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Abgespeckte Veranstaltung überzeugt

Neckargemünder Weihnachtsmarkt ohne Bühnenprogramm

Klein, aber fein: Der Weihnachtsmarkt in Neckargemünd startete 2025 mit einem beeindruckenden Besucheransturm - trotz Sparkurs der Stadt.
Drei Frauen in Schürzen stehen in einer Holzhütte und lächeln in die Kamera.
Das „Waldzwerge“-Team verkaufte Waffeln am laufenden Band beim Weihnachtsmarkt in Neckargemünd.Foto: du

Schon zur Eröffnung drängten sich zahlreiche Gäste zwischen den Buden, obwohl der Markt unter Sparzwang stand und ohne Bühne sowie Bühnenprogramm auskommen musste. Doch was sagen die Standbetreiber selbst zum Gelingen des Wochenendes?

Anderes Konzept

Bürgermeister Jan Peter Seidel wies darauf hin, dass die Stadt bei ihren Festen sparen müsse – eine Vorgabe, die Auswirkungen auf das Konzept hatte, der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Vierzehn Stände sorgten für eine kompakte, aber lebendige Atmosphäre, und das Interesse der Besucher verteilte sich auf sämtliche Anbieter. Besonders an den Bewirtungsständen bildeten sich schon früh lange Schlangen.

Lange Schlangen an den Essensständen

Glühwein, Punsch und herzhafte Speisen fanden reißenden Absatz, und auch die Neckargemünder Karnevalsgesellschaft durfte sich bereits ab 17 Uhr über ein großes Publikum freuen, das die Tickets für die Prunksitzungen im kommenden Jahr erstand. Nach einer kurzen Flaute lief es hier hervorragend – sicher auch wegen des kulinarischen Angebots aus Dampfnudeln und Crêpes. Eine besonders ausdauernde Schlange entstand beim Stand des TV 1876 Neckargemünd, wo viele Kinder ungeduldig auf ihre Portion Pommes warteten. Für weihnachtliche Musik sorgte zur Eröffnung der Posaunenchor mit dem bekannten Choral „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“.

S’Weinständ’sche und die „Waldzwerge“

Zwischen Glühwein, Pommes und Weihnachtsklängen fanden sich wieder einige vertraute Namen unter den Ausstellern. Der Gewerbeverein war erstmals mit einem Bewirtungsstand vertreten und setzte auf Gulasch- und Gemüsesuppe. S’Weinständ’sche von Bernd Laport, eine feste Größe auf vielen Neckargemünder Festen, war ebenso vertreten wie der Kindergarten „Die Waldzwerge“. Dort berichtete das Team, dass der Aufbau der Hütte ruck, zuck erledigt gewesen sei – man habe schließlich reichlich Erfahrung aus den Vorjahren und fühle sich beinahe wie Profis. Der großzügige Platz in der Hütte galt als Vorteil, um sich an kalten Tagen etwas bewegen zu können. Angeboten wurden Panini mit Tomaten-Mozzarella, am besten liefen jedoch die frisch gebackenen Waffeln.

Magische Kunst

Ein Stück magischer Kunst brachte Selina-Zoe Weber auf den Markt, die unter dem Namen Fengari auftritt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und steht für Mondlicht, Naturverbundenheit und mystische Anziehung – Begriffe, die gut zu ihren handgefertigten Einzelstücken passen. Ihr FengariArtShop ist in den vergangenen Jahren aus einem Hobby heraus gewachsen. „Ich bin schon zum dritten Mal beim Neckargemünder Weihnachtsmarkt dabei“, sagte sie und zeigte sich in der Rückschau äußerst zufrieden mit dem Ablauf des dreitägigen Marktes. Der Aufbau ihres Standes ging ihr leicht von der Hand: „Mittlerweile habe ich das drauf.“ Mit der Organisation zeigte sie sich sehr zufrieden und freute sich auf viele Interessierte – die sich auch zahlreich einfanden.

