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Kunst aus den städtischen Kindergärten

Neue Ausstellung im Rathaus: "Die Kunst, Kind zu sein"

Am Mittwoch, 25. Februar 2026 wurde im Flur des Rathauses mit einer Vernissage die Ausstellung „Die Kunst, Kind zu sein“ eröffnet.
Kindergruppe und Bürgermeister im Rathaus Hockenheim
Im Rathaus Hockenheim ist seit Mittwoch, 26.2.2026, Ausstellung „Die Kunst, Kind zu sein“ zu sehen. Die Kinder der städtischen Kindergärten haben bunte Kunstwerke geschaffen.Foto: GK

In der Ausstellung präsentierten die Kinder der drei städtischen Kindergärten eine Reihe farbenfroher Werke, die ihre Fantasie und ihren Gestaltungsdrang eindrucksvoll zum Ausdruck bringen. Zu sehen waren vielfältige Arbeiten, die mit unterschiedlichsten Techniken entstanden sind. Die Motive reichten von Tieren und Familiendarstellungen bis zu phantasievollen Szenen und abstrakten Farbkompositionen, die die unbefangene Sichtweise der Kinder widerspiegeln.

Was ist Kunst?

Man kann sich fragen, ob die ausgestellten Bilder der Kindergartenkinder tatsächlich den Status „Kunst“ beanspruchen dürfen. In der ästhetischen Theorie gelten üblicherweise drei Voraussetzungen dafür, dass etwas als Kunst gilt: erstens die Absicht — also die bewusste Intention einer Person, etwas auszudrücken oder zu gestalten; zweitens der Kontext — etwa die Präsentation in einem Ausstellungsraum oder eine institutionelle Einbettung, durch die Werke als Kunst wahrgenommen werden; und drittens die Rezeption — also die Sichtweise und Deutung durch Betrachterinnen und Betrachter, die ein Objekt als Kunst anerkennen. Zufällige Elemente können Teil von Kunst werden, wenn der Zufall bewusst eingesetzt wird und dem Objekt dadurch Bedeutung zugeschrieben wird. Beispiele dafür finden sich in der Kunstgeschichte (etwa in aleatorischen Verfahren oder bei Dada), wo das Unvorhersehbare zum künstlerischen Mittel wird. Entscheidend ist demnach nicht das bloße Ergebnis eines zufälligen Farbfleckes, sondern das Entstehen von Sinn und Absicht: Kunst fängt dort an, wo Bedeutung geschaffen oder zugeschrieben wird — nicht dort, wo Farbe rein zufällig landet.

Welt aus der Kinderperspektive

Die gezeigten Arbeiten erfüllen die zuvor genannten drei Kriterien, um als Kunst anerkannt zu werden, und wer den Worten von Linda Hoti, der Leiterin des Fachbereichs für Soziales, Bildung, Kultur und Sport, zuhörte, erhielt dafür Bestätigung. „Kinder verfügen über eine Gabe, die Erwachsenen oft fehlt. Sie betrachten die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie sie sein könnte. Ein Haus ist nicht einfach ein Haus: Es wird zum Schloss, zum Zuhause, zu einem Ort voller Geschichten. Ein Herz ist mehr als eine Form; es steht für Gefühl, Nähe, Wärme. Farben sind nicht nur Farben; sie sind Stimmung, Energie und Fantasie. Kinder malen keine Realität, sie malen Möglichkeiten“, erklärte Linda Hoti. Betrachtete man die ausgestellten Bilder unter diesem Gesichtspunkt, eröffnete sich eine neue Sicht: Mut zur Farbe, Freiheit der Formen und die Freude am Ausdruck. „Die Ausstellung ist ein Blick auf die Welt aus Kinderperspektive“, fügte Linda Hoti hinzu.

Es war bewegend, den Stolz der Kinder zu spüren, wenn sie ihre Werke in der Ausstellung wiederfanden, und auch der Stolz der Begleitpersonen war deutlich spürbar. Die Kinderkunst kann drei Monate lang im Flur des Rathauses bewundert werden; danach kehren die Arbeiten zu ihren Schöpfern zurück, sofern sich nicht bereits Interessenten für einzelne Stücke gefunden haben. So hat Oberbürgermeister Marcus Zeitler bereits sein Interesse bekundet, das Werk von Nikol aus dem Südstadt-Kindergarten zu übernehmen. (GK)

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM / gk
02.03.2026
Orte
Hockenheim
Kategorien
Kinder & Jugend
Panorama