Im Herbst 2025, zwischen dem 24. September und dem 12. Oktober, führte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) online eine Befragung durch. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren sowie ein Elternteil wurden zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Es war bereits die achte Erhebungswelle dieser Studie seit 2019 – und die Ergebnisse bestätigen einen Trend: Social Media ist aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Doch mit der Nutzung steigen auch die Risiken.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 88,8 Prozent der Mädchen und 88,1 Prozent der Jungen nutzen Social-Media-Plattformen wie TikTok, YouTube oder Netflix regelmäßig. Bei den Mädchen greifen 69,8 Prozent täglich zu Messenger-Diensten, Streamingangeboten oder Fotoalben, bei den Jungen sind es 66,8 Prozent. Die Nutzungsdauer sank leicht: von 157 Minuten werktags im Jahr 2024 auf 146 Minuten 2025, am Wochenende von 227 Minuten auf 201 Minuten.
Besonders alarmierend: Der Anteil der Kinder mit riskanter Social-Media-Nutzung stieg von 21,1 Prozent im Jahr 2024 auf 21,5 Prozent im Jahr 2025. Hochgerechnet entspricht das 1,1 Millionen Kinder in Deutschland, die ein problematisches Nutzungsverhalten zeigen. Noch deutlicher wird der Anstieg bei der suchtartigen Nutzung: Hier stieg der Anteil von 4,7 Prozent im Jahr 2024 auf 6,6 Prozent im Jahr 2025 – das sind 350.000 Kinder und Jugendliche, bei denen die Nutzung von Social Media bereits suchtähnliche Züge trägt. Problematisch wird es immer dann, wenn Kinder und Jugendliche ihre Kontrolle über die Zeit verlieren – oder wenn sie für Social Media andere Aktivitäten vernachlässigen.
Dr. Janosch Dahmen, Arzt, Bundestagsabgeordneter, Sprecher für Gesundheitspolitik in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, sagte pointiert: „Social Media ist die Zigarette des 21. Jahrhunderts.“ Seine Warnung ist deutlich: „Wir erleben gerade, was passiert, wenn eine ganze Generation mit Produkten aufwächst, die gezielt auf maximale Bindung und Abhängigkeit ausgelegt sind.“ Besonders bei Kindern und Jugendlichen, deren Gehirne sich noch in der Entwicklung befinden, könne dies zu Kontrollverlusten, Abhängigkeiten und psychischen Belastungen führen – von Angststörungen bis hin zu Depressionen.
Dahmen macht deutlich: „Viel zu lange haben wir bei Tabak gewartet – dieser Fehler darf sich nicht wiederholen.“ Wenn Abhängigkeit zum Geschäftsmodell werde, brauche es klare Altersgrenzen und Regulierungen für suchtfördernde Mechanismen. Im Sommer soll eine von der Bundesregierung eingesetzte Arbeitsgruppe dazu Erkenntnisse vorlegen. (Quelle: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.jugendschutz-studie-neue-ki-programme-bei-kindern-verbreitet.95ee0687-a4b8-4904-985d-db16c6d37bc5.html)
Die Studie belegt: Social Media ist kein harmloses Freizeitvergnügen. Die Frage ist nicht mehr, ob gehandelt werden muss – sondern wie verhindert wird, dass Algorithmen über die Zukunft von Kindern und Jugendlichen entscheiden.
Wir laden ein zu unserem nächsten Vortrag am Donnerstag, 23. April 2026.
Thema: Elektrohypersensibilität und Möglichkeiten der Abschirmung elektromagnetischer Felder
Referent ist Helmut Giesa, ehemals Gesundhaus Pfullingen. Ort: Auwiesenschule Neckartenzlingen, Beginn: 19.30 Uhr. Eintritt frei, über Spenden zur Finanzierung unserer Vorträge sind wir dankbar.
Wir freuen uns über neue Mitglieder im InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung, Ortsgruppe im Mobilfunk Bürgerforum e. V.
Die Vorsitzenden: Prof. a. D. Helmuth Kern, Bert Hauser (Telefon: 07127/35655 bzw. 07127/35949)