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Abkühlung bei Hitze kann gefährlich sein

Neckar, Rhein, Donau, Bodensee: So badet man sicher in BW

Heiß, heißer, Badespaß - für viele am liebsten in natürlichen Gewässern. Im Südwesten locken zahlreiche Seen und Flüsse. Was es zu beachten gilt und wo es sich besonders gut baden lässt.
Wer sicher in Seen und Flüssen in Baden-Württemberg schwimmen gehen will, sollte ein paar Dinge beachten. (Symbolbild)Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Neckar, Rhein, Bodensee: In Baden-Württemberg locken viele Seen und Flüsse mit Abkühlung bei hohen Temperaturen. Doch das Baden in natürlichen Gewässern bringt auch Gefahren mit sich. Was es grundsätzlich zu beachten gilt, wo Schwimmen erlaubt ist und wo nicht - und wo es sich besonders lohnt:

Was gilt es beim Baden in natürlichen Gewässern zu beachten?

Generell gilt: An unbewachten Seen und an allen Flüssen rät die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Baden oder Schwimmen ab, wie der Landesverband Württemberg mitteilt. Der DLRG Landesverband Baden schreibt: «Bei Flüssen besteht allein schon aufgrund der Strömung erhöhtes Risiko». Dies gelte insbesondere im Umfeld von Wehren, Wasserfällen und künstlichen Dämmen. Flüsse, auf denen Schifffahrt stattfinde, solle man möglichst meiden. «Vom Schwimmen in Bundeswasserstraßen wie dem Rhein oder dem Neckar raten wir grundsätzlich ab.» Auch bei Main und Donau gelte: Baden nur in ausgewiesenen Flussbädern.

Wie ist die Wasserqualität in den Flüssen?

Aus hygienischer Sicht ist das Baden in Flüssen laut Gesundheitsministerium stets mit einem gewissen Risiko verbunden. In viele größere Flüsse im Südwesten würden unter anderem gereinigte Abwässer aus den kommunalen Kläranlagen eingeleitet. «Das Landesgesundheitsamt rät generell vom Baden in Fließgewässern ab, da diese mit Ausnahme von wenigen, ausgewiesenen Badestellen amtlich nicht kontrolliert werden», heißt es in einer Mitteilung. Somit sei nicht auszuschließen, dass mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der Grenzwerte vorlägen.

Was gilt es beim Baden in Seen zu beachten?

«Wir empfehlen grundsätzlich möglichst nur an Seen mit Aufsicht zu baden», heißt es von der DLRG in Baden. «Potentielle Gefahrenquellen gibt es in Seen viele – steil abfallende Ufer, abrutschende Ufer an Baggerseen, Unterwasserpflanzen und andere Hindernisse unter Wasser.» Diese könnten vor allem bei eingeschränkter Sicht aufgrund von trübem Wasser eine große Gefahr darstellen. Die Badestellen unter DLRG-Bewachung sind auf der Internetseite der DLRG aufgelistet.

«Bei den Seen sind vor allem die Seen mit noch laufendem Kiesabbau besonders gefährlich», heißt es weiter. Dazu zähle etwa der sehr stark besuchte Epplesee im Landkreis Karlsruhe. «Badeverbote sollten unbedingt beachtet werden.»

Grundsätzlich wichtig ist laut der DLRG in Württemberg, nur dort hineinzuspringen, wo man auch sieht, was unter der Wasseroberfläche ist - also in klares Wasser. Zudem sei es wichtig, über das Ufer einzusteigen, damit sich der Körper langsam an das kühle Wasser gewöhnen könne. Die Naturschutzorganisation BUND rät zudem, nur über offene Ufer, also ohne Röhricht- oder Pflanzenbewuchs, ins Wasser zu gehen - zum Schutz etwa von Wasservögeln, besonderen Pflanzen und laichenden Fröschen.

Nur an bewachten Badestränden in das Wasser zu gehen, ist eine Grundregel. (Symbolbild).Foto: Uwe Anspach/dpa

Inwiefern gibt es problematische Seen im Südwesten?

Fast alle Seen und Flüsse in Baden-Württemberg haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine gute Wasserqualität. Mit Blick auf die Wasserqualität gibt es demnach aktuell nur zwei Problemgewässer: Der Badesee Schießtal in Schwäbisch Gmünd sowie der Metzisweiler Weiher in Bad Wurzach wiesen «hinsichtlich der hygienischen Bewertung einen mangelhaften Zustand auf», schreibt das Ministerium. Dies seien von 312 überwachten Badestellen in Baden-Württemberg die einzigen zwei.

Auch das Ministerium empfiehlt, nur ausgewiesene Badestellen zu nutzen. Nur diese würden regelmäßig auf den hygienischen Zustand und mikrobiologische Belastungen hin überprüft, hieß es weiter. Infotafeln oder Warnschilder vor Ort sowie die Badegewässerkarte des Landes informierten über die aktuelle Wasserqualität und mögliche Gefahren.

Wo lässt es sich am besten schwimmen in der Natur im Südwesten?

Die DLRG in Württemberg empfiehlt als besonders schön gelegene Seen den Breitenauer See in Obersulm-Affaltrach (Landkreis Heilbronn), den Aileswasensee in Neckartailfingen (Landkreis Esslingen) und den Bucher Stausee bei Buch (Ostalbkreis) mit seinem 150 Meter langen Sandstrand.

Gut geeignet bei den Flüssen sind laut der DLRG in Baden etwa die ausgewiesenen Strandbäder am Hochrhein, wie zum Beispiel das Rheinstrandbad in Gailingen (Landkreis Konstanz). Zudem bieten demnach einige Veranstalter mit Booten begleitetes Schwimmen im Hochrhein an.

Und was tun, wenn doch etwas passiert?

- Wenn die Kraft ausgeht, sich in die Position «toter Mann» drehen: entspanntes Liegen auf dem Rücken. Hierdurch könne der Kraftverbrauch im Wasser niedrig gehalten werden, heißt es von der DLRG.

- Bei Krämpfen versuchen, schnell ans Ufer zu schwimmen oder die Krämpfe im Wasser durch Dehnung zu lösen. Beim Wadenkrampf empfiehlt die DLRG, sich auf den Rücken zu legen und an die Fußspitze zu fassen; diese dann zum Körper hinziehen. Die freie Hand drückt knapp oberhalb der Kniescheibe auf den Oberschenkel, damit das Bein gestreckt wird. Sollte der Krampf erfolgreich behandelt worden sein, möglichst rasch das Wasser verlassen. Denn: Der Krampf kann erneut auftreten.

- Nie gegen die Strömung anschwimmen, heißt es von der DLRG. Um Erschöpfung und Krämpfen vorzubeugen, sei es besser, sich im Notfall mit der Strömung treiben zu lassen und zu versuchen, langsam – dabei schräg und gleichzeitig mit der Strömung – ans Ufer zu kommen.

Video: Flussbaden - Was es zu beachten gilt

Quelle: SWR
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