinschaft

Besonders ist beim Special Concert des Königsbacher Gymnasiums schon allein der Umstand, dass Schüler und Lehrer gemeinsam auftreten. Auf das Publikum...
Etwa ein Viertel des gesamten Kollegiums steht auf der Bühne der Remchinger Kulturhalle, als der Lehrerchor unter der Leitung von Lena Kunzmann auftritt.Foto: Nico Roller

Besonders ist beim Special Concert des Königsbacher Gymnasiums schon allein der Umstand, dass Schüler und Lehrer gemeinsam auftreten. Auf das Publikum warten einige Überraschungen, darunter eine Weltpremiere.

Das vorletzte Lied ist eine Weltpremiere. Gunter Noee hat es selbst geschrieben, extra für diesen Abend. In den Weihnachtsferien, als es draußen kalt und ungemütlich war, goss der Lehrer den Schulalltag in gereimte Verse. Entstanden ist eine liebevolle Hymne auf das Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium: über Schüler und Lehrer, über die Erlebnisse in den Pausen, die Gespräche an der Bäckertheke, die Stimmung im Lehrerzimmer, über den Unterricht, über das Schulhaus und über all das, was in den Klassenzimmern zurückbleibt, wenn die Schüler gegangen sind. Oft hat die Lehrerband das Stück zwar nicht geprobt. „Es klingt auch immer anders, wenn wir es spielen.“ Doch dem Publikum gefällt, was es zu hören bekommt. Sogar so gut, dass spontan mitgeklatscht wird und der Applaus kein Ende nimmt.

Es gibt am Mittwoch in der Remchinger Kulturhalle viele Momente, die deutlich machen, warum das Special Concert des Königsbacher Gymnasiums seinen Namen zu Recht trägt, warum es an diesem Abend um mehr geht als um das Präsentieren zuvor eingeübter Stücke. Sie bleiben ebenso in Erinnerung wie die Freude in den Gesichtern der Schüler, die humorvollen Anekdoten aus den Proben und die unzähligen in die Luft gehaltenen Handys, die den Saal mit ihren LED-Lämpchen in ein großes Lichtermeer verwandeln.

In fünf Chören und Bands stehen und sitzen insgesamt rund 100 Schüler und Lehrer auf der Bühne, um ihrem Publikum eine große musikalische Bandbreite zu kredenzen: vom Creedence Clearwater Revival bis zu Justin Timberlake, von der gefühlvollen Ballade bis zum wilden Jazz-Klassiker. „Jeder zeigt etwas, jeder gibt etwas von sich preis“, sagt Direktor Hartmut Westje-Bachmann, der immer wieder beeindruckt ist, was die Schüler alles leisten können. Denn es gehört viel Mut dazu, vor mehr als 600 Zuhörern aufzutreten, erst recht als Solist. Für Westje-Bachmann sind an diesem Abend alle gleich, im positiven Sinn: Alle singen und spielen, weil es ihnen Spaß macht, weil sie anderen eine Freude bereiten wollen. „Keiner ist hier Profi.“ Trotzdem läuft alles reibungslos, auch bei der Unter- und Mittelstufen-Bigband, die das Konzert eröffnet und ebenso eine Zugabe spielen muss wie alle anderen Gruppen. Kein Wunder nach einem farbenreich inszenierten Ausflug zu den Village People, einem gefühlvoll entfalteten James-Bond-Titelsong, mitreißend interpretierter Popmusik und einer Nummer, die unter dem Titel „Turn it up“ in zahlreichen Tempo- und Taktwechseln dem Funk huldigt.

Nicht nur die Jüngsten lassen warmes, weiches Blech auf starke Stimmen treffen, sondern auch ihre älteren Kollegen der Ober- und Mittelstufen-Bigband, die bei ihrem Auftritt einen weiten Bogen spannen. Stilsicher geht es durch die Genres und Epochen, vorbei an den legendären Blues Brothers, an der Swing-Shuffle-Nummer „Wise Up“ und an der entspannt vor sich hin fließenden Musik aus dem Film „Shaft“. Mit viel Fingerspitzengefühl setzen sie den Jazz-Standard „It‘s only a Paper Moon“ in Szene, mit viel Dynamik die wilden Wendungen, die bei „The Raider returns“ entstehen, wenn inmitten treibender Rhythmen harmonisch angelegte Passagen auf kreative Unruhe treffen. In der Mitte der Bühne steht Lehrer Johannes Weiß, der sich die Gesamtleitung mit seiner Kollegin Lena Kunzmann teilt. Während er für die Bands zuständig ist, übernimmt sie die Chöre.

Schon kurz nach Schuljahresbeginn haben sie mit den Proben begonnen, mit Stücken, die sie unter anderem nach Spielbarkeit, Abwechslungsreichtum und Qualität des Arrangements ausgewählt haben. Immer wieder greifen sie dabei Vorschläge der Schüler auf, etwa von den Abiturienten, die angeregt haben, mit dem Oberstufenchor den Fokus auf Disney-Filme zu legen. Die Schüler intonieren präzise und fokussiert, mit einem feinen Gespür für Zwischentöne und den Charakter der Stücke. Wobei ihnen die Lehrer in nichts nachstehen, als sie mit viel Wärme zu Stings melancholischen „Fields of Gold“ entführen und mit „Lean on me“ für Menschlichkeit werben. Tosender Beifall ist nicht nur ihnen sicher, sondern auch dem Lions Club Remchingen Pfinztal, der die Schule erneut bei der Hallenmiete unterstützt hat. – Nico Roller

Die Lehrerband nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Zuerst setzen sich die Pädagogen todschicke Perücken auf, dann spielen sie einen selbst komponierten Song.Foto: Nico Roller
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Ausgabe 24/2026
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