Rund drei Wochen alt sind die diesjährigen drei Jungstörche auf dem Mühlheimer Kirchturm der Kilianskirche. Grund genug für die Naturwichtel der Naturerlebnisgruppe (NEG) Sulz beim Storchenbeauftragten im NABU Hartmut Polet in Mühlheim vorbeizuschauen. So traf der Storchenbeauftragte auf eine wissbegierige Gruppe, welche auch an Fragen nicht geizte und während der ganzen Stunde recht diszipliniert den Vortrag verfolgte. Bei seiner Eingangsfrage „Wer von euch hat schon die Mühlheimer Störche kreisen sehen?“ gingen die meisten Hände blitzschnell nach oben. Anhand seines aufgebauten Spektiv erklärte Hartmut Polet, wie er jeden Tag das Mühlheimer Storchennest sogar aus seiner Garage heraus beobachten kann, bevor der NEG-Nachwuchs selber mit dem Spektiv auf das Nest schauen durfte. Mit einem mit viel Liebe gebastelten Mininestes konnte Polet den Nestaufbau verständlich erklären. Ein leidiges Thema, das trotzdem in keinem seiner Vorträge fehlen darf, ist der Hinweis: „Plastik bitte nicht wegwerfen. Die Storcheneltern bringen es in das Nest und das Jungtier, das alles frisst, muss unter Umständen qualvoll ersticken“, mahnte der Storchenexperte. Die Beringung spielt für Polet eine große Rolle, denn hiermit habe der Storch quasi einen Namen und so können die Flugrouten genau erforscht werden. Anhand der Ringnummern stelle man auch fest, dass Störche sehr ortstreu wären und häufig an das Nest des Vorjahrs zurückkehren würden, so Polet. In Kürze stehe auch die Beringung der Mühlheimer Jungstörche bevor, informierte Polet. Stolz ist der eingefleischte Storchenbetreuer darauf, dass das SWR-Fernsehen schon Gast beim Beringen gewesen war.

