Neues Bild von Jakob Grünenwald
Im vergangenen Jahr konnten drei Bilder von Jakob Grünenwald für die Museumssammlung erworben werden. Alle drei Ölbilder stammen aus dem Kunsthandel und wurden in Auktionen angeboten. Der erfreuliche Erwerb konnte über Spendengelder aus der Museumsspendenkasse finanziert werden. In loser Folge werden die Neuerwerbungen in den nächsten Ausgaben hier vorgestellt.
Nach dem 1996 erschienenen Werkverzeichnis gilt das Originalgemälde zu dem heute vorgestellten Bild als verschollen. Lediglich eine bunte Künstlerpostkarte und vier Zeichnungen sind davon bekannt. Zwei dieser bunten Postkarten sind in der Museumssammlung vertreten. Eine Karte ist auch gerahmt in der Dauerausstellung in der Abteilung „Kinderbilder“ zu sehen. Umso erfreulicher ist es, dass nun eine größere Ölstudie zu diesem Bild aufgetaucht ist. Das bislang unbekannte Bild ist 45,5 mal 32,5 cm groß und nicht im Werkverzeichnis zu finden. Die Ölstudie ist um 1852 entstanden, das dazugehörige fertige Bild wurde 1855 in der „Allgemeinen Zeitung“ in Beilage 151 erstmals erwähnt. 1904 wurde das Bild folgendermaßen beschrieben: „So entstand das Bild der den Schnittern die Mahlzeit hinausbringenden schwäbischen Bäuerin, die mit dem schweren Korb auf dem Kopf, den Säugling im Arm und zwei jubelnden Kindern zur Seite durch das goldreife Ährenfeld schreitet.“ Genau so präsentiert sich auch die bunte Ölstudie, die jetzt in der Ebersbacher Grünenwald-Kollektion zu finden ist.
Beim genauen Titel ist sich die Kunstwelt nicht ganz einig und es gibt für ähnliche Darstellungen unterschiedliche Titel. Das neu erworbene Ölbild trägt keinen Titel, daher wäre ein möglicher Titel: "Bäuerin im Ähreneld". Da das Bild mit einem notdürftigen Rahmen versteigert worden war, der weder historisch bedeutsam, noch schön war, musste zusätzlich ein entsprechender Rahmen besorgt werden. Ein sogenannter „Schattenfugen-Rahmen“ in den Farben rot und gold bringt das Bild nun zur Geltung. Zu sehen ist die Neuerwerbung im ersten Stock des Museums.