
Obst- und Gartenbauverein Berkheim e. V.
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Winterschnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Berkheim
Am Samstag, den 7. Februar 2026 veranstaltete der OGV Berkheim seinen Winterschnittkurs. Das Wetter passte dieses Mal optimal, und zahlreiche Interessierte fanden sich auf der Obstanlage beim Krinnhof ein.
Nach einleitenden Erläuterungen zum Thema Obstgehölze wie Schnittzeitpunkte und Düngung ging es erst mal zu ein- und zweijährigen Bäumen, die einen Erziehungsschnitt erhielten. Je nach Wuchsstärke der Unterlage dauert dies 3 bis 15 Jahre, erklärte der Fachwart des Vereins Martin Krinn.
Zahlreiche Fragen kamen während der Schnittdemonstration auf, die der Fachwart beantworten konnte.
Bei einem zehnjährigen Hochstamm der alten Sorte Kardinal Bea zeigte Martin Krinn einen Erhaltungsschnitt, da er diesen Hochstamm nicht so hoch werden lassen möchte.
Äste, die in quer oder senkrecht in das Kroneninnere zeigten, wurden konsequent entfernt. Am oberen Ende der Stammverlängerung wurden zu starke Äste entfernt.
„Licht und Luft sollen in das Kroneninnere“ so Martin Krinn.
Zu dicht stehende Astpartien an den Fruchtästen oder hängendes altes Holz lichtete er aus. 10 bis 30 Prozent des Kronenvolumens sollen je nach Vitalität entfernt werden, war ein Tipp.
Ein Wunsch der Teilnehmer war auch der Schnitt eines kompakten Spindelbaumes.
„Ein Spindelbaum sieht so aus wie ein Weihnachtsbaum“, erklärte der Fachwart.
„Unten breitere stärkere Fruchtäste und nach oben hin werden die Äste kürzer und schwächer. Der Lichteinfall muss konsequent von oben nach unten gehen“.
Erstaunt waren die Teilnehmer über die konsequente Herangehensweise.
„Macht bitte keine Doktorarbeit daraus“. Beim ganzen Entfernen eines kompletten Astes riet Martin Krinn einen circa 5 cm langen schräg nach unten geschnittenen Zapfen stehenzulassen. Aus den schlafenden Augen wird wieder ein neuer Ast nachwachsen, war die Antwort auf sein Tun.
Auch auf verschiedene Krankheiten wie Obstbaumkrebs oder Mehltau ging der Fachwart ein. „Obstbaumkrebs gehört bis ins gesunde Holz entfernt und entsorgt. Mehltau kann man einfach abschneiden und liegenlassen. Da passiert nichts. Fruchtmumien sollten, wenn es geht, auch entfernt werden. Sie übertragen die Krankheiten in die kommende Saison“.
Zum Schluss wurden das gute Wetter und das Durchhaltevermögen der Teilnehmer ausgenutzt und ein Abstecher zum Beerenobst gemacht.
Hier wurde das Auslichten von Johannisbeersträuchern gezeigt. Ein Tipp vom Fachwart war, dem Strauch um die 9 Triebe zu lassen. 3 einjährige, 3 zweijährige und 3 dreijährige Triebe aus dem Boden.
Nach so vielen Infos lud der Obst- und Gartenbauverein die Gäste zu Kaffee und Glühmost ein. Dabei konnten vom Fachwart noch zahlreiche Fragen beantwortet werden. MaKr