Kunstharz und Keramik

Direkt daneben präsentierte Katja Stockmann Handgemachtes aus Kunstharz. Die Vielfalt ihrer Produkte überraschte viele Besucher: Ob dekorative Stücke oder Dinge für den täglichen Gebrauch – alles war mit viel Geschick gefertigt. Zudem arbeitet sie mit Keramikgießpulver, aus dem sie weihnachtliche Dekorationen herstellt. Für die ideale Präsentation ihrer Arbeiten sorgt sie selbst und ist darin geübt. Warum sie gerne in Neckargemünd ausstellt? „Es gefällt mir hier“, sagte sie schlicht. „Der Markt ist klein, gemütlich, und ich bin schon zum dritten Mal dabei.“

Naturseifen und Imkerei

Zu den festen Bestandteilen des Weihnachtsmarkts gehören auch die Föhrenbachs. Wie oft sie schon vertreten waren, konnte Florian Föhrenbach gar nicht mehr zählen. „Wir waren schon dabei, als der Weihnachtsmarkt am Fluss war und ich meine Produkte auf dem Schiff der Weißen Flotte präsentierte“, erinnerte er sich. Angeboten wurden handgesiedete Naturseifen, Naturkosmetik und Produkte aus der eigenen Imkerei. Die Seifen stammen von seiner Mutter Silvia Föhrenbach, er selbst widmet sich seit zwei Jahren der Imkerei und betreut Bienenstöcke in Dilsberg und Schönbrunn. Dass sich eine fortgesetzte Teilnahme lohnt, zeigte nicht nur die Treue der Familie zum Markt. „Dass der Weihnachtsmarkt drei Tage am Stück geht, macht ihn attraktiv“, betonte er.

Schon 15-mal dabei

Schon fünfzehnmal hat Tina Bozbayir beim Neckargemünder Weihnachtsmarkt einen Stand betreut. Auch sie war früher bereits am Flussstandort dabei. Der Einzug in die von den Technischen Diensten vorbereiteten Hütten sei völlig unkompliziert, erzählte sie. Besonders schätzt sie am Markt: „Die Leute kaufen auch.“ Und der Eröffnungstag, der Freitag, sei traditionell ein guter Tag. Das ganze Jahr über fertigt sie ihre selbstgenähten Accessoires an – schöne und nützliche Handarbeiten, die ausschließlich in Neckargemünd erhältlich sind und ihr Publikum zuverlässig anziehen. Für sie ist das Nähen vor allem ein Hobby, das sie aus purer Freude betreibt.

Kunst aus Kaffeekapseln

Ein Fan des Weihnachtsmarkts ist auch Anja Münkel, die sich noch gut daran erinnert, wie sie einst auf dem Schiff ausstellte. „Ich war schon dabei, da war es noch auf dem Schiff“, erzählte sie. Warum sie dem Markt über all die Jahre treu geblieben ist? „Die Leute, mit denen man ins Gespräch kommt, sind so nett, und mit den anderen Ausstellern versteht man sich bestens.“ Die Organisation lobte sie überschwänglich. Münkels kreative Arbeit basiert auf Upcycling: Aus Nespressokapseln formt sie überraschend attraktive Objekte wie bunte Lichterketten, kleine Schutzengel oder Schmuck. Aber warum gerade Nespressokapseln? Auf ihren Nespresso-Kaffee möchte sie nicht verzichten – den Alukapseln gibt sie durch Upcycling jedoch ein neues, nachhaltiges Leben.

Fazit

So zeigte der Neckargemünder Weihnachtsmarkt auch in abgespeckter Form, dass er bei Ausstellern wie Besuchern beliebt bleibt. Die vielen positiven Rückmeldungen spiegelten wider, dass Organisation, Atmosphäre und Zusammenhalt zwischen den Ständen passen – und dass der Markt selbst ohne Bühne nichts von seinem Charme verloren hat.

Erscheinung
Neckarbote
NUSSBAUM+
Ausgabe 50/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM/du
10.12.2025
Orte
Neckargemünd
Kategorien
Feste & Märkte
Weihnachtsmärkte