Bad Dürrheim steht vor einer wichtigen Investition in die Zukunft seiner Kinder: Die Realschule „Am Salinensee“ soll gemeinsam mit der Werkrealschule zu einem modernen, fünfzügigen Schulverbund ausgebaut werden. Der Gemeinderat fasste diesen Beschluss im Januar 2024, nachdem der Platzmangel beider Schulen seit Jahren erkennbar war. Rund 750 Schülerinnen und Schüler werden künftig von mehr Platz, modernen Klassenzimmern und neuen Fachräumen profitieren.
Geplant ist ein Neubau mit rund 15 Klassenzimmern und vier Fachräumen auf etwa 3.000 m² Grundfläche. Die Baukosten werden auf rund 14 Millionen Euro geschätzt. Bereits im Juni hat das Landratsamt die Baugenehmigung für das Millionenprojekt erteilt, der Spatenstich war ursprünglich für September vorgesehen.
Kurz vor den Sommerferien meldeten die Bad Dürrheimer Mineralbrunnen bei der Stadtverwaltung jedoch Bedenken an und wiesen darauf hin, dass ein großer Teil des geplanten Standorts in der engeren Wasserschutzzone des Heilquellenschutzgebiets liegt, also mitten im sensiblen Bereich der traditionsreichen Mineralwasserquellen. Diese Quellen sind das Herzstück der Bad Dürrheimer Heilwassertradition und stehen seit Jahrzehnten unter besonderem Schutz. Hier gelten strenge Auflagen, um die Qualität und Reinheit des staatlich anerkannten Mineralwassers dauerhaft zu sichern. Auch das Amt für Wasser, Natur- und Bodenschutz beim Landratsamt machte die Stadt im Nachgang zur Baugenehmigung auf mögliche Risiken aufmerksam.
Daraufhin wurden gemeinsam mit Fachbehörden verschiedene Lösungen geprüft:
Nach Abwägung aller Aspekte hat man sich nun darauf verständigt, das Gebäude nun rund 150 Meter weiter südwestlich zu verlagern.
„Mit diesem Schritt stellen wir sicher, dass Bad Dürrheim weiterhin gute Lernmöglichkeiten bietet und unser Mineral- und Heilwasser auch in Zukunft geschützt bleibt.“, so Bürgermeister Jonathan Berggötz.
Besonders wichtig für die Finanzierung ist, dass die bereits zugesagten Fachförderungen des Regierungspräsidiums auch beim neuen Standort in vollem Umfang erhalten bleiben. So ist sichergestellt, dass die Stadt das Projekt trotz angespannter Haushaltslage wie geplant umsetzen kann.
Die Gemeinderatsfraktionen hatten bereits ihre Unterstützung für den Standortwechsel signalisiert, formal mussten die angepassten Pläne dennoch dem Gremium vor kurzem zur endgültigen Zustimmung vorgelegt werden.