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Nachbericht der Veranstaltungen 2025 im Mörike-Museum Cleversulzbach

Gedenkstunde am 4.6.2025 „Es war schon ein wenig unser Mörike“. Besser kann man es im Prinzip nicht sagen. Zahlreiche Mörike-Begeisterte aus nah...

Gedenkstunde am 4.6.2025

„Es war schon ein wenig unser Mörike“. Besser kann man es im Prinzip nicht sagen. Zahlreiche Mörike-Begeisterte aus nah und fern waren anlässlich der Feier zum 150. Todestag Eduard Mörikes am 4. Juni 2025 auf Einladung des Freundeskreises des Mörike–Museum im festlich geschmückten Saal des Mörike-Museums Cleversulzbach zusammengekommen, um einen überregional bekannten und noch heute hochverehrten Dichter zu huldigen.

Mörike, der von 1834 bis 1843 in Cleversulzbach als Pfarrer tätig war, hat in dieser Zeit zahllose Gedichte, Erzählungen und Briefe verfasst. Hier hatte er, zum Nutzen der Nachfahren, genug Freiraum. So formuliert es der ehemalige Dekan Christoph Hirsch in seinem Nachwort in einem Buch über das Leben und Wirken Mörikes in Cleversulzbach, das auf Initiative des Freundeskreises 2004 entstanden ist.

Es ist ein literarisch-musikalischer Hochgenuss, der vom Verein an diesem Abend angeboten wurde. Es war auch der passende Rahmen, um Werner Uhlmann als Gründungsvorstand für seinen jahrzehntelangen, unermüdlichen Einsatz besondere Anerkennung zu zollen. Der Vereinsvorsitzende Dirk Seebold erinnerte mit dem Gedicht „Wo find ich Trost?“ an die herausragende Gedenkrede des Mörike-Experten Albrecht Goes (1908 - 2000), Schriftsteller, Dichter und Pfarrer, anlässlich von dessen 100. Todestag im Jahre 1975. Das Mörike-Verein-Urgestein Werner Uhlmann entzündete am Flügel die Lebenskerze zu „Im Nebel ruhet noch die Welt“. Ilse Oette erinnerte an den elfjährigen Mörike mit einem Gedicht aus seiner Feder und einem weiteren, zehn Jahre später entstandenen, wehmütigen Gedicht „An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang“. Dazu wechselten sich Ilse Oette, Dirk Seebold und Werner Uhlmann im Anschluss bei der Lektüre des Gedichts „Der Turmhahn“ ab. Ferner gab es Geschichten über die in Cleversulzbach befindlichen Gräber der Mütter von Schiller und Mörike und über die letzten Tage Mörikes, bevor Luise Walther einen Scherenschnitt vom Kopf des toten Dichters machte. In jedem Beitrag war es spürbar: Mörike war stets unstet und zerrissen zwischen Dichtkunst und der für ihn trostlosen Wirklichkeit des Pfarrdienstes. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom virtuosen Geiger Johannes Eleftheriadis, der – und hier traf er sich mit Mörike – für das Publikum eine hochentwickelte Mehrstimmigkeit auf nur einem Instrument zaubern konnte. Herr Eleftheriadis spielte Stücke von Johann Sebastian Bach und dem von Mörike geliebten Mozart. Mörike starb am 4. Juni 1875 und wurde auf dem Pragfriedhof in Stuttgart beigesetzt. 1996 kam es zur Einrichtung des Museums in Cleversulzbach und infolgedessen zur Gründung des Mörike-Vereins, dem als Vereinszweck neben der Planung und der Durchführung zahlreicher Veranstaltungen die Pflege des und Aufsichten im Museum obliegen.

Mörike-Fest vom 28. bis 29.6.2025

Alljährlich erinnern die Freunde des Mörike-Museums mit ihrem Mörike-Fest an den Aufzug des Dichterpfarrers Mörike und dessen Familie in Cleversulzbach am 3. Juli 1834. In diesem Jahr fand das Fest aus terminlichen Gründen am letzten Juniwochenende statt. Eröffnet wurde das Wochenende am Samstagabend durch eine Lesung mit Alexander Köhrer. Es war ein organisierter Leseabend aus Köhrers neustem Buch „Mörike liebt“, eine Coming of Age Geschichte über Mörike und seine Zeit, im großen Saal im Mörike-Museum, der die zahlreichen Gäste auf das Festwochenende eingestimmt hat. Begleitet wurde diese Veranstaltung durch ein Streichertrio der Musikschule Neuenstadt mit Natasa Dastelen (Violine), Jordanis Eleftheriadis (Viola) und Jochen Hennings (Violincello).

Das Gedicht „In der Frühe“ von Eduard Mörike bildete die Grundlage für den literarischen Festgottesdienst am Sonntagmorgen. Im Anschluss konnten die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder zahlreiche Besucher im Museumshof beim traditionellen Höhepunkt des Fests mit gefülltem Schweinebraten, Maultaschen aus Cleversulzbach, Turmhähnen in diversen Varianten und Kuchen zu einem geselligen Beisammensein begrüßen. Gegen eine Spende konnten die Gäste größere und kleinere Mörike-Büsten aus dem 3D-Drucker von Freundeskreis-Schatzmeister Andreas Stahl erhalten. Alexander Köhrer signierte sein Buch, darunter auch für den Neuenstadter Bürgermeister Andreas Konrad, der sich von der Veranstaltung begeistert zeigte. Auf das Mörike-Fest im nächsten Jahr darf man sich schon heute wieder freuen.

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Neuenstadter Nachrichten
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Ausgabe 38/2025
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