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Neckarelzer Pfingstmarkt

Bestes Sommerwetter und ein kleines „Gewitter“ Vom Wetter her hätte es der traditionelle Neckarelzer Pfingstmarkt kaum sonniger erwischen können...
Nils Thyroff (vorne l.) aus dem Vorstand des Heimatvereins Neckarelz-Diedesheim unternahm den Fassanstich mit einem eisernen Hammer. Vorsitzender Paul Bley (hinten l.) hatte zuvor die Eröffnungsrede zum Neckarelzer Pfingstmarkt 2026 gehalten.Foto: frh

Bestes Sommerwetter und ein kleines „Gewitter“

Vom Wetter her hätte es der traditionelle Neckarelzer Pfingstmarkt kaum sonniger erwischen können – kein Regentropfen kam an den drei Markttagen des verlängerten Pfingstwochenendes (23./24./25.05.) vom Himmel. Beim obligatorischen Fassanstich am Pfingstsonntag, zu dem der Heimatverein Neckarelz-Diedesheim eingeladen hatte, sollte es aber doch, zumindest rhetorisch, zu einem gewissen „Donnerwetter“ kommen.

Verärgerung über das Fernbleiben von Rathausspitze und Gemeinderäten band Heimatvereinsvorsitzender Paul Bley deutlich in seine Ansprache zur Eröffnung ein.

Eröffnungsrede

„Wir leben noch immer in einer Demokratie!“, rief Bley vor dem Festzelt des Heimatvereins am Sonntagvormittag in die Runde. Die Meinungsfreiheit sei ein wichtiges Gut, die man sich auch als kultureller Verein nicht nehmen lassen dürfe. Der Heimatverein habe davon stets Gebrauch gemacht, selbst wenn diesmal von den „Oberen 10.000“ niemand gekommen ist, erklärte Bley. Wen er gemeint hatte, erschloss sich beinahe von selbst.

„Wer nicht kommen will, soll wegbleiben!“, lautete sein unverblümter Gruß durch die Lautsprecheranlage an die Ferngebliebenen. Und trotzdem war die Festmeile bestens gefüllt. Zahlreichen Andrang gab es an allen drei Tagen am Messplatz. Aufgebaut hatte man dort nach dem eingespielten Konzept eine Mischung aus Kirmes, kulturellem Volksfest sowie einem umrahmendem Antik- und Trödelmarkt. Dass der Pfingstmarkt einst ein „Handelsmarkt“ war, fügte Bley noch hinzu.

Fassanstich

Wer den Fassanstich ersatzweise vollziehen soll, war schnell gelöst: Stellvertretend für die Ehrenamtlichen im Hintergrund kam dieses Privileg diesmal Nils Thyroff zu. Für eine spezielle Symbolik sorgte Museumsverwalter Peter Völker, der einen eisernen Hammer statt des üblichen Holzschlägels organisierte. Passend zur Neckarelzer Geschichte als Industriegemeinde gelang es Thyroff dann auch, mit wenigen Hieben und „viel Gefühl“, wie es ihm Völker mit auf den Weg gegeben hatte, den Zapfhahn einzubringen.

Festprogramm

Im Anschluss wurde bei bestem Sommerwetter rund um das Festzelt und den kulinarischen Büdchen gefeiert. Die Fahrgeschäfte der Schaustellerfamilie Schneck sorgten für Unterhaltung. „Schatzsucher“ kamen bei dem Flohmarkt im XXL-Format von Betreiber Alexander Räbiger auf ihre Kosten und konnten an über 300 Ständen stöbern. Als „gelebte Nachhaltigkeit“ beschrieb Paul Bley diesen Rahmen, bei dem gebrauchte Güter eine neue Verwendung finden und damit Abfallmengen reduzieren.

Kommunale Streitigkeiten

Der kleine Eklat von der Eröffnung blieb aber, mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand, weiterhin ein Gesprächsthema. Dass es zwischen dem Heimatverein und der Stadtverwaltung der Großen Kreisstadt immer mal wieder Reibereien bezüglich übertragener Aufgaben, Rechte, Kostenübernahmen und Ähnliches gegeben hat und weiter gibt, ist nicht neu und kein Geheimnis. Schon von daher dürfte zumindest unter den einheimischen Gästen kaum jemand an ein bloßes Missverständnis geglaubt haben.

OB nimmt Stellung

Auf telefonische Nachfrage unserer Redaktion bestätigte Mosbachs Oberbürgermeister Julian Stipp, dass das Fernbleiben nicht etwa einem Fehler bei der Terminplanung geschuldet war. Viel mehr ging es im Hintergrund wohl um ein Banner, welches der Heimatverein jüngst bei seinem Maifest an der Waldhütte am Stutz gezeigt hatte. Auf diesem war der Spruch „Eingemeindet gegen den Willen – auch nach 50 Jahren!“ zu lesen.

Stipp erklärte dazu unserer Redaktion gegenüber Folgendes: „Sowohl bei Mitgliedern des Gemeinderates als auch bei mir persönlich gab es große Irritationen bezüglich eines Banners des Heimatvereins am 1. Mai. Wenn im Jubiläumsjahr bewusst und provokativ das Trennende über das Verbindende gestellt wird, muss dies zunächst ausgeräumt werden. Dies habe ich dem Vorsitzenden in einem Schreiben auch so mitgeteilt.“ (frh)

Viel Publikum kam zum Neckarelzer Pfingstmarkt mit umrahmendem Flohmarkt auf den Messplatz.Foto: frh
Erscheinung
Stadtanzeiger Mosbach
Ausgabe 22/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
28.05.2026
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Mosbach