
Jüngst sorgten Pressemitteilungen für Aufregung und Empörung. Bis 2031 drohen die Kitagebühren in Stuttgart auf 828 Euro im Monat zu steigen. An anderer Stelle wird gefordert, die Betreuung im Kindergarten völlig kostenfrei zu bieten, wie das etwa in Berlin der Fall ist. LE schlägt aus unserer Sicht einen wohlbegründeten Mittelweg ein. Mit immerhin 20 Mio. € im Jahr finanziert die Stadt ihre Kindertageseinrichtungen. Derpositive Effekt: Allein dadurch gab es erstmals in diesem Jahr keine Wartelisten mehr im Kita-Bereich. Allen Familien erhielten einen Platz. Das hat seinen Preis, denn der Kostendeckungsgrad der Elternbeiträge liegt gerade bei 10,8 %der Elternbeiträge. Daher mussten ab September die Gebühren angepasst – sprich: erhöht – werden.
Wir stehen zu dieser Entscheidung, selbst im Wissen, dass sie nicht wenige Familienbudgets belastet. Jedoch auch Qualität hat ihren Preis. Oder in den Worten von Dennis Birnstock, MdL und Sprecher für Jugend-Fragen: „Verlässlichkeit und Qualität müssen absolut Vorrang haben.“ Nicht umsonst hat LE das Betreuungsangebot qualitativ wie personell überdurchschnittlich ausgebaut, ebenso das Platzangebot, um den Ansprüchen der Eltern zu entsprechen. Und nicht zu vergessen: In die moderate Erhöhung fließen auch die alljährlichen Preis- und Tarifsteigerungen sowie die Kosten für erhöhte Auflagen ein. Gerade letztere schlagen erheblich zu Buche.
Dazu kommt: Den Elternvertretungen dürfte es leichter fallen, Verbesserungen durchzusetzen. Bei einem kostenlosen Angebot kämen Eltern argumentativ ins Hintertreffen: Denn wenn etwas kostenlos ist, ist es schwerer mehr Qualität einzufordern.
Grundlage für das neue Gebührenmodell in LE (für Klein-, Kindergarten- und Schulkinder) bilden die Empfehlungen des Städte- und Gemeindetags sowie der Kirchenverbände. Insofern sind Kontrollinstanzen gegeben. Den Vergleich mit unseren Nachbarorten braucht es nicht zu scheuen. Es ist zudem individuell auf den jeweiligen Bedarf zugeschnitten. Für ein Kind in Vollzeitbetreuung an fünf Tagen sind für Schulkinder 225 € zu zahlen, für Kinder über drei Jahre 279 € und für Kleinstkinder bis drei Jahre 585 €. Familien, in denen die Frauen arbeiten wollen, werden das abgestufte Angebot zu schätzen wissen. Zudem setzen wir uns als Freien Demokraten für „eine gezielte Unterstützung von Familien mit geringem Einkommen“ ein, so Birnstock